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Windkraft nein danke : Große Demo in Bargteheide

vom
Aus der Redaktion des Stormarner Tageblatt

Der geplante Bürgerwindpark erhitzt die Gemüter in der Stadt. Die Initiative Gegenwind hatte zur Demonstration aufgerufen, die Parteien gaben gemeinsam einen Flyer für den Windpark heraus.

Sie riefen Parolen und zogen in einem langen Zug durch die Innenstadt: Rund 500 Unterstützer der Initiative „Gegenwind“, die sich gegen den geplanten Bürgerwindpark am Glindfelder Weg engagieren, waren gekommen.

Es war die größte Demonstration seit Jahren in der Stadt. Die Zeiten, in denen in Bargteheide fast alles ohne offenen Streit über die Bühne ging, sind seit geraumer Zeit vorbei. Der Windpark erhitzt die Gemüter. Das war bei der Demo ständig spürbar. Während die Demonstranten mit ihren Bannern durch die Stadt zogen, wurden sie von einzelnen Passanten auch verhöhnt. „Schöne Plakate habt ihr da. So ein Blödsinn“ oder „Ach, wollt ihr lieber Atomkraft? Ihr seid nur peinlich“, waren nur einige der Kommentare, die von Befürwortern eines Bürgerwindparks zu hören waren.

Dabei sind die Demonstranten nicht gegen die Windkraft-Nutzung an sich. Sie wollen sogar regenerative Energien unterstützen. Nur eben in einem Rahmen, der ihre Lebensqualität nicht einschränkt und der „umweltverträglich“ ist.

Wünsche, die sich in den Forderungen nach einer Bürgerbefragung und eines „ordentlichen Umweltgutachtens“ niederschlagen. „Wir wollen Windkraft mit humanen Abständen zu den Wohnhäusern und Lebensräume, eine Umweltverträglichkeitsprüfung und eine Öffentlichkeitsbeteiligung, wie das Bundes-Immissionsschutzgesetz es vorsieht“, sagte Gerhard Artinger von der Initiative. Das alles sei in Bargteheide bisher nicht gegeben. „Windräder sind ein Eingriff in unsere Natur und unseren Lebensraum. Das kann nicht über unsere Köpfe hinweg entschieden werden“, so Artinger.

Die Gegenseite – in diesem Fall unter anderem die Fraktionen von SPD, CDU und Bündnis 90/Die Grünen – haben in einem Flugblatt gleichzeitig Werbung für den Bürgerwindpark betrieben.

Ein Umstand der zeigt, wie tief der Riss ist, der durch die Kleinstadt geht. Der Eindruck, dass die Demonstrierenden nicht ernst genommen werden, drängte sich einigen Teilnehmern auf.

„Wir haben das große Glück, dass die Eigentümer der ausgewiesenen Flächen einem echten Bürgerwindparkmodell ausdrücklich zugestimmt haben: Alle drei Anlagen sollen einer GmbH gehören, an der sich ausschließlich die Bürger finanziell ab 1000 Euro beteiligen können. Andernorts sahnen große Investoren alles ab“, hört man von der Pro-Seite. Die regionalen Handwerker die mit dem Bau und der Wartung beauftragt werden sollen, werden in diesem Flugblatt als positive Faktoren angeführt. Das heißt „regionale Wertschöpfung“.

All das sind Faktoren, die die Windkraftgegner gar nicht abstreiten oder bekämpfen wollen. Sie seien eigentlich die, die um das Gemeinwohl besorgt seien, so Artinger: „Wir wollen Gründlichkeit vor Eile, damit sowohl die Bürger vor gesundheitlichen Gefahren geschützt als auch die künftigen Anteilseigner vor finanziellem Schaden bewahrt werden.“ Seine Mitstreiterin Helga Dorer fühlte sich in ihrem Protest durch die Teilnehmerzahl bestätigt. „Wir sind sehr zufrieden mit der Resonanz“, sagte sie.


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erstellt am 27.Okt.2013 | 19:08 Uhr

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