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Stormarner Tageblatt

20. August 2017 | 14:27 Uhr

Großer Erfolg mit kleinem Aufwand

vom

Kommune und Kirche richten erste Kindertagesstätte in Dägeling ein / Landrat spricht von guter Versorgungsquote mit Krippenplätzen

Dägeling | Überall im Kreisgebiet kehrt nach den Sommerferien wieder Leben in die Schulen zurück - und auch in den Kindertagesstätten herrscht wieder reger Betrieb. Erstmals eröffnete jetzt auch in Dägeling eine Betreuungseinrichtung. Damit tragen die Kommune und die Kirchengemeinde als Träger dem zunehmenden Bedarf und auch dem Rechtsanspruch auf eine Betreuung Rechnung. In Dägeling gelingt dies sogar mit einem vergleichsweise geringen Investitionsaufwand. Eingerichtet wurde hier eine altersgemischte Gruppe in den Räumen der bereits Anfang der 70er Jahre geschlossenen alten Schule in der Ortsmitte.

"Damit ist die Versorgung zumindest für die nächsten zwölf Monate sichergestellt", freut sich der auch für Dägeling zuständige Münsterdorfer Pastor Ralf Greßmann. Bislang waren die Kinder aus der Gemeinde im gemeinsam mit Breitenburg betriebenen Kindergarten "Samenkorn" im Nachbarort untergebracht worden. "Jetzt sind es schon so viele Kinder, dass wir Eltern hätten wegschicken müssen." Obwohl: Bürgermeister Claus Wilke freut sich über den Nachwuchs-Boom. So habe es beim Kinderfest mehr als 150 Anmeldungen gegeben - "und das bei 1000 Einwohnern". Zu verdanken ist dies unter anderem florierenden Neubauaktivitäten.

Aktuell sind in der Dägelinger Schule nun 14 Kinder untergebracht, die sich gestern auf einer großen Matte vergnügt um ihre Betreuerinnen Çlaudia Ploog und Dagmar Kropies scharten. Da bei altersgemischten Gruppen andere Höchstzahlen gelten, ist die Einrichtung damit auch fast schon wieder ausgebucht. Dass der Bedarf vorhanden ist, machten auch Eltern deutlich. Einige begleiteten ihre Sprösslinge am ersten Tag - und wollen nun wieder die Gelegenheit für berufliche Tätigkeiten nutzen. Die kleine Dorf-Kita hat in den Kernzeiten fünf Tage in der Woche von 8 bis 12 Uhr geöffnet. Bei Bedarf können die Zeiten auf 7.30 bis 12.30 Uhr ausgeweitet werden. "Bei vielen jungen Eltern ist ein solches Angebot existentiell wichtig", weiß Pastor Preßmann. Bislang hatte es in Dägeling lediglich einen - wenn auch regelmäßig geöffneten - Spielkreis gegeben, bei dem die Eltern aber selbst mit ran mussten.

Im Unterschied zu vielen anderen Standorten war der finanzielle Aufwand ausgesprochen bescheiden. Rund 5000 Euro seien investiert worden. Der Vorteil: Das Gebäude stand noch immer als Schule in den behördlichen Akten. So musste keine teure Nutzungsänderung beantragt werden. Ein Klemmschutz an den Türen, die Beseitigung kleiner Stolperfallen und ein zweiter Fluchtweg reichten. Dazu gab es noch ein bisschen frische Farbe. "Wir mussten ohnehin neu streichen", sagt Claus Wilke.

Pastor Ralf Greßmann ist mit dem Ergebnis hoch zufrieden. Sein Dank gilt neben den beiden Gemeinden Dägeling und Breitenburg sowie dem Kirchenkreis vor allem der Heimaufsicht, die das Projekt schnell und unbürokratisch abgesegnet hatte. Einziger Haken: Es gibt nur eine auf zwölf Monate befristete Betriebsgenehmigung. Erst einmal soll auch abgewartet werden, wie sich der Bedarf in den beiden Gemeinden entwickelt. Spannend findet Greßmann vor allem die Frage, welche Auswirkungen das geplante Neubaugebiet auf dem Gelände der ehemaligen Fritsch-Kaserne haben wird. Hier ist allerdings noch völlig offen, wann sich dort die ersten Familien ansiedeln werden. Notfalls, davon ist Bürgermeister Wilke überzeugt, könne man die Genehmigung für Dägeling sicher noch einmal verlängern.

Während Dägeling jetzt offenbar gut mit Betreuungsplätzen versorgt ist, bleibt die Lage im übrigen Kreisgebiet noch etwas unübersichtlich. Landrat Torsten Wendt sprach im Hauptausschuss des Kreistages jetzt von einer Versorgungsquote mit Krippenplätzen von knapp über 21 Prozent. Diese Zahl stamme allerdings aus dem Mai. "Wir sind noch dabei, Daten aus den Ämtern und Städten zusammenzutragen", so der Chef der Kreisverwaltung. Dennoch sprach er von einem "recht guten Wert". Fördergelder für weitere Ausbauvorhaben gebe es allerdings schon jetzt nicht mehr. "Die von Bund und Land bereitgestellten Mittel sind erschöpft." Neue Anträge kämen daher jetzt erst einmal auf eine Warteliste.

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erstellt am 06.Aug.2013 | 05:59 Uhr

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