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Bürgermeisterwahl in Bad Oldesloe : Grüne verzichten auf eigenen Kandidaten

vom
Aus der Redaktion des Stormarner Tageblatt

Maria Herrmann (SPD) gewinnt „Bürgermeisterwahl“ beim Neujahrsempfang

shz.de von
erstellt am 31.Jan.2016 | 12:34 Uhr

In gewohnt lockerer Atmosphäre veranstalteten die Oldesloer Grünen ihren Neujahrsempfang im Bürgerhaus. Neben einem Büfett, drei musikalischen Beiträgen von Maria Benedikta Panzer und einem launigen Jahresrückblick durch den Ortsvorsitzenden Hartmut Jokisch stand natürlich der Bürgermeisterwahlkampf im Mittelpunkt.

Bei einer kleinen Abstimmung durften die Anwesenden Gäste per grüner Kügelchen in ein Plexiglasrohr in einer extra aufgestellten Wahlkabine abstimmen, für wen sie votieren würden. Das Rennen machte in diesem Fall Maria Herrmann (SPD) vor einem namentlich nicht bekannten Grünen-Kandidaten. Jörg Feldmann (CDU) und Jörg Lembke (parteilos) platzierten sich dahinter, während der wohl noch weitestgehend zu unbekannte Sebastian Schulz den letzten Platz hinnehmen musste.

Doch besonders interessant war natürlich der mysteriöse Grünen-Kandidat. Würde er gleich zur Tür hereinkommen oder war er womöglich nur eine Nebelkerze? Beides konnte Jokisch mit „Nein“ beantworten. Der Kandidat existiere tatsächlich, beziehungsweise hätte existieren können. „Wir hatten einen Favoriten für das Bürgermeisteramt, den wir für sehr geeignet hielten, der also alles mitgebracht hätte“, sagte Jokisch. Der Bewerber hätte Erfahrung in der Kommunalpolitik und in Verwaltungsaufgaben gehabt und sei für die Landesregierung tätig. Doch er sei nicht bereit gewesen, als reiner Statistikkandidat ohne echten Chancen anzutreten. „Seine Bedingung war, dass er neben uns durch eine der größeren Parteien unterstützt wird. Daher habe ich sehr früh Kontakt zur SPD aufgenommen. Doch die waren dazu nicht bereit. Ich weiß nicht, ob sie da schon zu weit in ihren Planungen waren oder ob sie sich auf Maria Herrmann bereits sehr lange festgelegt haben“, so Jokisch. Nicht mal auf eine Wahlempfehlung für die SPD-Kandidatin wollte er sich einlassen. „Die Grünenwähler sollten intelligent genug sein, den Kandidaten oder die Kandidatin zu wählen, die am ehesten unsere Überzeugungen und Werte vertritt“, so Jokisch.

Er wolle das Thema allerdings auch nicht zu breit treten. Die Entscheidung sei gefallen und somit schicken die Grünen keinen eigenen Kandidaten ins Rennen.

In einem Sketch machten sich die Grünen dann über die nun aktuell vier Kandidaten lustig und vor allem darüber, dass drei von ihnen Polizisten sind. Mit Plakaten rund um Sicherheits- und Rechtsthemen zogen die geschauspielerten Bürgermeisteramtsanwärter in den Saal ein, während Karin Hoffmann die Rolle Maria Herrmanns übernahm, die sich leicht schnippisch mit ihren Konkurrenten anlegte. „Bei Maria werden sie geholfen“, versprach Hoffmanns Schild.

Dass die Grünen auch über sich selbst lachen können, bewiesen sie mit einem kurzen Film mit dem Titel „Autolos in Oldesloe“ bei dem sich über mögliche Probleme mit dem geplanten „Radhaus“ lustig gemacht wurde. Mal musste aus Kostengründen die Elektronik selbst gebastelt werden, dann liefert es bei der Rückgabe das falsche Rad aus und vor allem haben die Grünen die Planung nur für ihre „größte Lobby - den ADFC “ vorangetrieben.

Bereits im Jahresrückblick zu Beginn der Veranstaltung hatte Jokisch betont, dass das Thema Flüchtlinge das Jahr sehr bestimmt habe. Dazu passte auch die Vergabe des Preises „Grüne Tat“ an die 75-Jährige Rosemarie Alberico. Anfang der 2000er Jahre begann sie mit ihrem sozialen und ehrenamtlichen Engagement. Sie übernahm eine Sprachpatenschaft. Bald schon wurden es immer mehr und so half sie bisher 40 Flüchtlingen und Asylbewerbern bei Behördengängen, bei der Wohnungssuche oder sogar vor Gericht. Sie engagiert sich in der „Kleiderkiste“ von „Essen für alle“ und auch in einem Oldesloer Schrebergartenverein war sie mehrere Jahre federführend. „Ich kann nur jedem Oldesloer empfehlen sich näher mit den Menschen zu beschäftigen die zu uns kommen“, sagte Rosemarie Alberico.  

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