Tagebau am Dorf : Grande bleibt wehrhaft

Grandes Bürgermeister Heinz Hoch.
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Grandes Bürgermeister Heinz Hoch.

Widerstand gegen Kiesabbau soll mit Einwohnerversammlung erneut belebt werden. 1100 Bedenken müssen abgearbeitet werden. In der kommenden Woche folgt in Trittau die dreitägige Erörterung mit Vertretern des Bergamts.

Andreas Olbertz. von
13. November 2013, 14:56 Uhr

Da ist ordentlich Sand im Getriebe – und Grandes Bürgermeister Heinz Hoch macht keinen Hehl daraus, dass er davon möglichst viel haben will. Das Thema Kiesabbau ist plötzlich wieder ganz oben auf der Tagesordnung. 1100 Einwendungen hat es gegen den Kiesabbau gegeben. Das Bergamt in Clausthal-Zellerfeld hat sie anonymisiert und mit Stellungnahmen versehen. Herausgekommen ist ein dickes, gebundenes Buch, das jetzt an alle Einwender verschickt wurde. In der kommenden Woche beginnt die Erörterung. „Da ist ein tiefgehender Eindruck entstanden: Die Sache ist gelaufen, da brauchen wir gar nicht hin“, kritisiert Bürgermeister Hoch die Aufmachung. „Nein! Es ist noch überhaupt nichts entschieden“, stellt er klar.

Heute Abend ab 19 Uhr lädt die Gemeinde deshalb zur Einwohnerversammlung ins Gerätehaus ein. Eine Woche später, am Mittwoch, 20. November, beginnt nämlich um 8.30 Uhr in der Trittauer Sporthalle der Erörterungstermin mit dem Bergamt. Heinz Hoch hofft, dass möglichst viele Einwender zu dem dreitägigen Termin in die Großenseer Straße kommen, um deutlich zu machen, dass der Widerstandswille in Grande ungebrochen ist.

„Mit dem Bergamt ist nicht gut Kirschenessen“, hat Hoch schon feststellen müssen. Die Erörterung liegt mitten in der Woche, da müssen viele Menschen arbeiten. Einen Zeitplan gebe es nicht. „Wenn man Pech hat, kommt man erst am nächsten Tag dran“, kritisiert Hoch. Den Bürgern werde es nicht leicht gemacht, ihr Recht wahrzunehmen. „Es ist alles nicht so einfach. Wir haben Stunden mit Anwälten verbracht und die Lage diskutiert“, erklärt Hoch. Die Erkenntnisse aus den Gesprächen will er bei der Einwohnerversammlung vorstellen: „Wir wehren uns nach allen Regeln und mit allem, was uns zur Verfügung steht.“

An verschiedenen Punkten des Verfahrens wollen die Grander ansetzen. Da ist beispielsweise die Eigentumsfrage. Es geht um eine Fläche von 80 Hektar auf der die Firma Koops Quarzsand abbauen will. Dem Unternehmen gehören aber nur gut 12 Hektar. Hoch war seinerzeit gesagt worden, dass zur Eröffnung des Genehmigungsverfahrens ein Nachweis über mindestens 50 Prozent der Flächen notwendig sei. „Mir ist nicht bekannt, dass irgendjemand verkaufen will“, so der Bürgermeister: „Im Gegenteil, die meisten drohen mit Klage.“

Dann ist da die Hydrologie. Von der Gemeinde eingeschaltete Experten kommen zu dem Ergebnis, dass starke Überschwemmungen drohen. Die Landesstraße 94 könnte 1,60 Meter unter Wasser stehen. Auch die Geschützte Bille sei in Gefahr. Der seltene Kaltwasserbach liege 15 Meter tiefer als die durch den Tagebau entstehenden Seen. Das warme Wasser aus den Teichen könnte in die Bille drücken. Das Ergebnis ist für Hoch klar „Die Bille würde zu einem Sommerwarmbach. Dann kippt alles um und Flora und Faune wären hin. Die Hydrogeologen streiten jetzt, ob da ein Stauer eingebaut werden muss.“

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