Bargteheide : „Grundstück ist Schwachpunkt“

Das Gebiet mit der geplanten Veränderungssperre am Bargteheider Bahnhof.
Das Gebiet mit der geplanten Veränderungssperre am Bargteheider Bahnhof.

Sondersitzung der Stadtvertretung zum Bahnhofsumfeld. Veränderungssperre beschlossen

shz.de von
10. August 2018, 06:00 Uhr

Für das Gebiet zwischen dem Bargteheider Bahnhof und den angrenzenden Wohnblocks am Traberstieg gilt voraussichtlich bald eine Veränderungssperre. Die Stadtvertretung möchte damit ihren Einfluss auf die bauliche Entwicklung im Bahnhofsumfeld sichern und beschloss das während einer Sondersitzung am Mittwochabend.

Bereits vor fünf Jahren wurden Pläne aufgestellt, die eine Einbahnstraßenregelung für den Traberstieg und eine Buskehre am Parkplatz auf der Westseite des Bahnhofs vorsehen. Die Aufstellung einer Änderung des Bebauungsplans wurde jetzt beschlossen, als rechtliche Grundlage für die Veränderungssperre.

Die beiden Vertreter der Grünen lehnten die Aufstellung ab oder enthielten sich. „Wir befürchten, dass in den Planungen aus dem Jahr 2013 weder die Interessen der Radfahrer noch der Fußgänger berücksichtigt werden“, so Michael Schröer (Grüne). Ihm fehle die Gleichstellung aller Verkehrsteilnehmer. Es gehe auch darum, die weitere Planung mit Blick auf die Ausschreibung des öffentlichen Nahverkehrs abzusichern, sagte Bürgermeisterin Birte Kruse-Gobrecht. Die Aufstellung sei die Grundlage für ein vernünftiges Planungsverfahren, das noch konkretisiert werde: „Wir sichern damit unsere Rechte ab.“ Die Ergebnisse der Stadtdialoge würden dabei weiter berücksichtigt. Neue Optionen ergäben sich aus der Bewerbung Bargteheides um Mittel der Städtebauförderung beim Land. Die Veränderungssperre lasse weiterhin alle Planungsvarianten zu, so Renate Mascher (WfB), die den zuvor tagenden Planungsausschuss kommissarisch geleitet hatte. Die Sperre wurde dann einstimmig beschlossen. Ohnehin waren die Sitzungen vom Ausschuss für Planung und Verkehr und die anschließende Stadtvertretung urlaubsbedingt nur gering besetzt. Die Stadtvertretung war mit 18 von insgesamt 32 Stimmen gerade noch beschlussfähig.

Detaillösungen sollen erst ins weitere Verfahren einfließen. Problem dabei ist die Gastronomie gegenüber vom Bahnhof. Die Fläche ist in privatem Besitz und wurde jetzt veräußert. Wenn es bei einer gastronomischen Nutzung des Grundstücks bleibt, kann das wegen des Bestandsschutzes nicht verhindert werden. „Das Grundstück ist nicht im Besitz der Stadt, das ist der Schwachpunkt“, so Planer Waldemar Barkmann. Die Ergebnisse der Stadtdialoge seien noch nicht ausgewertet und flößen später ins Verfahren ein. Viele Restaurants sind allerdings schon an diesem Standort gescheitert. Der letzte Versuch als Fischrestaurant liegt ebenfalls schon lange zurück.

Ein Bebauungsplan für das Gebiet soll im nächsten Schritt im üblichen Verfahren aufgestellt werden. Darin sollen auch die Ergebnisse der bisher zweimalig stattgefundenen Stadtdialoge Berücksichtigung finden. Weitere Veranstaltungen dazu sind geplant.

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