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Stormarner Tageblatt

14. Dezember 2017 | 20:43 Uhr

Ahrensburg : Großer Andrang im Rathaus

vom
Aus der Redaktion des Stormarner Tageblatt

Der Tag des offenen Denkmals ist in Ahrensburg gut angenommen worden. Deutlich mehr Besucher als erwartet wurden durch das umstrittene Denkmal Rathaus geführt.

Ahrensburgs Rathaus als Denkmal – das ist eine Gedanke, an den sich viele Stormarner erst noch gewöhnen müssen. Und so war die Frage vor dem „Tag des offenen Denkmals“, wie viele Mitbürger tatsächlich vorbeikommen würden. Schon nach einer Stunde Öffnungszeit zeigte sich, dass das Interesse sogar größer war, als erwartet. Viele Gruppen wurden durch die Räumlichkeiten geführt. Manche waren sogar aus Hamburg und Lübeck angereist, um sich mit der Architektur genauer auseinander zu setzen oder um zu sehen „wie schlimm diese Bausünde nun eigentlich wirklich ist“.

Einige fühlten sich von der Außenfassade auch weiterhin an eine „irgendwie sowjetische Baukunst“ erinnert, doch sie ließen sich auf die Führungen ein und gingen auf Entdeckungsreise durch den zwischen 1968 und 1970 nach Plänen des Ahrensburger Architekten Karl-Heinz Scheuermann (1921-2003) gebauten Verwaltungsbau.

So erfuhren die Besucher, auf dem Weg zum Amtszimmer des Bürgermeisters, dass jedes Stockwerk zur leichteren Orientierung eine eigene Türenfarbe erhielt. „Das Interesse scheint vorhanden und ich stoße vor allem auf Neugierde. Kritik habe ich zumindest hier nicht vernommen“, sagte Bürgermeister Michael Sarach. Er zeigte sein Amtszimmer persönlich. „Die Fensterfronten erzeugen helle Räumen. Das finde ich sehr angenehm. Außerdem hat das Zimmer eine angemessene Größe für die Arbeit. Nur der Kollege in Bad Oldesloe hat mehr Platz – aber der sitzt ja schließlich auch in der Kreisstadt. Der Schreibtisch musste ersetzt werden, der alte war durchgebrochen“, sagte er und lachte. Im Magistratszimmer gab es den in die Wand eingelassenen Bildschirm und Wandschränke mit Palisanderfurnier zu bestaunen. „Was ich an diesem Tag schätze, ist, dass wir hier zeigen können, dass hier hinter den Türen nicht alles voller Prunk ist, sondern funktional“, so Sarach weiter.

Manche Besucher zeigten sich erstaunt über die eher schlichte Ausstattung der Räumlichkeiten. Diese Eindrücke passen durchaus zu der vorhandenen Innenarchitektur, die sich vor allem an einer wirkungsvollen schwarz-weiß-Ästhetik orientiert und zum Teil noch im ursprünglichen Zustand vorhanden ist. Interessant fanden neugierig Fragende auch Fakten wie zum Beispiel das Fußböden-Konzept, das für das Foyer edlen Marmor, für den Bürgermeister Teppich und für die Räume der Beamten PVC-Beläge vorsieht. Auch manche Kritiker ließen sich offenbar von den Ausführungen überzeugen, als sie entdecken konnten, dass hinter manchen Aspekten, die auf den ersten Blick eher etwas zu schlicht wirken, tatsächlich ein architektonisches Konzept steckt. Am Rande wurde immer wieder diskutiert, ob das Gesehene nun schön sei und schützenswert. Doch wer will schon die Deutungshoheit über Schönheit für sich beanspruchen? Einzigartig, zu seiner Entstehungszeit hochmodern und bis ins Detail durchdacht ist das Rathaus definitiv. Das wurde in den gut besuchten Führungen klar.

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