zur Navigation springen

Bargfeld-Stegen : Glühwein, Regen und Talente

vom
Aus der Redaktion des Stormarner Tageblatt

Das achte Bandfestival in Bargfeld-Stegen kämpft mit dem Wetter und setzt auf bewährte Stärken.

Rund 20 Solomusiker und Bands trafen am Wochenende in Bargfeld-Stegen auf 200 ehrenamtliche Helfer und hunderte neugierige Zuschauer. Das achte Bandfestival Bargfeld-Stegen war das erste, das die Organisatoren des Familientreffs aus dem Frühsommer in Richtung Herbst verschoben hatten. Dass der Terminwechsel kühles und regnerisches Wetter bringen würden, davon waren die Macher natürlich nicht ausgegangen.

„Ob wir uns mit dem Datum einen Gefallen getan haben, wird sich in der Endabrechnung zeigen. Selbstverständlich hätten wir uns gegen den einen oder anderen Gast mehr nicht gewehrt“, sagt Dirk Feuerer aus dem Orga-Kernteam, „andererseits muss man ehrlich sagen, dass wir mit Blick auf das Wetter mit der Resonanz noch sehr zufrieden sind.“

In Bargfeld-Stegen hat man auf die bewährten Stärken gesetzt. „Wir schrauben mittlerweile eher an Details und versuchen natürlich immer, Dinge noch zu optimieren“, sagt Helge Schacht. Zu den Stärken gehört auch die in der Region einmalige Verbindung eines Rock- und Popfestivals mit einer Art großem Dorffest. Das wird nicht nur durch das starke ehrenamtliche Engagement vieler Dorfbewohner gestärkt, sondern auch dadurch gestützt, dass man keinen Eintritt verlangt. „Würden wir das Gelände einzäunen und Geld nehmen, hätten wir ein ganz anderes Publikum und eine ganz andere Atmosphäre“, sagt Schacht.

Sehr erfreulich sei, dass man in Bargfeld lebende Flüchtlinge in die Aufbauarbeit und Durchführung integrieren konnte. „Das war super. Wir haben sie angesprochen und sie waren mit großem Eifer dabei – so kann Integration direkt gefördert werden, ein schönes Gefühl“, sagt Schacht. Dass die familiäre Stimmung eine große Besonderheit des Open Airs ist, bestätigten auch die Musiker, die aus den fast 100 Bewerbungen ausgesucht wurden. „Hier stehen wirklich die Bands im Mittelpunkt. Man fühlt sich sofort super aufgehoben. Es gibt zwar keine großen Gagen, aber darauf verzichtet man gerne, weil man hier so herzlich aufgenommen wird und das ganze Drumherum trotzdem professionell ist“, so Suzen Berlin, Sängerin von Suzen´s Garden, die zum zweiten Mal in Bargfeld waren.

Die Band aus Wolfsburg gehörte für viele Besucher zu den Höhepunkten des zweitägigen Events, bei dem dieses Mal nur wenig Gruppen aus der direkten Umgebung dabei waren. „Tatsächlich gehen die Bewerbungen aus Stormarn zurück. Es konzentriert sich momentan auf dieselben vier, fünf Bands die man dann über die Jahre immer wieder sieht und hört“, so Schacht. So kamen die meistens Gruppen aus dem norddeutschen Raum, denn allzu lange Anfahrtswege lohnen sich für die Bands nicht. „Sie ziehen dann hier leider nicht genug Fans an“, erläutert Feuerer.

Bei der Musikauswahl blieb man sich stilistisch relativ treu. Geboten wurde Mainstream-Rock-Pop, der eben für fast alle Generationen funktioniert. Durch diese Ausrichtung wirkten manche Auftritte aber auch autauschbar oder wie die Kopie einer Kopie. Ein Totalausfall war allerdings keine Band, und technisch-handwerklichen waren alle souverän. Das absolute Highlight musikalischer Natur waren die Soul- und Funkfreunde von „Mama pure“ aus Hamburg, die ihre Titel professionell, aber charmant und ungekünstelt auf die Bühne brachten – ein echter Glücksgriff der Bargfelder. Überzeugend war auch die sympathische musikalische Verneigung der „Linewalkers“ vor Johnny Cash. Bei den für das Bargfelder Festival typischen Fillacts begeisterten vor allem die junge Stormarner Singer-Songwriterin Mia Peters und der Wiemersdorfer Trötclub, der Rockklassiker im Blechbläser-Sound neu interpretiert.

Karte
zur Startseite

von
erstellt am 07.Sep.2015 | 06:15 Uhr

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Diskutieren Sie mit.

Leserkommentare anzeigen