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Stormarner Tageblatt

17. Dezember 2017 | 19:06 Uhr

Grönwohld : Glückwunsch Büttenwarder!

vom
Aus der Redaktion des Stormarner Tageblatt

Die NDR-Kultserie feiert 20. Geburtstag: Neue Folgen laufen im Weihnachtsprogramm.

von
erstellt am 07.Dez.2017 | 06:00 Uhr

Vor 20 Jahren, am 2. Weihnachtstag 1997, lief „Ufos über Büttenwarder“. Es war eigentlich nur als Einzelstück gedacht – aber der Auftakt für eine Serie, die NDR-Intendant Lutz Marmor im „Passage“-Kino als „filmisches Juwel für den Norden, seine Fans und für den Norddeutschen Rundfunk“ bezeichnete. In dem Kino in der Mönckebergstraße feierte der NDR den Geburtstag der Kult-Reihe mit den Büttenwarder-Darstellern rund um Adsche (Peter Heinrich Brix), Shorty (Axel Olsson), Kuno (Sven Walser) und Onkel Krischan (Hans Kahlert), den Regisseuren Guido Pieters und Miko Zeuschner sowie Autor Norbert Eberlein.

Jan Fedder (Kurt Brakelmann) war wegen Reha nicht dabei. Er hatte schon 1997 geahnt: „Das Ding wird Kult.“ Weil es „allen Beteiligten, besonders unserem Jan, Spaß gemacht hatte“, schrieb Autor Norbert Eberlein zwei weitere Geschichten. In den ersten sieben Jahren wurden acht Folgen gedreht. 13 Jahre später sind es 79 Folgen. „Das hab ich mir keine Sekunde vorstellen können. Und ich kann mir so allerhand vorstellen“, so Eberlein im Interview: 20 Jahre Büttenwarder.

Der unternehmungslustige und moralisch flexible Bauer Brakelmann mit dem Riecher für Nennwert „war mir schnell klar“, sagt Eberlein. Adsche fand sich erst noch. In der ersten Folge hatte er noch einen Trecker und war intellektuell eher gleichwertig. „Von dem weiteren Personal hatte ich ansonsten nur Shorty im Kopf“, sagt Eberlein. Von Anfang an dabei sind auch fünf Stammkomparsen, die in den meisten Dorfkrug-Szenen zu sehen sind. Der steht in Grönwohld.

In der kleinen Stormarner Gemeinde, in Granderheide und Umgebung werden die Folgen gedreht, die allein im Norden bis zu einer Million Zuschauern haben. Bundesweit kommt eine weitere Million hinzu. Damit ist Büttenwarder eines der erfolgreichsten TV-Formate im NDR. Kult wurde Büttenwarder durch seine Fans, und die „geben mir mit ihrer Begeisterung und Freude immer wieder frischen Schwung“, sagt Eberlein: „Wir lieben unsere Zuschauer. Sie dichten und malen, spielen unsere Titelmelodie nach, bauen Miniaturwelten und gestalten Karnevalsumzüge.“

Jährlich pilgern Tausende an die Drehorte, es gibt Busreisen und Radtouren. 2010 wurden als Bewerbung für einen Gastauftritt gut 330 Videos eingereicht. An der Abstimmung beteiligten sich über 40 000 Zuschauer. Legendär der Dreh für die Folge „Stau“, als hunderte Fans mit dem Auto nach Grönwohld kamen. Es gibt eine Homepage und einen Youtube-Kanal. Bei Facebook hat Büttenwarder 137 000 Freunde und bei Online-Streamnights chatten Fans aus Kambodscha, Kanada und China mit den Darstellern.

In Grönwohld selbst gibt es seit zweieinhalb Jahren den Verein zur Pflege und Bewahrung Büttenwarder Brauchtums, dessen Ziel ein Museum ist. Museumsreif ist die Serie deshalb nicht. „Büttenwarder ist ein Kurort der Seele und das soll es auch bleiben“, sagt der NDR-Intendant. Er habe noch viele Ideen, betonte Eberlein. In den verwandtschaftlichen Beziehungen steckten noch viele Geschichten und es soll mehr „Erodig“ geben: „Gerlinde wird in Büttenwarder auftauchen“, verspricht Eberlein.

Zwei der sechs neuen Folgen wurden im Kino vorab gezeigt und laufen zu Weihnachten im TV. „Nachruhm“ und „Im Dutt“. „Für mich eine der besten Folgen überhaupt und zeigt, wozu das Format auch nach so langer Produktionszeit in der Lage ist und wo es hingehen kann“, sagt Peter Heinrich Brix. Es ist eine Folge ohne Kurt Brakelmann und Regie hat nicht Guido Pieters sondern Miko Zeuschner geführt.

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