Bad Oldesloe : GOK droht: zahlen oder einpacken

Freuen sich auf Sonntag: (v. li.) Tassilo von Bary, Patrick Reiher, Ina Weber, Jörn Basner, Ilona Rehme und Christian Sorgatz.  Foto: Olbertz
Freuen sich auf Sonntag: (v. li.) Tassilo von Bary, Patrick Reiher, Ina Weber, Jörn Basner, Ilona Rehme und Christian Sorgatz. Foto: Olbertz

Sicherheitsdienst soll Sondergebühr eintreiben

Avatar_shz von
11. Mai 2011, 07:22 Uhr

Bad Oldesloe | Schmarotzerzeiten sind vorbei, die Gemeinschaft Oldesloer Kaufleute (GOK) zieht für ihre verkaufsoffenen Sonntage jetzt neue Saiten auf. "Geld her oder abbauen", heißt es an diesem Sonntag erstmals. Betriebe, die nicht Mitglied in der GOK sind, dürfen keine Waren, Werbung oder Tische und Stühle in die Fußgängerzone stellen. Ein Sicherheitsdienst wird das für die GOK durchsetzen - oder eine Gebühr eintreiben.

"Warum sind wir eigentlich die wenigen, die immer alles bezahlen", erläutert Vorsitzende Ilona Rehme den Hintergrund. Immer weniger Geschäfte seien GOK-Mitglieder mittlerweile wohl bereits 70 bis 80 Prozent nicht mehr. Doch auch diese Unternehmen profitieren selbstverständlich vom Engagement der GOK. Werbung und Rahmenprogramm wollen schließlich bezahlt werden. "Wir würden gerne mehr machen, aber es ist keine Kohle da", bedauert die Buchhändlerin. Gleichzeitig sei in der Mitgliedschaft immer heftiger über die Trittbrettfahrer diskutiert worden.

Die Rechtslage ist eindeutig. Wer etwas in die Fußgängerzone stellen will, benötigt dafür eine Sondernutzungsgenehmigung von der Stadt. Die klammert ausdrücklich besondere Tage aus. An verkaufsoffenen Sonntagen hat die GOK die Sondernutzungsrechte für die komplette Innenstadt. Ilona Rehme kündigt an: "Wir werden dafür sorgen, dass für unser Sondernutzungsrecht bezahlt wird,− oder es nicht wahrgenommen wird." Rums - das ist eine Kriegserklärung. Dessen ist sich die GOK-Vorsitzende bewusst: "Das wird ein bisschen Ärger geben, aber da müssen wir durch." Die Geschäfte sind mittlerweile angeschrieben worden. Sie haben die Möglichkeit, die Nutzungsrechte zu erwerben, je nach Hausfront kosten sie zwischen 40 und 80 Euro. Das entspreche etwa zwei Dritteln des vierteljährlichen Mitgliedsbeitrags. Die Einnahmen werden in die Sonntage reinvestiert.

Wer nicht willig ist, wird die Mitarbeiter des Sicherheitsdienstes kennen lernen. Der Chrome Secure Service ist eigens dafür engagiert worden. "Das sind keine Jungs mit Glatze aus der Muckibude, sondern zertifizierte Fachkräfte. Die haben sich beim Hafen- und Treidlerfest bewährt", betont Ilona Rehme: "Die Alternative wäre gewesen, dass wir selber rum gehen - und das wäre die deutlich schlechtere Variante."

Das Thema Sicherheitsdienst wird vermutlich für reichlich Gesprächsstoff sorgen, aber eigentlich haben Stadt und GOK ganz andere Attraktionen für den Sonntag im Köcher. Auf dem Marktplatz ist ein Kunsthandwerker-Markt mit 30 Ausstellern geplant. Sie werden in sechs weißen Pagodenzelten ihre Waren anbieten. Rainer Hinz vom "Hotel Vaterland" hat das Areal kulinarisch im Griff: Er wird passend zur Jahreszeit Spargel mit Kartoffeln und Schinken servieren.

Auf der Hude werden drei historische Feuerwehrfahrzeuge stehen. Jumbo, Oma1 und Oma2 sollten eigentlich schon im September bestaunt werden können - ein Motorschaden machte damals einen Strich durch die Rechnung. Dieses Wochenende starten sie einen erneuten Anlauf, in die Kreisstadt zu kommen.

Da sich das Sanitätshaus am Ende der Hindenburgstraße ohnehin nicht öffnet, wird dort eine große Hüpfburg für Kinder aufgebaut.

zur Startseite

Diskutieren Sie mit.

Leserkommentare anzeigen