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Oldesloe macht Theater : Gestatten: Julius Schythe, Oldesloer Zeitungsverleger

vom
Aus der Redaktion des Stormarner Tageblatt

Alle Hauptrollen für die neue Inszenierung von Badomat sind besetzt, jetzt kann das Ensemble loslegen. Im Mai kommenden Jahres wird „1848 – Freiheit für Oldesloe“ im Kulturhof Premiere haben.

Das Ensemble steht, alle Rollen sind besetzt: Das neue Open-Air-Theaterstück „1848 – Freiheit für Oldesloe“ des Vereins „Bad Oldesloe macht Theater“ (Badomat) nimmt konkrete Formen an. Schließlich soll die Uraufführung des Stückes um den ersten Oldesloer Zeitungsverleger Julius Schythe bereits in acht Monaten uraufgeführt werden. Der Hamburger Autor und Regisseur Sven Lenz, aus dessen Feder das spannende und humorvolle Dialogbuch stammt, hat sein Team fest im Griff und bereits auf eine arbeitsreiche Zeit bis zur Premiere am 15. Mai 2015 eingeschworen.

Die Verteilung der Hauptrollen barg dann doch so manche Überraschung, denn es hatten sich viele versierte Spieler beworben, die bereits beim Bölck-Stück vor drei Jahren auf der Bühne standen und gerne wieder ganz vorne mit dabei sein wollten. Nach dreieinhalb Stunden Probe mit immer wieder neuer Rollenverteilung war dann aber klar: Harald Mähl wird den Zeitungsverleger Julius Schythe spielen. „Für Harry hatte ich eigentlich eine ganz andere Rolle im Kopf“, gesteht der Regisseur. Und auch der 67-Jährige, der von Anfang an bei Badomat aktiv ist, bisher aber nur kleinere Rollen übernahm, wollte ursprünglich den dänischen Gesandten Jonasson mimen. „Der Schythe kam mir eigentlich zu gewaltig vor. Das ist die erste Hauptrolle, die ich jetzt spiele“, so Harry Mähl nicht ohne Stolz. Ihm zur Seite als Gemahlin Jakobine Schythe steht Ines Lachs, die zusammen mit Mähl bereits ein Hochzeitspaar bei „Marke Bölck“ spielte. Insofern sind die beiden schon gut aufeinander eingespielt. „Na ja, ich habe einen ganz schön alten Gatten“, monierte die 46-Jährige, die bei einer historischen Stadtführung des Vereins auch schon mal in die Rolle einer Prostituierten schlüpfte. Der Altersunterschied von 20 Jahren werde in der Maske weggeschminkt. „Im Stück werden die beiden rund 15 Jahre jünger gemacht, das bekommen wir schon hin“, ist sich Sven Lenz sicher.

Um die begehrte Rolle der Susanna, die temperamentvolle und mutige Schwester von Julius Schythe, bewarben sich gleich sechs Frauen aus dem Ensemble. Bekommen hat sie mit Sabrina Ward eine Newcomerin, die erst seit einem Jahr in der Kreisstadt lebt. „Ich fand sie beim Vorlesen der Rolle am überzeugendsten“, erklärt Sven Lenz. „Ich wollte gerne Theater spielen und nette Menschen kennenlernen. So bin ich hier bei Badomat gelandet“, erzählt die Marketingmanagerin, die bei R.SH in Kiel arbeitet. Die Rolle der Susanna habe sie sich explizit ausgeguckt. „Das ist eine forsche Frau. Ich finde es interessant, wenn man sich auf der Bühne so richtig ausleben kann“, so die 33-Jährige. Verheiratet ist sie mit Bühnenehemann Heiko Vosgerau, der in die Rolle des Advokats Schmidt von Leda schlüpft und gerne seiner Frau das Reden überlässt. Dennoch sei Schmidt von Leda, den es wirklich gab und der im Oldesloe des 19. Jahrhunderts die Sparkasse leitete, eine schillernde Figur und ein Freiheitsheld der besonderen Art gewesen. „Er ist ein moralischer Tausendsassa, der im Schatten seiner Frau steht. Deshalb muss ich ziemlich oft non-verbal agieren“, sagt Heiko Vosgerau, der schon beim allerersten Badomat-Stück „Hagelstein“ vor zwölf Jahren eine Hauptrolle spielte.

Für Ulf Schwinum, der als Friedrich Bölck glänzte, war klar, dass er nicht wieder die Hauptrolle spielen würde. Das wäre zu „bölcklastig“ gewesen, meint Sven Lange. „Friedrich Bölck, das war ich selbst. Jetzt spiele ich zum ersten Mal eine Rolle mit fieser Note, nämlich den dänischen Kommissar und Intriganten Jonasson“, erzählt der 46-Jährige, der in Flensburg aufwuchs und deshalb Erfahrungen mit der dänischen Sprache hat. Das „scharfe S“ übt er gerade, das ist eine ganz besondere Herausforderung. Das „Küken“ im Team der erwachsenen Spieler ist die 21-jährige Vanessa Sacharow, die in die Rolle der schlauen Edwina Schneeden schlüpft. Die Grabauer Jurastudentin sei ein Naturtalent, lobt der Regisseur. Und als Bürgermeister von Colditz wird sich der versierte Laienspieler und ehemalige Sportredakteur des Tageblatts Manni Thomsen die Ehre geben. „Er ist der Papatyp, dem man abnimmt, dass er seine Stadt im Griff hat“, sagt Sven Lenz. Jetzt beginnt für das rund 60-köpfige Team die harte Zeit der Proben. „Schreiben ist das eine, aber es ist toll, wenn die Geschichte anfängt zu leben“, sagt Sven Lenz.



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