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Stormarner Wochenschau : Gut verkaufen kann nicht jeder

vom
Aus der Redaktion des Stormarner Tageblatt

Eine See verkaufen oder seine Arbeit, ohne dabei mit Tomaten zu handeln … oder besser doch?

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erstellt am 30.Aug.2014 | 08:00 Uhr

Baden gehen

Der Großensee steht zum Verkauf. Also, die Wasserfläche ohne irgendwas drumherum. Wer bislang dachte, so ein See sei einfach da und gehöre niemandem, ne ne, Irrtum. Der Großensee gehört der Stadt Hamburg. Früher diente er den Hanseaten als Wasserreservoir, aber das ist lange her. Jetzt ist er schlicht über und soll versilbert werden.

Mindestgebot 1,115 Millionen Euro. Ein nettes Sümmchen. Wer will so viel Geld für ein großes Wasserloch ausgeben? Kann man damit etwas anfangen? Keine Frage, der Großensee ist toll, superschön, ein Refugium, ein beliebtes Ausflugsziel … aber das ist ja unabhängig von den Eigentumsverhältnissen. Gibt es irgendeine Chance, diesen Betrag zu refinanzieren? Zahlen die Angler so viel Pacht? Oder die Gemeinde für die Badestelle? Kann ich das Wasser in Flaschen abfüllen und teuer verkaufen? Wohl kaum. Einen Zaun um meinen See ziehen und alles andere aussperren? Vielleicht zulässig, aber würde das Sinn machen?

Wer sollte also ein Interesse an dem See haben? Natürlich die Gemeinde, die ihren Namen von dem See hat. Aber auch nicht aus finanziellen Gründen oder aus Überzeugung, sondern schlicht aus Angst. Angst, dass irgendein Investor irgendwas böses mit dem See anstellt.

Aber vielleicht greift ja auch das Land zu. Doch aus dem zuständigen Umweltministerium wird nur abgewunken. Kein Interesse. Wozu auch, wenn man mit Gesetzen und Verordnungen auf fremdem Land seine Interessen durchsetzen kann, dann muss man ja nicht mit gutem Beispiel vorangehen. Bestes Beispiel: das Froschkraut. Laut einer Internetseite des Ministeriums ist der Großensee das landesweit einzige Vorkommen dieser Pflanze. Das wäre doch ein Grund, des See zu kaufen. „Nein“, sagt Nicola Kabel, Sprecherin des Umweltministeriums: „Froschkraut ist naturschutzrechtlich geschützt und somit ist die Vernichtung des Froschkrautes per se verboten.“ So einfach kann man es sich machen. Mal sehen, wen Olaf Scholz als Käufer aus dem Hut zaubert. Unser Karikaturist Götz Wiedenroth hat da so eine Ahnung.

 

Dicke Luft

Hurra, Bad Oldesloe hat wieder einen Klimaschutzmanager. Hat die beiden Vorgänger jemand vermisst? Stimmt, die Eine hat das Stadtradeln organisiert. Ja, das hat schon spürbar was fürs Klima gebracht. Dominic Demme wird noch viel (Öffentlichkeits-)Arbeit zu leisten haben, um auch die Skeptiker zu überzeugen, dass nicht nur Klimaschutz wichtig ist, sondern auch seine unbefristete Vollzeitstelle im Rathaus unbedingt sein muss. Ein Flyer oder ein jährlicher Energiebericht werden da ganz sicher nicht ausreichen.

 

Boden bereitet

Dass man im High-Tech-Zeitalter ganz bodenständig Erfolg haben kann, zeigt in Stormarn beispielsweise der Kleverhof der Gebrüder Unverhau. Die haben sich im Elmenhorster Ortsteil Mönkenbrook, fast in der Pampa, ihre eigene Welt geschaffen und erzielen jährlich zweistellige Zuwachsraten: mit Tomaten! Das sind aber keine 08/15-Produkte, sondern einzigartige Früchtchen, die im Gaumen eine „Geschmacks-Explosion“ auslösen, wie in dieser Woche sogar der Ministerpräsident des Landes, Torsten Albig, beim Besuch vollmundig einräumte. Und davon haben Lutz und Tim Unverhau derzeit 650 Sorten im Angebot. Donnerwetter! Irgendwann sollen es 1001 Sorten sein. Ein Tomaten-Eldorado ohnegleichen. Überdies stampfen beide derzeit noch eine Seminar- und Schulungsküche aus dem Boden, um Schülern Lebensmittel – vom Säen übers Ernten und Bearbeiten bis hin zum Verköstigen – näherzubringen. Ackern für Stormarn. Hut ab! Selten traf ein Slogan so ins Schwarze wie beim Kleverhof: „Back to the roots – zurück zu den Wurzeln.“ Einfach tomatenstark!

 

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