Grüne Revolution am Schüberg

Nettes Plätzchen: Roger Rigorth vor seiner Kugel-Skulptur. Foto: joi
Nettes Plätzchen: Roger Rigorth vor seiner Kugel-Skulptur. Foto: joi

Geflochtene Kugel-Kunst des Schweizers Roger Rigorth bereichert Skulpturenpark / Vom Loki-Schmidt-Haus zum Kunsthaus

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04. August 2012, 09:34 Uhr

Ammersbek | Die "grüne Revolution" ist sieben Meter hoch und und hat einen Durchmesser von 1,80 Metern: Getragen von 15 massiven Eichenstämmen stehen seit Donnerstag drei aus Kokos geflochtene Kugeln beim Haus am Schüberg. "Green Revolution/schwebende Archive" heißt die Skulptur von Roger Rigorth. "Sie ist nach einer Reise nach Hause gekommen", so der Künstler: "Hier im Grünen kann die Arbeit richtig aufatmen."

Fast anderthalb Jahre stand die Skulptur vor dem Loki-Schmidt-Haus im Botanischen Garten in Hamburg. "Die Skulptur sollte zunächst drei Monate im Botanischen Garten bleiben. Als im Herbst die Projekte abgebaut wurden, wollten alle, dass das Kunstwerk von Roger Rigorth stehen bleibt. Das spricht für seine Arbeit", sagt Axel Richter, der künstlerische Leiter des Kunsthauses am Schüberg.

Auf seine Initiative kam die Skulptur nach Ammersbek. Dank Förderung und durch die Unterstützung der Gartenbaufirma Biotop und der Norddeutschen Apfeltage wurde sie in Hamburg ab- und in Ammersbek wieder aufgebaut. "Als Sammler habe ich mich anderthalb Jahre auf die Skulptur gefreut", so Axel Richter.

Fast hätte "Green Revolution/schwebende Archive" - der Name entstand mit der Arbeit - einen neuen Namen erhalten. "Noch am Donnerstagmorgen haben wir überlegt, es umzubenennen. Aber Roger hat sich dagegen entschieden", erklärt Axel Richter.

Roger Rigorths arbeitet aus dem Bauch heraus und "ich lerne selbst viel bei meiner Arbeit". Das Loki-Schmidt- Haus ist ein Archiv von Nutzpflanzen, so wurden die Kugeln auch zu einer Art Archiv. "Es gibt heutzutage so vieles, was wir nicht begreifen, was wir nicht sehen und nicht tasten können. Doch diese Substanz ist da. Diese Substanz sind die Kugeln. Sie verkörpern die Leichtigkeit und das Unantastbare. So bekam meine Arbeit einen Bezug zum Loki-Schmidt-Haus", erzählt Roger Rigorth.

Der geborene Schweizer ist gelernter Holzbildhauer und hat sich "didaktisch in die Kunstwelt vorgearbeitet". Von der klassischen kam er zur "ländlichen, natürlichen" Bildhauerei. Er arbeitet sehr häufig mit Holz, Geflechten und Gewebe. "Das ist der Gedanke der Nachhaltigkeit. Mein ökologisches Herz lacht. Ich setzte damit ein Ausrufezeichen für ein paar Jahre. Das Werk wird vielleicht zehn Jahre hier stehen. Danach ist es Zeit für neue Künstler."

Insgesamt "schweben" vier seiner Werke im Skulpturenpark am Schüberg. Mit Axel Richter arbeitet Roger Rigorth seit zehn Jahren zusammen. "Die Arbeit ist im Raum angekommen. Hier besteht keine Konkurrenz. Das Werk korres pondiert mit den Eichen und dem Innenhof. Es wirkt hier auch viel größer und kraftvoller als vor dem Loki- Schmidt-Haus", so Axel Richter.

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