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Stormarner Tageblatt

17. Dezember 2017 | 20:55 Uhr

Grüne und Piraten jetzt mit dabei

vom

Fünf Parteien sind künftig in der Stadtvertretung/ SPD stärkste Fraktion/ Grüne überholen FDP

shz.de von
erstellt am 27.Mai.2013 | 03:59 Uhr

Glückstadt | Die Parteienlandschaft in Glückstadt wird bunter: Vertreter von fünf Parteien ziehen in die Stadtvertretung ein. Vor allem die Grünen und Piraten freuten sich. Sie sind mit vier und zwei Sitzen im Parlament aus dem Stand dabei. Beide Parteien waren vorher nicht in Glückstadt vertreten.

Die SPD ist mit acht Sitzen und 35,22 Prozent der Wählerstimmen die größte Fraktion, gefolgt von der CDU mit sieben Sitzen und 31,37 Prozent. Der Verlieren der Wahl ist die FDP. Sie hat ihren Erfolg von vor fünf Jahren mit damals fünf Sitzen und über 20 Prozent nicht wiederholen können, diesmal blieb es bei zwei Sitzen und 9,55 Prozent. Im Vergleich: Die Grünen bekamen 15,57 Prozent und die Piraten 8,29 Prozent. FDP-Ortsvorsitzender Stefan Goronczy macht für das Ergebnis der Liberalen vor allem den bundesweiten Trend verantwortlich. "Das haben wir gespürt", sagte er zu Gesprächen mit Bürgern im Vorwege.

SPD-Fraktionsvorsitzender Paul Roloff war zufrieden. Der 72-Jährige ist jetzt als Bürgervorsteher im Gespräch. Ob er vorgeschlagen wird, wird heute in einer Fraktionssitzung entschieden. Roloff glaubte gestern auf der Wahlparty im Ratskeller zu wissen, wo die Stadt auf Leinwänden die Ergebnisse bekanntgegeben hatte, was zum Erfolg der SPD geführt hat: "Wir haben die klare Ansage gemacht, dass wir gegen die Verlagerung der Fußballplätze in das Marineviertel sind." Er habe an den SPD-Ständen im Wahlkampf mehrfach gehört, dass die Bürger deshalb die SPD wählten wollten.

Glückliche Gesichter gab es bei den Grünen, die sich in den vergangenen Jahren intensiv in die Politik Glückstadts eingearbeitet haben. "Wir sind sehr erfreut, dass wir drittstärkste Partei geworden sind", sagte die Spitzenkandidatin und Sprecherin der Grünen Christine Berg während der Wahlparty. "Das ist das erste Mal, dass wir als Grüne in die Stadtvertretung einziehen." Wie sie sich angesichts des guten Ergebnisses fühlt, wusste sie gestern noch nicht zu beantworten. "Ich muss es erst einmal sacken lassen." Die Freude war eindeutig: Sie strahlte, wie die anderen Anwesenden ihrer Partei.

Auch Dr. Siegfried Hansen hatte ausgesprochen gute Laune. Er und viele weitere Piraten waren in den Ratskeller gekommen, um die Ergebnisse zu verfolgen. "Die Piraten haben gewonnen", freute er sich, war aber gleichzeitig auch bestürzt über die mangelnde Wahlbeteiligung. "Die Demokratie hat verloren." Es müsse wieder mehr für eine aktive Bürgerbeteiligung getan werden. "Die Bürger müssen sich aktiv an der Demokratie beteiligen."

Die Piratenpartei führten neben den Grünen den aktivsten Wahlkampf: "Das hat sich ausgezahlt." Er freue sich sehr, dass jetzt alle fünf Parteien im Parlament sind. "Ich arbeite mit allen vernünftig zusammen." Dr. Hansen hatte sich wie die Grünen auch intensiv in die Stadtpolitik eingearbeitet.

Die "erschreckende Wahlbeteiligung" war auch für CDU-Fraktionsvorsitzenden Krafft-Erik Rohleder das wichtigste Thema an diesem Abend. Und zum Abschneiden seiner Partei erklärte er: "Für die CDU ist es besser gelaufen als gedacht." Die CDU hätte zwar einen Sitz verloren, aber mit vier Direktmandaten besser abgeschnitten als 2008.

In einem waren sich Dr. Siegfried Hansen und Krafft-Erik Rohleder einig: Themen hätten bei dem Wahlkampf wohl eher eine untergeordnete Rolle gespielt.

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