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Bad Oldesloe : Große Ehren für einen kleinen Fluss

vom
Aus der Redaktion des Stormarner Tageblatt

Die 113 Kilometer lange Trave ist zur „Deutschen Flusslandschaft des Jahres“ erklärt worden. Das wurde jetzt feierlich zelebriert.

shz.de von
erstellt am 21.Mär.2016 | 12:57 Uhr

Singend schüttete Wolfram von Wurzach eine Flasche Argen-Wasser in den Zusammenfluss von Trave und Beste in Bad Oldesloe. Mit diesem symbolischen Akt übergab die Abordnung um Wurzach aus dem Allgäu des Staffelholz der „Flusslandschaft des Jahres“ an das „Trave-Team“. Seit 2014 war der Fluss „Argen“ Träger dieses Titels.

Zum ersten Mal kommt mit der Trave eine Flusslandschaft in Schleswig-Holstein zu diesen besonderen Ehren. Die Auszeichnung wird seit 1998 gemeinsam durch die Naturfreunde Deutschland und den Deutschen Angelfischerverband vergeben. Beide Verbände werben für den Schutz von Fließgewässern und die Umsetzung der EU-Wasserrahmenrichtlinie. Diese hat nicht nur die Verbesserung der Wasserqualität zum Ziel, sondern genauso die Struktur der Gewässer, ihren natürlichen Verlauf, die Durchgängigkeit der Fließgewässer und naturnahe Ufer als Ziel.

Dieter Neumann, Vorsitzender der Naturfreunde in Schleswig-Holstein, begrüßte rund 100 an dem Projekt interessierte Menschen aus dem gesamten Bundesgebiet zur Feierstunde im Stormarner Kreistag. „Wir wollen die guten Ansätze vor Ort weiter verfolgen, und Potenziale gemeinsam nutzen. Das gilt natürlich vor allem für den ökologischen Bereich, aber auch ökonomisch durch sanften, naturbelassenen Tourismus“, betonte Neumann. Es sei allerdings klar, dass so ein Projekt nicht nach zwei Jahren beendet sei, wenn eine andere deutsche Flusslandschaft den Titel erhalten werde.

„Auch wenn es nur ein kleines Teilstück der Trave ist, das durch Stormarn und Bad Oldesloe fließt, haben Sie trotzdem eine gute Wahl getroffen, die Feierstunde hier in unserer schönen Kreisstadt durchzuführen“, sagte Bad Oldesloes Bürgerworthalter Rainer Fehrmann. Eigentlich sei der Name des Flusses ja sehr unspektakulär. Schließlich stamme Trave aus dem indogermanischen und heiße einfach nur „Wasserlauf“, weiß der Bürgerworthalter. „Als ich darüber nachdachte, für was das Wort Trave stehen könnte, bin ich gemeinsam mit meiner Frau auf: traumhaft, ruhevoll, vielfältig und erholsam gekommen“, so Fehrmann. „Ich hoffe, dass es den Engagierten gelingt, die schwierige Balance zwischen Aufmerksamkeit für die Trave und der Verhinderung eines zu großen touristischen Auflaufs zu erhalten“, so Fehrmann weiter.

Einig waren sich alle Beteiligten darüber, dass die Wahl der Trave richtig war. „Fische benötigen Lebensräume in denen sie artgerecht leben könne. Dazu gehören Flüsse ohne Barrieren in denen sie wandern können“, sagte Dr. Christel Happach-Kasan, Präsidentin des Angelfischerverbands, über ein Ziel der nächsten Jahre.  

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