Bad Oldesloe : „Grundrecht auf Kaffee“

Marc Henry Ellmer musste nicht lange überlegen – auch die Kleine Bäckerei beteiligt sich an der Aktion.
Marc Henry Ellmer musste nicht lange überlegen – auch die Kleine Bäckerei beteiligt sich an der Aktion.

Ab jetzt gibt es in zwei Oldesloer Cafés Gratis-Kaffee für Bedürftige, den zahlende Kunden gespendet haben.

Andreas Olbertz. von
02. März 2018, 06:00 Uhr

Ab sofort gibt es im „Café Eigenart“ und der „Kleinen Bäckerei“ für Bedürftige die Möglichkeit, gratis einen Becher Kaffee zu bekommen. Damit das funktioniert, kaufen andere Kunden einen Kaffee extra und hängen den Bon an eine kleine Pinnwand im Café. Damit wird dann gratis der Kaffee serviert.

Günter Knubbe, Vorstand im Wir-Verein, freut sich, diese Aktion umzusetzen: „Davon wünsche ich mir viel mehr in Bad Oldesloe. Die Idee zur Aktion ‚Grundrecht auf Kaffee‘ kam von Barbara Schleth, kurze Zeit später hatten wir Mitstreiter für die Sache gewonnen und sogar schon ein erstes Café, das die Aktion umsetzten wollte“, erläutert Knubbe.

„Wir haben uns die verschiedenen Aktionen in Deutschland angesehen und uns für die Realisierung mit der Bon-Pinnwand entschieden. So versuchen wir die Hemmschwelle so gering wie möglich zu halten. Niemand muss fragen, ob es gerade einen Gratis-Kaffee gibt. Noch wichtiger war uns, dass die Aktion in der Mitte von Bad Oldesloe passiert. Kaffeetrinken ist in Deutschland ein Teil unserer Gemeinschaft, und darum ein Grundrecht für uns. Auch Bedürftige haben ein Recht auf Kaffee“, erklärt Knubbe.

Das Café Eigenart an der Hamburger Straße wird von den Stormarner Werkstätten betrieben. „Als wir von der Aktion gehört haben, haben wir sofort gesagt, lass uns das machen“, sagt Einrichtungsleiter Stephan Bruns. Die Aktion passe wunderbar zum Leitgedanken der Diakonie. Mitten in der Oldesloer Innenstadt arbeiten in dem Café Menschen mit Handicap.

Unter der Leitung von Konditormeister Karsten Peter Holst bietet das Team von montags bis donnerstags Frühstück, wechselnde Mittagstische – wahlweise mit oder ohne Fleisch –, oder aber süße Leckereien aus der Backstube an. Jetzt wird das Angebot um das soziale Projekt „Grundrecht auf Kaffee“ erweitert. „Wir hoffen, dass sich viele unserer Gäste daran beteiligen“, so Bruns.

Familie Ellmer hatte sich in der 2010 gegründeten Kleinen Bäckerei von Anfang an dem Backen ohne Fertigmischungen verschrieben. Zuerst war es ein echter Geheimtipp, in der Wiesenstraße seine Brötchen hinter dem Wohnhaus zu kaufen, spätestens jedoch seit 2012 ist aus dem Geheimnis ein fester Treffpunkt in der Feldstraße geworden. Sohn Marc Henry Ellmer ist dort fast immer anzutreffen und sagt: „Auch wir mussten nicht lange überlegen, denn hier im Nord-Osten der Stadt gibt es viele Gäste die sich über dieses Angebot sehr freuen werden weil sie wirklich mit kleinem Budget auskommen müssen. Auf der anderen Seite kennen wir aber auch viele Kunden, die sicher gerne in das Angebot einzahlen werden.“

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