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Ahrensburg : Glocken der Schlosskirche bleiben auch Weihnachten stumm

vom
Aus der Redaktion des Stormarner Tageblatt

Holzgebälk im Turm ist akut einsturzgefährdet / Altarvorhang restauriert, Altartisch aus der Schlossküche.

„Stille Nacht, heilige Nacht“ – die Ahrensburger Schlosskirche bleibt an diesem Heiligen Abend besonders still. Das Läuten vor und nach den Weihnachtsgottesdiensten muss ausfallen – wegen akuter Einsturzgefahr des Glockengebälks. „Einige Balken sehen wirklich nicht gut aus“, sagt Pastorin Ursula Wegmann, „jede Schwingung durch die Bewegung der drei Glocken wäre jetzt richtig gefährlich“, ergänzt sie.

Vor allem der Pilzbefall hat das Holz morsch werden lassen, zudem ist unklar, wie fest – oder auch nicht – die Holzbalken im Mauerwerk des Turmes noch verankert sind. Das obere Drittel des Schlosskirchen-Turms ist ein weiteres Sorgenkind: Durch die Bewegungen des Glockenstuhls und die Schallwellen haben sich die Ziegelmauern nach außen gedrückt. „Im kommenden Jahr werden sich Fachleute die Schäden genauer ansehen“, befürchtet Ursula Wegmann nicht nur eineinhalb Jahre Bauzeit, sondern auch sechsstellige Sanierungskosten und hofft gleichzeitig auf Spenden und einen Erlös aus den Kollekten, „natürlich muss die Kirchengemeinde ihren Eigenanteil beitragen.“

Die Probleme am und im Kirchturm sind nicht gerade das, was sich die Pastorin zum Ende der Amtszeit des Beauftragten-Gremiums der Kirchengemeinde Ahrensburg vorgestellt hat. Am 15. Januar 2017 wird der neue aus 13 Mitgliedern bestehende ehrenamtlich tätige Kirchengemeinderat (insgesamt gehören 18 Mitglieder diesem Gremium an) feierlich eingeführt. „Ich denke, das Beauftragten-Gremium hat wieder Stabilität in die Kirchengemeinde Ahrensburg gebracht, der neue Kirchengemeinderat hat nun sechs Jahre Zeit, das weiter auszubauen“, sagt die Noch-Vorsitzende Ursula Wegmann. Man habe es geschafft, die Kirchengemeinde aus dem finanziellen Defizit zu holen – nicht zuletzt durch eine Teilvermietung des Hauses der Kirche am Langeneßweg – die Zusammenarbeit mit der Stadt steht auf gesunder Basis“, freut sich die Pastorin vor allem über die gute Resonanz des vor einem Jahr eröffneten Flüchtlingscafés am Kirchsaal Hagen. „das ist gelebte Gemeindearbeit.“

Eine nicht ganz so umfangreiche Restaurierung beginnt bereits Anfang Januar 2017: Dann wird der aus dem Jahr 1716 stammende Altarvorhang zu einer Hamburger Textilrestauratorin gebracht. Der aus Seidensamt gearbeitete dunkelrote Vorhang mit den eingearbeiteten Silberfäden muss dringend gesäubert und ausgebessert werden. Die Ecken des Vorhangs sind durchgescheuert, durch unsachgemäße Aufhängung hat sich der Stoff verzogen. Die Kosten der Restaurierung belaufen sich auf rund 21  000 Euro. Wenn der Vorhang abgenommen wird, zeigt sich eine kleine Überraschung. Der rustikale massive Eichentisch hat eine besondere Vergangenheit, „es ist ein alter Küchentisch aus dem Ahrensburger Schloss“, lächelt Ursula Wegmann.

>Hinweis: Die Gottesdienste sind von der Maßnahme nicht betroffen: Die Kirchenglocken schweigen zwar, aber die Weihnachtsgottesdienste finden natürlich statt. Heute, am 24. Dezember, gibt es um 14 Uhr, 15,30, 17, 18.30 und 23 Uhr Gottesdienste – abwechselnd gehalten von Pastorin Ursula Wegmann und Pastor Helgo Matthias Haak.





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