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Stormarner Tageblatt

23. August 2017 | 18:06 Uhr

Datenautobahn : Glasfaser für Bargteheide

vom
Aus der Redaktion des Stormarner Tageblatt

Die benötigte Quote von 45 Prozent ist noch lange nicht erreicht. Der amtierende Bürgermeister Claussen wirbt für den modernen Anschluss.

Beim schnellen Internet droht Bargteheide vom Umland abgehängt zu werden. In den Nachbardörfern sind die Glasfasernetze bereits fertiggestellt oder im Bau. Während sich in Jersbek 90 Prozent der Haushalte für einen Anschluss entschieden haben, dümpelt die Quote im Bargteheider Osten noch bei mageren 16 Prozent.

Das gilt auch fürs Bargteheider Gewerbegebiet. Von dort möchte die VS Media im Auftrag der Stadtwerke zunächst die Wohngebiete östlich der Bahn anschließen. Bandbreiten von echten 200 MBit im Download und auch mehr wären dann problemlos möglich. Im Upload stehen im ersten Schritt 100 MBit zur Verfügung. Keine andere Technologie ermöglicht solche Bandbreiten.

„Wir bauen ein Giga-Bit-Netz aus“, erklärt Bettina Mladenic vom Vertrieb der VS Media. Mit dieser Struktur kann eine entsprechende Bandbreite schon jetzt ermöglicht werden. „Für private Haushalte ist das noch nicht erforderlich, für große Betriebe aber schon“, sagt Joachim Teschke, der Geschäftsführer der Stadtwerke in Bargteheide. Teile der Innenstadt seien zwar relativ gut versorgt, aber in manchen Wohngebieten tröpfelten die Daten nur mit zwei Mbit. „Damit wird es schon schwer, ein Foto in guter Auflösung zu übertragen.“

Auch Hammoor ist bereits mit der Zukunftstechnik versorgt. Hier haben sich 62 Prozent der Haushalte entschieden. Im ersten Bauabschnitt in Delingsdorf wird der Ausbau noch in diesem Jahr beginnen, Klein Hansdorf und Timmerhorn sind als nächstes dran.

Notwendig ist eine Anschlussquote von 45 Prozent der Haushalte. Denn für die Erdarbeiten sind hohe Investitionen erforderlich, Subventionen gibt es nicht. Wer sich vor Baubeginn dafür entscheidet, spart die Kosten für einen Hausanschluss, der von der Straße auf einer Länge von bis zu 70 Meter bis ins Haus ebenso inklusive ist wie der Router. Wer sich erst nachträglich für einen Glasfaser-Anschluss entscheidet, muss 800 Euro bezahlen. Zusatzkosten durch noch bestehende Verträge fallen nicht an. Die VS Media übernimmt die fristgerechte Kündigung und schaltet den Anschluss erst danach frei.

Entschieden hat sich jetzt auch Bargteheides amtierender Bürgermeister Claus Christian Claussen. Er unterschrieb den Vertrag und will auch bei Nachbarn dafür werben. „Wir brauchen diese Infrastruktur für die Zukunft“, sagt er, „alle sollten sich darum bemühen, sie einbauen zu lassen.“

Die monatlichen Kosten sind marktgerecht. Sie reichen von 35,90 für Telefon- und TV-Anschluss bis zu 59,90 für das Komplettpaket mit TV, Internet und Telefon. Geboten wird hochauflösendes Fernsehen, sowohl analog wie digital. „Es kann noch gelingen, genügend Bürger zu motivieren“, hofft Teschke. Falls die Quote nicht erreicht und keine Glasfaserkabel verlegt werden sollten, treten auch die persönlichen Verträge nicht in Kraft. Bis zum 13. Juli ist noch Zeit. Dann entscheidet der Aufsichtsrat der Stadtwerke über das weitere Vorgehen. „Es würde mehrere Jahre dauern, bis sich eine solche Gelegenheit noch einmal ergibt“, warnt Teschke vor einem Scheitern.

Zustimmen müssen die Grundeigentümer, und das kann bei Mietwohnungen dauern. Deshalb könnte es noch eine „Gnadenfrist“ nach dem 13. Juli geben. „Wir haben die Hausverwaltungen angesprochen“, sagt Bettina Mladenic, „zurzeit gehen jetzt täglich etwa 20 Verträge bei uns ein. Das ist immer so, wenn das Fristende naht.“

Vertrags-Unterlagen sind online oder im Bürgerbüro des Rathauses erhältlich.
http://www.vereinigte-stadtwerke.de/media

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