Bad Oldesloe : Grünes Licht für Schul-Anbau

Stellten ihre Planung für den Anbau vor: Die Architekten Jürgen Möller und Rolf Seifert (v. l.)
1 von 3
Stellten ihre Planung für den Anbau vor: Die Architekten Jürgen Möller und Rolf Seifert (v. l.)

Politik genehmigt 5,1 Millionen Euro plus Zuschlag für eine Erweiterung der Kreisberufsschule.

von
08. März 2018, 06:00 Uhr

Vorher hatte es dicke Luft gegeben, am Ende räumten der Planungs- und der Schulausschuss ein strittiges Thema aber in großer Übereinstimmung ab. Die Kreisberufsschule in Bad Oldesloe erhält einen größeren Anbau als zunächst geplant, der Kostenrahmen von 5,1 Millionen Euro soll aber trotzdem eingehalten werden. Zumindest ist das der fromme Wunsch, denn alle Fraktionen verständigten sich darauf, einen noch nicht festgelegten Ansatz in die Haushaltsplanung 2019 zu stellen, um Mehrkosten bei der Ausschreibung auffangen zu können.

„Wenn wir bauen, dann so, wie es erforderlich ist“, so Bauausschussvorsitzender Wolfgang Gerstand (CDU). Genau die Frage, was erforderlich ist, hatte von Anfang an für Verdruss gesorgt. Das Bauamt hielt nur 16 Klassenräume für notwendig, der Schulausschuss wollte 18 oder mehr. Der Kompromiss lautete: 18 Klassen, wenn man sie für die 5,1 Millionen Euro bekommt, wobei der Kreis bei Ausschreibungen immer eine Reserve von zehn Prozent einkalkuliert.

Allerdings mussten Kreisbauamtsleiter Klaus Kucinski und die beauftragten Architekten feststellen, dass Klassenräume und Klassen nicht dasselbe sind. 59 Quadratmeter hatte der Kreis nach den Vorgaben angesetzt. Die Schule rechnet aber anders: Aufgrund von Differenzierung, Inklusion und Kleingruppen je Klasse „100 bis 120 qm pädagogisch nutzbare Fläche“ notwendig.

Um die Vorgaben und das pädagogische Schulkonzept zusammenzubringen, waren mehrere Gesprächsrunden und ein Workshop notwendig. Für die Architekten bedeutete das viele Stunden zusätzliche Arbeit, die nicht Teil des Auftrags waren, und auf die sie rein juristisch keinen Anspruch auf Bezahlung hätten.

Und vermeidbar wären diese Mehrkosten von 15 000 Euro wohl auch gewesen, „wenn besser vorgearbeitet und nicht so viele Dinge nachträglich gekommen wären“, so Gerstand. „Das hätte nicht anderthalb Jahre brauchen müssen“, wunderte sich Kreispräsident Hans-Werner Harmuth, warum das pädagogische Konzept nicht früher in die politischen Beratungen eingebracht wurde.

„Wir wissen alle, dass die Planung holprig war“, räume Landrat Henning Görtz ein, die Zusatzkosten seien „der Preis für diesen Prozess.“ Dessen Ergebnis am Ende immerhin auf große Zustimmung stieß. Mit der Schule verständigten sich Bauamt und Architekten auf rund 80 qm nutzbare Fläche, die man durch „Differenzierungszonen“ auf den Fluren schuf. Früher mussten Flure aus Brandschutzgründen Fluchtwege sein, und es durften dort nicht mal Abfallkörbe. Jetzt lassen die -Vorschriften in Einheiten solcher Größe auch andere Lösungen zu. Um mehr Platz zu schaffen, wurden in Absprache mit der Schule zudem vier Klassenräume auf 45 qm verkleinert.

Der Anbau entsteht in der Hügellandschaft westlich des Altbaus, mit dem er mit einer Brücke im ersten Obergeschoss verbunden wird. In Richtung Süden könnte er bei Bedarf verlängert werden, was weitere acht Klassenräume bedeuten würde. Die Ausschreibung soll vor Weihnachten erfolgen, so dass im Frühjahr 2019 mit dem Bau beginnen werden kann.

Seitens der Schulverwaltung und des Schulausschusses wurde in den Beschluss noch aufgenommen, dass möglichst optimale Sichtbedingungen geschaffen werden. Die Architekten haben für die Innenwände der der Klassenräume teilweise Glaswände vorgesehen, damit die Flächen auf den Fluren einsehbar sind. Allerdings sind Verglasungen wesentlich teurer als einfache Innenwände. Und ob eine hundertprozentige Sichtüberwachung überhaupt notwendig sein muss, steht auch nicht fest.

zur Startseite

Diskutieren Sie mit.

Leserkommentare anzeigen