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Stormarner Tageblatt

14. Dezember 2017 | 18:35 Uhr

Grüne: Eka von Kalben will nach Berlin

vom

24 Ja-, eine Nein-Stimme für Fraktionsvorsitzende der Landtagsfraktion: Vertreter aus drei Kreisen wählten Kandidatin für Bundestagswahl

shz.de von
erstellt am 07.Mai.2013 | 03:59 Uhr

Kreis Steinburg | Das Interesse der Mitglieder war mindestens so groß wie ihre Kampfeslust. Kein Stuhl blieb unbesetzt, als 30 Teilnehmer in den neuen Räumlichkeiten im "Grünen Treff" zusammen kamen. In der Itzehoer Innenstadt bestimmten die Steinburger Grünen ihre Direktkandidatin für den Wahlkreis 3 (Steinburg, Dithmarschen-Süd, Segeberg-West) bei der Bundestagswahl im Herbst. Die Fraktionsvorsitzende der Grünen Landtagsfraktion, Eka von Kalben, die für die Grünen Interessen im Wahlkreis 3 eintreten soll, ist seit 2010 Landes- und seit 2012 Fraktionsvorsitzende. Sie wohnt selbst im Kreis Pinneberg, so dass ihr die Kreise Dithmarschen, Segeberg und der Kreis Steinburg vertraut sind. Die 26 Wahlberechtigten wählten die Kandidatin Eka von Kalben mit 24 Ja-, einer Neinstimme und einer Enthaltung.

Ihre Motivation: "Wir brauchen geeignete Kandidaten gegen die Altherren-Witzler wie Kubicki", dem sie unter dem Motto "Schlag den Kubicki" entgegen treten möchte. Sie wolle sich dafür einsetzen, dass besonders der Westküste ein anderes Gewicht in Kiel gegeben wird, kündigte sie an. Nicht nur der demografische Wandel und das Atomthema sollten im Vordergrund stehen, sondern vor allem die Chancen, die das Land biete. Die Windenergie und der Ausbau des Tourismus müssten thematisch nach vorne rücken. "Wo kann man das besser darstellen, als hier an der Westküste?" Auch die Pflege und besonders die Schulen in ländlichen Gegenden müssten gesichert werden. "Gleichzeitig muss das aber finanzierbar sein." Im Rahmen einer Verkehrswende müsse der Nord-Ostsee-Kanal saniert und nicht kaputt gespart werden. "Viele fahren weite Strecken zur Arbeit, deshalb brauchen wir vernünftige Anbindungspunkte der Bahn. Ein Halt in Glückstadt muss bleiben!", forderte sie.

Überregional spielte die Gerechtigkeitsdebatte eine große Rolle. "75 Prozent der Deutschen seien der Meinung, es sollte Steuererhöhungen geben. Auch die Vermögensabgabe halten viele für sinnvoll." Aber: "Es sollte nicht der Mittelstand getroffen werden."

Zu Gast auch die bundespolitische Spitzenkandidatin auf dem Listenplatz 1, Luise Amtsberg (28) aus Kiel, die die Schleswig-Holsteinischen Grünen ab Herbst in Berlin vertreten will. Sie forderte, finanzielle Mittel einzusetzen, um Aufgaben wie Bildungseinrichtungen zu stärken. "Wir müssen uns auch um Menschen in der Pflege kümmern und sind mit unserem Modell weiter als alle anderen. Wir machen keine Politik für Altruisten."

Die Kommune werde oft losgelöst von Europa betrachtet, es gebe aber Skepsis gegen europapolitische Entscheidungen. "Das ist gefährlich. Für politische Entscheidungen vor Ort muss das europäische Parlament gegenüber den EU-Kommissaren gestärkt werden, damit von dort der Einfluss der Bürger direkter werden kann." Das erfordere starke Grüne.

Kreisgeschäftsführer Jürgen Ruge, der in diesem Jahr bereits seine sechste Bundestagswahl für die Steinburger Grünen vorbereitet, bleibt noch bis zum Ende der Kommunalwahl in seinem Amt und wird dann Leiter des Regionalbüros des Bundestagsabgeordneten Bernd Voß. Er stellte auch seine Nachfolgerin Elke Slotta aus Glückstadt kurz vor. "Ich halte es nicht für ausgeschlossen, dass wir eine grüne Direktkandidatin nach Berlin schicken", war er optimistisch.

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