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Stormarner Tageblatt

18. Oktober 2017 | 10:07 Uhr

Geschenke, die zu Herzen gehen

vom
Aus der Redaktion des Stormarner Tageblatt

Stadtforum Ahrensburg: Rund 400 liebe voll verpackte Geschenke von Kunden spenden Kindern Weihnachtsfreude

shz.de von
erstellt am 17.Dez.2015 | 10:31 Uhr

Der kleine Bonsaibaum stach ein wenig raus aus der riesigen Menge der weihnachtlich verpackten Geschenke, die im „Hort am Schloss“ in Ahrensburg aufgereiht unter einem Tannenbaum lagen. „Ein Mädchen hat sich einen Bonsai gewünscht. Der wird jetzt natürlich besonders gepflegt, damit er auch bis Weihnachten noch so schön ist“, sagt Antje Karstens vom Ahrensburger Stadtforum: „Viele der Schenkenden sind sehr bemüht, auch etwas ungewöhnliche Wünsche zu erfüllen. Und da ist der Bonsai noch nicht einmal sehr außergewöhnlich.“

Die fast 400 Geschenke waren von Kunden einer ganzen Reihe Stadtforums-Unternehmen besorgt und in den Geschäften eingepackt worden. Was sie kaufen sollten, hatten sie dank der Wunschzettel erfahren, die im Vorwege von Ahrensburger Kindern geschrieben und gemalt werden durften, deren Eltern sich keine oder nur sehr kleine Weihnachtsgeschenke leisten können. Der finanzielle Gesamtwert des Geschenkes sollte dabei 20 Euro nicht überschreiten.

Ausgewählt wurden die Kinder und Jugendlichen durch die Einrichtungen der Arbeiterwohlfahrt in Ahrensburg in ihren Einrichtungen. Dieses Mal waren außerdem auch Flüchtlingskinder, die in der Schlossstadt leben, unter den Wunschzettelschreibern. „Wir kooperieren mit dem Freundeskreis für Flüchtlinge hier bei uns in der Stadt. Und das finde ich auch sehr schön, weil es einfach ein gutes Zeichen ist“, sagt Karstens. „Warum sollten Flüchtlingskinder leer ausgehen?“ Alle Wunschzettel wurden anonymisiert und in den teilnehmenden Geschäften ausgelegt, wo wiederum Kunden für die Erfüllung sorgten. Jeder Zettel wurde anschließend mit einer Nummer versehen, so dass am Ende das passende verpackte Geschenk auch wieder einem Wunsch und somit einer Awo- oder Flüchtlingseinrichtung zugeordnet werden kann. „Die Wünsche sagen manches Mal eine ganze Menge. Sie sind nie überdimensionert. Natürlich ist Mal etwas dabei, was vielleicht teurer als 20 Euro sein könnte, auch wenn wir immer wieder auf diese Grenze hinweisen. Aber es gibt auch einzelne Wunscherfüller, die mal 50 Euro ausgeben“, so Karstens.

Die Wünsche erzählten vieles, so wird schnell deutlich, was manchen Kindern fehlt. „Da heißt es dann beispielsweise, dass man sich eine kleine Lampe wünscht, damit man abends auch noch im Zimmer lesen kann“, sagt Karstens nachdenklich. Andere Kinder wünschen sich Glitzerknete oder Buntstifte, die nur wenige Euro kosten. „Das muss man sich mal vergegenwärtigen. Das sind zum Teil kleine oder selbstverständliche Dinge, die fast allen Kindern einfach beim Einkauf in der Stadt nebenbei gekauft werden. Zumindest denkt man das. Doch nicht alle Ahrensburger Familien können sich das tatsächlich leisten“, so Antje Karstens.

Alle festlichen Päckchen wurden im „Hort am Schloss“ zusammengetragen, nochmal mit den Listen abgeglichen und an die entsprechenden Erzieher oder Betreuer ausgegeben, die nun die schöne Aufgabe der Bescherung vor sich haben. Die Verteilung geschieht gnaz unterschiedlich: Manche Erzieher fahren noch zu den einzelnen Familien nach Hause, andere bescheren gemeinsam.

„Das kann jede Einrichtung so halten, wie sie das möchte“, sagt Karstens. Sollten mal mehr Wunschzettel als Wunscherfüller zur Verfügung stehen, gleicht das Stadtforum diese Differenz aus. „Das waren dieses Mal drei Geschenke. Allgemein kann man aber sagen, dass wir mehr Spender hatten als Wunschzettel. Von einigen teilnehmenden Unternehmen haben wir die Rückmeldung, dass sie noch deutlich mehr Wunschzettel hätten ausgeben können. Bisher ist es so, dass die Zahl der Bedürftigen jedes Jahr steigt. Wir haben da also noch ein wenig Luft nach oben“, so Karstens. „Ich bedanke mich bei allen Ahrensburgern, die die Geschenke kaufen und natürlich bei allen ehrenamtlichen Helfern sowie den Unternehmen die mitmachen“, so Götz Westphal, Vorsitzender des Stadtforums.

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