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Sparmaßnahme : Großhansdorf bald ohne ein Schwimmbad?

vom
Aus der Redaktion des Stormarner Tageblatt

Lungen-Clinic will das jährliche Defizit nicht länger tragen und die Waldgemeinde auch nicht.

von
erstellt am 09.Apr.2014 | 12:00 Uhr

Es ist mit sieben Meter mal zwölf Meter nicht groß und mit 1,10 Meter auch nicht tief, aber es ist das einzige Schwimmbecken in Großhansdorf und gehört der Lungen-Clinic. Viele Jahre hatte das Krankenhaus die Schwimmhalle Vereinen und Volkshochschule für einen kleinen Obolus zur Verfügung gestellt. Mittlerweile wird das Bad für Therapien nicht mehr benötigt. Die Klinik will das jährliche Defizit von 100 000 Euro nicht mehr übernehmen.

Insgesamt beläuft sich das Defizit auf 120 000 Euro, wobei das meiste Geld für das Heizen aufgewendet werden muss. Hinzu kommt der Reparaturbedarf, der in den nächsten Jahren auf 50 000 Euro geschätzt wird. Die Gäste (2400 im Jahr) sind zu 95 Prozent keine Patienten. Die Volkshochschule bietet Schwimmkurse für Kinder und Wassergymnastik für Erwachsene an. Der Sportverein Großhansdorf hat sogar eine eigene Lungenabteilung.

Bürgermeister Janhinnerk Voß kann die Haltung der Klinik nachvollziehen, „auch wenn ich weiß, dass halb Großhansdorf dort schwimmen gelernt hat“. Er kann verstehen, dass viele der Meinung sind, die Waldgemeinde sei reich genug, um sich die Schwimmhalle leisten zu können. „Ich muss aber die Gesamtsituation im Blick haben“, sagt Voß, „ eine Reparatur würde man noch hinbekommen, aber das jährliche Defizit kann die Gemeinde nicht übernehmen. Das wären in zehn Jahren eine Million Euro – für eine Halle, die uns nicht gehört.“ Trotzdem wollte Voß nicht aufgeben, versuchte, andere Geldgeber zu finden. Das ist aber gescheitert. „Ich habe Stiftungen, Krankenkassen , Sportverbände und das Ministerium wegen einer Förderung angeschrieben. Aber ich habe entweder keine Antwort oder Absagen bekommen“, berichtete der Verwaltungschef am Montagabend im Sozialausschuss.

Und schlug den Politikern ein weiteres Modell vor: Höhere Nutzer-Gebühren und die Gründung eines Fördervereins, der sich ehrenamtlich um das Bad kümmert. 75 Euro je Stunde müsste man bei 1300 Stunden im Jahr für einen kostendeckenden Betrieb des Bades nutzen. Weil das niemand mehr zahlen würde, schlug Voß eine Kalkulation mit „hier üblichen“ 50 Euro je Stunde vor. Die Differenz müsste dann die Gemeinde tragen. Bis zu 30 000 Euro sollte die Politik bereitstellen, schlug Voß vor.

Seine Hoffnung: Dass ein Förderverein weitere Nutzer findet, so dass der Preis pro Stunden sinken kann. „Ich würde gerne eine Probejahr starten, um zu sehen, was man bewirken kann. Wir müssten aber bald loslegen, damit man mit Verhandlungen beginnen kann“, sagt der Bürgermeister. Die Fraktionen werden zunächst intern über den Vorschlag beraten. Am 1. Juni will die Klinik das Bad schließen. „Das ist unsere letzte Chance, aber man sollte es versuchen. Wenn ich zur Gründungs eines Fördervereins einlade und nutz zwei Leute kommen, hat sich das natürlich erledigt.“

 

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