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Reinfeld feiert : Gut gerüstet für das Karpfenfest

vom
Aus der Redaktion des Stormarner Tageblatt

Teichwirt Alfred Wenskus hat die ersten Fische der Saison aus den beiden Hälterteichen für das Wochenende abgefischt. Nachfrage nach Reinfelder Fischen steige von Jahr zu Jahr. Trockenheit macht Karpfen dieses Jahr zu schaffen.

In diesen Tagen hat Teichwirt Alfred Wenskus, von vielen liebevoll „Ali“ genannt, alle Hände voll zu tun. Denn obwohl die Zeit zum Abfischen noch nicht gekommen ist, möchte er den Besuchern des Karpfenfestes am Wochenende natürlich das Reinfelder Wappentier fangfrisch und in allen möglichen Variationen präsentieren. Das gestaltet sich gerade in diesem Jahr als aufwändig.

„Noch ist genügend Wasser da, das zulaufen kann, aber die Trockenheit in diesem Sommer macht den Spiegelkarpfen schon zu schaffen“, sagt der erfahrene Teichwirt, der seit 2007 Herr über Reinfelds beliebte Karpfen ist und die vier Teiche bewirtschaftet. Noch sei der Sauerstoffgehalt im Herrenteich bestens, aber ein wenig Frischwasser würde trotzdem gut tun. Die Wärme habe aber auch durchaus etwas Positives, ergänzt seine Frau Annegret, die ihrem Mann nicht nur in den geschäftigen Tagen vor dem Karpfenfest tatkräftig zur Seite steht. Durch den warmen Sommer seien die Fische sehr gut gediehen. „Die Karpfen, die wir bereits abgefischt und probiert haben, sind gut und fest im Fleisch“, erklärt sie.

Im Vorwege wurden bereits die beiden Hälterteiche abgefischt, gekalkt und für den Winter vorbereitet. Die abgefischten Karpfen aus eben diesen Teichen schwimmen jetzt im Fließkanal am Fischhaus ab – wie es der Teichwirt nennt. Dadurch verlieren sie bis zum Fest ihren modrigen Geruch und schmecken besonders lecker. Da werden Karpfenchips, Karpfen in Aspik (lecker mit Bratkartoffeln), geräucherter Karpfen, die Karpfenbratwurst und Karpfenfilets in sämtlichen Variationen serviert.

„Der Karpfen wird jetzt ganz anders vermarktet als noch einige Jahre zuvor“, so Wenskus. Denn seitdem es den Karpfen filetiert gibt, ist er der neue Renner unter den Fischspezialitäten. „Dabei haben mich am Anfang alle ausgelacht, als ich den Karpfen als Filet anbieten wollte“, schmunzelt er. Zwar sei der „Karpfen blau“ nach guter alter Tradition nicht aus der Mode gekommen, aber der Trend gehe eindeutig zum grätenlosen Fischvergnügen. Der Teichwirt freut sich: „So erhält unser Wappentier ein neues Ansehen.“

„Ich bin mit dem Zuwachs im Teich sehr zufrieden“, sagt er. Die Nachfrage nach den Reinfelder Fischen steige jährlich. Wenskus: „Ich komme mit der Arbeit kaum hinterher.“ Aber Freude mache ihm sein Beruf noch immer. Er sei mit Leib und Seele Teichwirt. Das merkt man. Denn er sorgt dafür, dass es den Fischen gut geht. Der sympathische Reinfelder gehört zur Karpfenstadt wie sein Wappentier.

In den Teichen wird schon seit Jahrhunderten Fischzucht betrieben. Die Karpfenzucht hat hier eine einzigartige Tradition. Bereits im Jahr 1186 wurde die Ansiedlung „Reynevelde“, das heutige Reinfeld, von Zisterzienser-Mönchen erstmals urkundlich erwähnt. Die Mönche wurden vom Mutterkloster Loccum entsandt, begannen mit der Fischzucht und legten zahlreiche Karpfenteiche an.

Dass das Abfischen erst – wie ja auch Jahrzehnte lang üblich und von der Natur so gewollt – voraussichtlich am 20. Oktober stattfindet, habe, schmunzelt Annegret Wenskus, auch etwas Positives. Denn Ruderregatta, Waterballs, die illuminierten Boote und das Wasserballett, die Modell-Regatta und gar das Feuerwerk könnten sonst beim Karpfenfest nicht stattfinden. „Dann wäre der Herrenteich nämlich leer“, so Annegret Wenskus. Gut vorbereitet ist das Ehepaar auf das Wochenende und erwartet wieder viele Gäste aus nah und fern am Fischhaus.


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