zur Navigation springen
Stormarner Tageblatt

24. November 2017 | 14:19 Uhr

Ahrensburg : Geschichte hinter der Tapetentür

vom
Aus der Redaktion des Stormarner Tageblatt

Das Historienkabinett ermöglicht Einblicke in das Alltagsleben des Ahrensburger Schlosses – eine kleine, aber feine Dauerausstellung.

Die Geschichte des Ahrensburger Schlosses und die seiner gräflichen Besitzer ist hinlänglich bekannt. Aber: Wie gestaltete sich vor 200 oder 300 Jahren der Alltag im Schloss? Woher kam das Badewasser, wie schwer hatten es die Dienstboten und wie viel verdiente eigentlich ein Koch? Die Antworten gibt es seit gestern – hinter einer Tapetentür des Emkendorfsaales.

Hinter dieser Tür befindet sich die wohl kleinste Ausstellung des Landes Schleswig-Holstein – auf 16 Quadratmeter gibt es – so der Titel – alles „Aus dem Leben eines Schlosses“. Recherchiert, zusammengetragen und gestaltet haben dieses sehenswerte Historienkabinett Luise Wolff, Sonja Vogt, Eva Stankowski sowie Bernd Reher vom Historischen Arbeitskreis und die Leiterin des Stadtarchivs, Dr. Angela Behrens – eine Arbeit von rund zwei Jahren.

„Auch für uns waren viele Ergebnisse der Spurensuche neu“, sagte die Geschäftsführerin der Stiftung Schloss Ahrensburg, Dr. Tatjana Ceynowa. „Besucher können jetzt an einer Zeitenschiene alle 19 Besitzer des Schlosses erfahren, wann sie gelebt haben und wie die familiären Zusammenhänge waren.“ Auf drei iPods gibt es neben historischen Zeichnungen und Aufnahmen zahlreiche Details zum Schloss, natürlich auch kleine Szenen aus dem Wallace-Krimi „Der grüne Bogenschütze“, der Anfang der 1960er Jahre in Ahrensburg gedreht wurde. Ganz besonders freut sich die Geschäftsführerin über die jetzt erstmals in der Öffentlichkeit gezeigten Schwarz-Weiß-Fotos der Grafenfamilie und der Bediensteten, zum Teil aufgenommen mit einer Plattenkamera.

Fündig wurden die Macher der Ausstellung nicht nur im Stadtarchiv, sondern auch im Landesarchiv Schleswig. Ans Tageslicht kamen zum Beispiel alte Rechnungen über Weinlieferungen oder das extra aus Hamburg herbeigeschaffte Tafelwasser. Ergänzt werden die Exponate von aufgeschriebenen Interviews früherer Zeitzeugen und Ahrensburgern, die einst für die Grafenfamilie gearbeitet haben. Herausgefunden hat man auch, dass es seit 1850 ein Plumpsklo im Schloss gab, erst 1940 eine Wasserspülung. Zu den Kuriositäten zählt eine Immobilienanzeige aus dem Jahr 1759. Darin steht „Schloss mit Küche zu verkaufen“ – früher befanden sich Küchen oder andere Wirtschaftsräume oft außerhalb des eigentlichen Schlosses.

>Das Historienkabinett ist eine Dauerausstellung und das Schloss bis Oktober täglich, außer montags und freitags, von 11 bis 17 Uhr geöffnet. Infoanfrage unter Mail: info@schloss-ahrensburg.de.


zur Startseite

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Kommentare

Leserkommentare anzeigen