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Stormarner Tageblatt

15. Dezember 2017 | 05:52 Uhr

Gestatten: Familie Schythe gibt sich die Ehre

vom
Aus der Redaktion des Stormarner Tageblatt

Noch bevor es Fotografie gab, ließ die Familie des späteren Zeitungsverlegers Julius Schüthe ein Erinnerungsbild anfertigen

shz.de von
erstellt am 17.Jan.2014 | 16:55 Uhr

Ein Familienfoto vom Fotografen – das gab es 1817 noch nicht. Die Fotografie steckte selbst ein paar Jahre später noch nicht einmal in den Kinderschuhen. Man hätte sich bei einem Maler porträtieren lassen können, um eine bleibende Erinnerung an seine engste Verwandtschaft zu bekommen.

Scherenschnitte – oder auch Schattenrisse genannt – waren Ende des 18. und am Beginn des 19. Jahrhunderts, also zur Zeit des „Biedermeiers“, eine beliebte eine Kunstform. Silhouettenschneider Franz Liborius Schmitz war damals einer der nahmhaften Künstler dieser Darstellungsform. Hinzu kam, dass Schmitz (geboren 1762 in Bonn) ausgebildeter Buchdrucker war – genau dafür interessierte sich Vater Schythe (wir berichteten).

Der Künstler unternahm viele Reisen, unter anderem durch Skandinavien und Schleswig-Holstein. 1817 zu Gast in Oldesloe und so verwundert es nicht, dass die Familie Schythe es sich nicht nehmen ließ, mit Schmitz in Kontakt zu treten. Die Familie von Julius Schüthe, der spätere Verleger des „Oldesloer Wochenblatts“ – dem Vorläufer unserer heutigen Zeitung –, ließ sich schwarz auf weiß festhalten.

Das Familienportrait hat nur in einer Festschrift zum 75-jährigen Bestehen der Zeitung überstanden; das Original ist verschollen. Wobei die Werke von Schmitz selten sind: Gerade 25 sind in dänischen, etwa zehn in norwegischen Museen zu finden. In Deutschland sind bisher nur an zwei Orten – im Schloß Gottorf in Schleswig und im St. Annen-Museum in Lübeck – Silhouetten von Schmitz identifiziert worden.

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