zur Navigation springen

Glinder Kindermord : Grablichter, Blumen und Bilder

vom
Aus der Redaktion des Stormarner Tageblatt

Die Menschen in Glinde trauern. Vor dem Haus, in dem ein Vater seine vier und sechs Jahren alten Kinder tötete, wurden Grablichter aufgestellt und Blumen niedergelegt. Kinder haben Bilder gemalt.

von
erstellt am 26.Jan.2014 | 11:34 Uhr

Klirrende Kälte herrscht im Wohngebiet am Kreuzkamp in Glinde. Nach dem heimtückischen Mord an zwei Kindern wirkt das Leben wie eingefroren. Außer dem Rauch, der aus den Schornsteinen dringt, regt sich fast nichts. Irgendwann kommt ein Spaziergänger mit seinem Hund vorbei und schüttelt den Kopf, als er an dem Haus vorbeigeht, in dem am Freitagmorgen ein Vater seine beiden kleinen Kinder getötet hat. „Es ist unbegreiflich, wie ein Mensch so etwas tun kann“, sagt der Mann. Dann ersticken Tränen seine Stimme und er geht weiter. Mehr kann und möchte er nicht sagen.

Am Nachmittag gibt es etwas mehr Bewegung in der kleinen Wohnsiedlung. Immer wieder kommen Menschen zum Haus, in dem die beiden vier und sechs Jahren alten Kinder getötet wurden und stellen Grablichter auf. Manche legen Blumen nieder, Kinder bringen Bilder oder einfach nur einen letzten Gruß auf einer Karte mit. Die Menschen trauern und halten im stillen Gebet inne.

Reden möchte aber niemand über die schreckliche Tat. Irgendwie sind alle hilflos, auch ohnmächtig vor Wut über das Geschehene. Niemand weiß, was sich hinter den zugezogenen Gardinen im Hause des Zahnarztes abgespielt hat. „Ist vielleicht auch gut so“, sagt schließlich ein älterer Mann. Man müsse gar nicht alles wissen, denn im Fernsehen würden einem ja genug schlimme Dinge vorgeführt. Er gehe davon aus, dass das Geschehene ohnehin seine Vorstellungskraft sprengen würde.

Die Menschen in der Wohnsiedlung und in der gesamten Stadt werden wohl noch lange an die beiden kleinen Kinder denken, die von dem 38-jährigen Zahnarzt ermordet wurden. Der Mann hatte selbst die Polizei verständigt und sich widerstandslos festnehmen lassen. Er ist in einer psychiatrischen Klinik untergebracht. Die Staatsanwaltschaft wirft ihm zweifachen Mord mit Heimtücke vor. Ob der Mann jemals wieder aus der Psychiatrie entlassen wird und ob ihm dann der Prozess gemacht werden kann, müssen Richter entscheiden.

zur Startseite

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Diskutieren Sie mit.

Leserkommentare anzeigen