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Stormarner Tageblatt

23. Oktober 2017 | 14:33 Uhr

Bad Oldesloe : Gute Ernte für Holzbauern

vom
Aus der Redaktion des Stormarner Tageblatt

Der Festmeterpreis für Holz ist gegenüber dem Vorjahr um 20 Euro gestiegen. Trotzdem sind die Waldbesitzer nicht zufrieden. Sie kritisieren die Landesregierung wegen des geplanten neuen Waldgesetzes.

shz.de von
erstellt am 13.Apr.2016 | 06:00 Uhr

„Insgesamt können wir stolz auf unsere Arbeit sein“, so Martin Freiherr von Jenisch, Besitzer von Gut Blumendorf und Vorsitzender der Forstbetriebsgemeinschaft Stormarn(FBG) mit ihren 50 Mitgliedern, von denen sich rund die Hälfte zur Jahresversammlung auf Gut Blumendorf versammelten. Besonders der Holzverkauf sei trotz der Windbrüche von 9400 Festmetern im Vorjahr auf mehr als 12000 im Jahre 2015 gestiegen. Das ergibt eine Summe von 558  000 Euro. Im Schnitt erhielten die Mitglieder der Gemeinschaft 578 Euro pro Festmeter – 20 Euro mehr als im Vorjahr. Der beste Stamm brachte satte 961 Euro. 30  000 Euro Mitgliedsbeiträge flossen in die FBG. Besonders gut ist mit mehr als 900 Stück der Verkauf von Weihnachtsbäumen und mit 1050 Kilogramm der von Schnittgrün gelaufen. „Wir werden versuchen, noch mehr Weihnachtsbäume zu verkaufen“, blickt Freiherr Jenisch in die nahe Zukunft.

Geplant sei auch die weitere Aufforstung der noch zu Verfügung stehenden Flächen. Im vergangenen Jahr hätten die Waldbesitzer im Kreis Stormarn sehr unter dem Windeinschlag und der fehlenden Förderung gelitten, da diese wegen der großen Sturmschäden in den Norden geflossen seien.

„Die Bundesregierung läuft offroad“, echauffierte sich Hans-Caspar Graf zu Rantzau, Präsident des Schleswig-Holsteinischen Waldbesitzerverbands. Die für Mai geplanten Änderungen des Jagd-, Naturschutz- und Waldgesetzes würden ganz massiv „unser Handeln im Wald“ beeinträchtigen. Er beklagte vor allem die Einmischung bei der Baumartenwahl, die einen direkten Einfluss auf die wirtschaftliche Komponente habe. Die geplante Vorgabe, mehr heimische Bäume anzupflanzen, also mehr Laubbäume, gehe zu Lasten der Nadelholzbestände, die aber ein ganz beträchtlicher Wirtschaftsfaktor seien. „Fichten haben fast immer Konjunktur“, so Graf zu Rantzau. Das Laubholz gehe eindeutig zu Lasten des Brennholzes, wovon 2015 nur noch 2000 statt 5000 Raummeter in Schleswig-Holstein verkauft wurden. Die Holzbauern müssten die Preise für Nadelholz anpassen, damit die Käufer bei der Stange blieben. Mit den vom Markt gewünschten Eichen und Eschen ziehe man die „Karre nicht aus dem Dreck“, da dies nur einen Anteil von zwei Prozent des Umsatzes bringe.

„Wir tragen Verantwortung für unsere Nachkommen“, betonte Graf zu Rantzau und wies darauf hin, dass man in der Forstwirtschaft in Generationen, in einem 50 bis 150-jährigen Zyklus, denken müsse. Nadelholz sei aus diesem Grunde immer zu bevorzugen.

50 bis 80 Prozent des eingesägten Holzes sei Nadelholz. Graf zu Rantzau: „Da müssen wir uns den Industrieanforderungen anpassen. Bauen Sie das an, was der Markt wünscht, und das ist Nadelholz.“ Vorteile seien schnelles Wachstum, leichte Bearbeitung, vielseitige Verwendung, Unabhängigkeit von Modetrends. Gegen den vermehrten Anbau von Laubwald müssten sich die Holzbauern wehren. Insgesamt sei selbstverständlich das „Erfolgsmodell Nachhaltigkeit“ weiter zu verfolgen.

Henrik Schwedt von der Landwirtschaftskammer Schleswig-Holstein bestätigte, dass der Anbau von Laubwald mit 80 Prozent, der von Mischwald mit bis zu 60 Prozent gefördert wird. Er empfiehlt einen Nadelholzanteil von 60 und einen Laubbaumanteil von 40 Prozent – also einen Mischwald, um wirtschaftlich arbeiten zu können. Er stellte 3 Millionen Euro Fördermittel für dieses Jahr in Aussicht, wovon – so hoffe er – auch wieder mehr in den Süden des Landes fließen sollen.

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