Kita-Streik : GEW fordert ein konkretes Angebot statt schöner Worte

Das Rathaus war der Endpunkt des Demonstrationszuges mit etwa 150 Teilnehmern durch Großhansdorf.
Das Rathaus war der Endpunkt des Demonstrationszuges mit etwa 150 Teilnehmern durch Großhansdorf.

150 Erzieherinnen demonstrierten in Großhansdorf. Bürgermeister Janhinnerk Voss appellierte, den Streik zu beenden, forderte aber auch ein konkretes Angebot der Arbeitgeberseite.

shz.de von
28. Mai 2015, 18:29 Uhr

In Frankfurt/Main gingen sie gestern auf die Straße, in Hamburg, und auch in Großhansdorf demonstrierten die Beschäftigten aus dem Sozial- und Erziehungsdienst für eine höhere Eingruppierung und bessere Bezahlung. „Es ist höchste Zeit, die Berufe aufzuwerten – aber nicht nur mit schönen Worten“, forderte die stellvertretende GEW-Landesvorsitzende Astrid Henke die kommunalen Arbeitgeber auf, endlich ein konkretes Angebot vorzulegen.

Rund 150 Erzieherinnen und Erzieher aus Großhansdorf und umliegenden Gemeinden waren dem Streikaufruf der Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW) gefolgt. „Ich arbeite seit 22 Jahren in diesem Beruf, aber ich war noch nie für einen Streik auf der Straße“, sagte Ulrike Zoller und nannte ein Beispiel aus dem Alltag: „Eineinhalb Betreuer für 22 Kinder, das geht einfach nicht. Aber wegen der schlechten Bezahlung gibt es immer weniger, die sich für unseren Beruf interessieren.“ Das sieht auch Mareike Martens aus Hoisdorf so: „Erst die lange Ausbildung und dann wenig Verdienst.“ Sie hätte sie nichts dagegen, ab Anfang kommender Woche wieder zu arbeiten, „wenn es eine vernünftige Einigung gäbe.“

Auf ein Ende des Streiks wollen sich die wenigsten festlegen, natürlich wolle man nach drei Streikwochen lieber arbeiten – so stand es auf vielen Transparenten. “ Für Sylvia Schreitmüller aus der Kita Alter Postweg ist die Bezahlung ein Hauptkriterium. „Früher habe ich mit 30 Stunden Wochenarbeitszeit in einem anderen Beruf mehr verdient, als jetzt“, bringt die Erzieherin noch andere Argumente: „Wir müssen auf den kleinen kindgerechten Stühlen sitzen – das geht auf den Rücken. Und bei Erkältungswellen bekommen wir immer etwas ab.“

Großhansdorfs Bürgermeister Janhinnerk Voß forderte die Streikenden vor dem Rathaus auf, ihre Arbeit wieder aufzunehmen. „Das ist meine persönliche Bitte“, betonte Voß und appellierte an die Gewerkschaft, den Streik zu beenden. Gleichzeitig forderte er aber auch die kommunalen Arbeitgeber auf, ein Angebot vorzulegen, zumindest aber über einen Vorschlag zu diskutieren.

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