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Klein Wesenberg : Großes Fest in Klein Wesenberg

vom
Aus der Redaktion des Stormarner Tageblatt

Die Dorfbewohner begehen nicht nur den 130. Geburtstag ihrer Kirche, sondern lassen auch die Gemeinschaft hochleben.

130 Jahre steht die schmucke Backsteinkirche auf der Anhöhe des idyllischen Örtchens an der Trave. Eigentlich feiere man ja die Zahl 125, aber das sei bei seinem Amtsantritt hier ein wenig untergegangen, erinnert sich Pastor Erhard Graf. Bei den Recherchen für sein Buch im Kirchenarchiv des Ortes stieß Kirchenvorstand Klaus-Rainer Martin auf das Jubiläumsdatum. Warum nicht einfach nachfeiern und gleich das ganze Dorf mit ins Boot holen?

Pastor Graf griff die Idee des rührigen Gemeindemitglieds gerne auf und lud die Gemeindevertretung, die Feuerwehr, den Kirchengemeinderat, den Schützenverein und interessierte Bürger bereits im Januar zu einer Vorbereitungssitzung ein. Alle Beteiligten zeigten sich begeistert, so dass die Planungen schnell in Angriff genommen werden konnten.

„Es soll ein gemeinsames Fest des gesamten Kirchspiels, nicht nur der Kirchengemeinde, werden“, betont Graf. Nach all den Streitereien in der letzten Zeit – der Pastor spielt auf die Querelen zwischen Gemeinde und Schützenverein an – solle ein neues Gemeinschaftsgefühl entstehen, das ganze Dorf an einem Strang ziehen und zusammen etwas auf die Beine stellen. Bis zum Termin am 14. Juni sollen dann auch die Arbeiten rund um die 1885 erbaute Kirche abgeschlossen sein. „Wenn alles gut läuft und uns das Wetter keinen Strich durch die Rechnung macht“, so der Pastor.

Die Hecke rund um die Kirche wird ein gutes Stück verpflanzt, so dass ein größerer Rasenbereich den freien Blick auf das historische Gebäude gewährleistet. Der Ursprungszustand mit einem freien Blick von weitem auf das stolze Gotteshaus auf der Anhöhe solle wieder hergestellt werden, erklärt Graf. Der Weg wird bis zum Kirchenportal neu gepflastert, die vor rund 30 Jahren installierten Lampen am Wegesrand werden versetzt. Auch die maroden Stufen der Hochzeitstreppe – laut Pastor Graf die einzige in ganz Schleswig-Holstein – werden im oberen Teil komplett ausgewechselt. Die Betonstufen des unteren Treppenteils werden saniert. Bei Bauarbeiten an der benachbarten Brücke waren bereits in den 1950er Jahren Risse an der 1912 erbauten Hochzeitstreppe entstanden.

„Wir freuen uns, wenn nach den Konfirmationen die Arbeiten beginnen, so dass Brautpaare wieder traditionell von vorn über die Treppe zum Traualtar schreiten können“, blickt Graf optimistisch in die Zukunft. Bis zum Kirchweihfest sollen auch die Stufen direkt vor der Kirchentür saniert und der Vorplatz mit einer wasserabweisenden Folie unterlegt werden. Pastor Graf wühlt zur Zeit im Kirchenarchiv, um alte Fotos, Zeichnungen und Schriftstücke für eine Ausstellung zu sichten.

Eine Kirchweih für die ganze Familie soll es nach dem Festgottesdienst werden mit Kinderprogramm, Theater, Grillspezialitäten der Jugendwehr, gemütlichem Kaffeetrinken und Geselligkeit. „Vielleicht schenken Sie eine Geburtstagstorte für unsere Kirche“, ruft der Pastor zur Mithilfe auf. Oder vielleicht ein wenig Zeit zum Mithelfen? Das größte Geschenk sei jedoch die Treue zur Klein Wesenberger Kirche: „Jetzt sind wir es, die mitgestalten und die es schaffen müssen, dieses Gotteshaus auch für unsere Kinder und Enkel als einen Kraftort zu erhalten.“ Denn an der 1882 durch einen Blitzschlag abgebrannten und 1885 wieder aufgebauten Kirche muss noch so einiges saniert werden.

„Wir hoffen weiter auf Unterstützung von Stiftungen, haben jedoch schon einige Absagen bekommen“, so Graf. Aus den Flammen konnten damals nur der alte Taufstein, das große Kruzifix, das Wappen und ein Opferstock gerettet werden. Leider sei in der „Bauwut“ der 1960er Jahre alles Historische aus der Kirche herausgerissen und diese so unfachmännisch saniert worden, dass noch heute die Folgeschäden sichtbar seien. Heizungs- und Feuchtigkeitsprobleme müssten dringend behoben, drei Kirchenfenster grunderneuert werden. Im Herbst, so hofft es der engagierte Pastor, kann dann die durch die Fielmann-Stiftung finanzierte Pflanzaktion durch den Bauverein starten. Er bedauert, dass die Kirche momentan aufgrund von fehlender Absicherung des Altars und des Turmzugangs keine „offene Kirche“ sein kann. Besichtigungen seien aber nach Absprache durchaus möglich.

 

 

 

> Mehr Wissenswertes zur Geschichte der Klein Wesenberger Kirche erhalten Interessierte im Internet auf der Homepage www.kirche-kleinwesenberg.de. Mithelfer und „Tortenbäcker“ melden sich bitte im Kirchenbüro unter der folgenden Telefonnummer: (04533) 1416.

 

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erstellt am 18.Apr.2015 | 08:00 Uhr

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