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Stormarner Tageblatt

19. Oktober 2017 | 09:30 Uhr

Großensee bietet für den Großensee

vom
Aus der Redaktion des Stormarner Tageblatt

Gemeindevertretung beschließt Vorkaufsrecht und muss bis zum 26. September ein Gebot abliefern / Hamburgerin will helfen

Die Gemeindevertreter beschlossen am Donnerstagabend einstimmig ein Vorkaufsrecht für den Großensee und die Insel und brachten den B-Plan 19 auf den Weg, der den jetzigen Nutzungszustand für die nächsten drei Jahre festschreibt. Hintergrund: Die Hansestadt Hamburg, Eigentümerin des Sees, will ihn verkaufen in einem eingeschränkten Bieterverfahren. (Wir berichteten). Neben der Gemeinde interessieren sich auch zwei private Käufer für den See. Als Mindestgebot erwartet Hamburg 1,115 Millionen Euro.

Bürgermeister Karsten Lindemann-Eggers erläuterte in der gut besuchten Gemeindevertretersitzung, dass sich für die Anlieger des Sees durch die Maßnahmen nichts ändere: „Der 50-Meter-Gewässerschutzstreifen darf auch jetzt schon nicht bebaut werden.“ Der B-Plan solle abschreckende Wirkung auf mögliche Käufer haben, die eventuell irgendwelche Bauten am See errichten wollten. Beim Vorkaufsrecht beschränkte man sich auf den See ohne Uferbereich, da die Gemeinde nur den See kaufen wolle und kein Interesse an einzelnen kleinen Grundstücken rundherum habe.

In der Einwohnerfragestunde erläuterte der Bürgermeister, dass der Hamburger Senat zu erkennen gegeben habe, dass man schon gerne an die Gemeinde Großensee verkaufen wolle. „Warum hat man dann nicht erstmal uns allein gefragt“, wundert sich Lindemann-Eggers. Zudem meldete sich die Hamburgerin Gudrun Thiel zu Wort. Sie ist passionierte Triathletin und schwimmt regelmäßig im See, solange bis die Temperatur unter 15 Grad fällt. „Ich kenne viele Hamburger, die weiter im See baden wollen und ihn gerne im Besitz der Gemeinde Großensee sehen würden. Ich rühre die Werbetrommel, um die Gemeinde zu unterstützen“, sagte sie. Im anschließenden Gespräch räumte sie ein, sofort „1000 Euro“ spenden zu wollen, wenn es die Sache weiter brächte. Eine in der früheren Einwohnerversammlung angedachte See-Genossenschaft ist aber vorerst kein Thema: „Das wäre rechtlich kompliziert, wenn alle Miteigentümer wären und mitentscheiden“, erklärte der Bürgermeister.

Welches Gebot die Gemeinde nun an Hamburg abgibt und welche Verhandlungsstrategie sie wählt, berieten die Politiker im nicht-öffentlichen Teil. Darüber wird es bis zur Vertragsunterzeichnung auch keine Auskünfte geben: „Damit würden wir die Verhandlungen schwächen und Mitbietern Einblicke gewähren“, so Lindemann-Eggers. Bis zum 26. September muss das Gebot den Hamburgern vorliegen, die eine Immobilienfirma mit der Vermarktung beauftragt haben.

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