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Stormarner Tageblatt

18. Oktober 2017 | 06:09 Uhr

Wer bietet mit? : Großensee steht zum Verkauf

vom
Aus der Redaktion des Stormarner Tageblatt

Als Wasserreservoir hat der See längst ausgedient. Die Stadt Hamburg als Eigentümerim hat keine Verwendung mehr für den See und will sich deshalb von dem Gewässer trennen.

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erstellt am 26.Aug.2014 | 06:00 Uhr

Wem gehört eigentlich ein See? Im Falle des Großensee wird das jetzt auf ziemlich unerwartete Art der breiten Öffentlichkeit bekannt: Der Großensee gehört Hamburg, und die Hansestadt will sich davon trennen.

„Der Großensee gehörte traditionell schon immer zu Wandsbek“, erklärt Daniel Stricker, Sprecher der Hamburger Finanzbehörde. Als Wandsbek 1937 als Folge der Umsetzung des Groß-Hamburg-Gesetzes in die Hansestadt eingemeindet wurde, fiel auch der See an den großen Stormarner Nachbarn. Daniel Stricker: „Früher war er Wasserreservoir. Aber so wird er schon seit 25 Jahren nicht mehr genutzt.“ Deshalb habe Hamburg für die etwa 0,73 Quadratkilometer auch keine Verwendung mehr. Weg damit, der Großensee soll verkauft werden. Das hängt die Stadt allerdings nicht an die große Glocke, sondern geht das ganze zielgerichtet an – im Rahmen eines „beschränkten Bieterverfahrens“. „Wir haben ganz gezielt potenzielle Interessenten angeschrieben, von denen wir uns vorstellen, dass sie ein Interesse haben könnten“, erläutert der Finanzsprecher das Vorgehen. Innerhalb der nächsten Wochen und Monate – auf die Ladungsfristen von Gremien, die zu beteiligen sind, werde selbstverständlich Rücksicht genommen – solle der Kauf abgewickelt werden. „Wir haben es nicht eilig“, so Stricker. Zur Preisvorstellung der Hanseaten schweigt der Sprecher der Finanzbehörde. Nur so viel verrät Daniel Stricker: „Wir bieten den Großensee bewusst nicht am freien Markt gegen Höchstgebot an.“ Das lässt auf Verhandlungsspielraum schließen.

Die Gemeinde Großensee gehört auf alle Fälle zu denen, die ein Gebot abgeben dürfen. Auch das Land Schleswig-Holstein. Ob der Kreis ebenfalls zum erlauchten Kreis gehört, wusste Daniel Stricker nicht. Bauamtsleiter Klaus Kucinski, in dessen Zuständigkeit Liegenschaften fallen, wusste davon nichts. „Bisher ist bei mir nichts eingegangen“, stellte er gestern auf Nachfrage klar. Großes Interesse des Kreises kann er sich nicht vorstellen „Was sollen wir damit? Wir kaufen keine Dinge, für die wir keine Verwendung haben“, so Kucinski.

Auch das Land zeigt keine Ambitionen, das Gewässer zu erwerben. Man habe sich am Bieterverfahren nicht beteiligt, teilt Nicola Kabel, Sprecherin des Umweltministeriums, lediglich mit.

Anders könnte das bei der Gemeinde aussehen. Bürgermeister Karsten Lindemann-Eggers spricht von einer Entscheidung, die für das Dorf „von weit reichender Bedeutung ist“. Schließlich betreibt die Gemeinde beispielsweise am Südufer die Badeanstalt. Deshalb lädt er für Donnerstag, 28. August, ab 19.30 Uhr zu einer Informationsveranstaltung ins Dörphus ein. Ein entsprechender Handzettel ging dieser Tage an alle Haushalte.

 

Großensee Überbleibsel der Eiszeit

Der Großensee ist ein glazialer Rinnensee aus der Weichsel-Eiszeit mit einer Fläche von 73 Hektar. Über seine Tiefe gibt es unterschiedliche Angaben. Laut Umweltministerium sind es 16,4 Meter, andere Literatur spricht von 21 Metern. Entsprechend variiert auch die mittlere Tiefe zwischen 9,3 und 12 Metern. Der Großensee hat einen Umfang von rund sechs Kilometern, kann aber nicht vollständig am Ufer umwandert werden, weil sich einige Bereiche in Privatbesitz befinden. Der Großensee ist der landesweit einzige Standort des artenschutzrechtlich geschützten Luronium natans (Froschkraut). Außerdem ist der Großensee seit Januar 2010 als FFH-Schutzgebiet von der EU anerkannt. Das Wasser gilt als kalk- und nährstoffarm mit guter bis sehr guter Qualität. Seit

Die Hamburger Sportangler Vereinigung hat den Großensee gepachtet. Der Verein verfügt über eine Hütte am See und zehn Boote an einer Steganlage. Die Angler loben den guten Hecht- und Barschbestand sowie die großen Karpfen.

Die Badestelle am Südstrand ist vor allem an warmen Sommertagen ein beliebtes Ausflugsziel, die Aufsicht führt dort die DLRG.

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