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Stormarner Tageblatt

11. Dezember 2017 | 12:55 Uhr

Gespanntes Warten auf Habeck-Rede

vom
Aus der Redaktion des Stormarner Tageblatt

Kreisbauernverband morgen in der Stormarnhalle

von
erstellt am 12.Feb.2014 | 00:34 Uhr

Der Knickerlass aus dem Landwirtschaftsministerium hatte die Bauern im vergangenen Jahr auf die Palme gebracht. Das wird beim Kreisbauerntag am morgigen Donnerstag ein Thema sein, das sich Robert Habeck wird anhören müssen. Der Minister ist in diesem Jahr Hauptredner in der Stormarnhalle. Das Thema seiner Rede ist weit gefasst: „Naturschutz, Tierwohl, Weltmarkt – Bauern im Spannungsfeld“.

„Ich erwarte, dass er uns sagt, wie es mit der Agrarpolitik im Land weitergehen soll“, sagt Stormarns Bauernverbandsvorsitzender Hans-Joachim Wendt, der neben dem Knickerlass auch teure gesetzliche Auflagen beim Tierwohl und dem Bau von Viehställen ansprechen will.

Geprägt von bäuerlichen Familienbetrieben gibt es in Stormarn noch 500 landwirtschaftliche Betriebe im Haupt- und Nebenerwerb. Die Zahl der Tier-, insbesondere der Schweinehalter, hat in den letzten drei Jahren deutlich abgenommen. Verschärfte gesetzliche Auflagen beim Brandschutz und ständig zunehmende Anforderungen bei Gewässerschutz sowie politische Unsicherheiten führten dazu, dass immer mehr Betriebe aussteigen.

Carsten Hagemann bewirtschaftet mit seiner Ehefrau und einem Mitarbeiter einen 100 Hektar großen Betrieb mit 150 Milchkühen im Tangstedter Ortsteil Wulksfelde. Das Futter wird ausschließlich auf den eigenen Flächen in der Alsterniederung erzeugt, überwiegend auf Dauergrünland, 70 Prozent sind gepachtet. Vor fünf Jahren hat Carsten Hagemann einen Anbau fertiggestellt. Die Auflagen wie die geplante Pflicht zur Nachrüstung von Abluftfiltern würden mehr als halb so viele kosten wie der gesamte Anbau vor fünf Jahren.

„Das trifft gerade Familienbetriebe, die sich häufig nur in der Tierhaltung erweitern können, um ein ausreichendes Einkommen zu erwirtschaften. So trägt die Politik der Landesregierung durch fehlende Planungssicherheit und verteuerte Produktion zum Strukturwandel in Landwirtschaft bei“, so Wendt bei einem gemeinsamen Besuch mit Kreispräsident Hans-Werner Harmuth in dem Tangstedter Milchviehbetrieb.

Sowohl eine Nachrüstpflicht wie auch der bereits geänderte Knickerlass stießen bei Harmuth auf wenig Verständnis. „Fachlich nicht zu begründen und in der Praxis kaum umsetzbar“ lautet das Urteil des Bauernverbands. Auch träfen die Vorschriften weniger die großen, sondern vor allem bäuerliche Betriebe, die in über kleinere Flächen mit vielen Knicks hätten. Kreispräsident Hans-Werner Harmuth sicherte den Landwirten seine Unterstützung zu, insbesondere in den Bereichen, die der Kreis in eigener Verantwortung regeln könne. Und der neue Kreispräsident ist gespannt auf seinen ersten Kreisbauerntag und Habecks Rede.

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