Ahrensburg : Geschenk für Abonnenten

Der neue Vereinschef, Dennis S. Klimek, Pressesprecherin Nina Mai und Kassenwart Hans-Jochim Eggers stellten im Alfred-Rust-Saal das Programm 2018/19 vor.
Der neue Vereinschef, Dennis S. Klimek, Pressesprecherin Nina Mai und Kassenwart Hans-Jochim Eggers stellten im Alfred-Rust-Saal das Programm 2018/19 vor.

Niederdeutsche Bühne Ahrensburg spielt ein Stück mehr – bei gleichbleibendem Abo-Preis

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08. August 2018, 13:21 Uhr

30 neue Mitglieder, ein umfangreiches Spielzeit-Programm und eine neue Spielleitung – gut aufgestellt und doch nicht sorgenfrei geht die Niederdeutsche Bühne Ahrensburg, „Stormarner Speeldeel“, in die Saison. Der neue Vereinsvorsitzende, Dennis S. Klimek, Pressesprecherin Nina Mai und Kassenwart Hans-Jochim Eggers stellten im Alfred-Rust-Saal das Programm 2018/19 vor.

Eine der großen Veränderungen ist der Wechsel an der Vereinsspitze. Da Mai schwanger ist, gab sie unlängst den Vereinsvorsitz an den 40-jährigen Klimek ab. Der ist selbst erst seit einem Jahr im Verein, ist aber bereit, Verantwortung zu übernehmen. Zuvor war der selbstständige Vermögensberater bereits in anderen Vereinigungen aktiv, aus denen er sich aber zurückzog. „Er ist selbstbewusst, ist ehrgeizig und bringt sicher auch neue Ideen mit ein“, ist Nina Mai mit ihrem Nachfolger mehr als zufrieden. Klimek steht dabei auch stellvertretend für den großen Erfolg des Castings, das die Bühne 2017 durchführte.

Insgesamt 30 neue Mitglieder blieben nach dieser besonderen Aktion im Verein. „Daher wiederholen wir es jetzt auch erstmal nicht jährlich. Wir können gar nicht alle in unseren Stücken unterbringen, die gerne spielen wollen“, berichtet Mai über den großen Erfolg. Auch Klimek kam auf diesem Weg in den Verein, bekam sofort seine erste Rolle und kurz darauf ist er schon Vorsitzender. Doch trotz der nun 100 statt 70 Mitglieder gibt es noch einen Problembereich.

„Uns fehlen Kulissenbauer, Bühnenbildner, Menschen, die vor allem hinter den Kulissen mit auf- und abbauen, die die Kulissen entwerfen und herstellen“, beschreibt Nina Mai ein Problem, das es auch in vielen anderen Vereinen gibt. Daher könne man leider auch nicht so viel touren, wie man gerne würde. „Da haben wir uns für die neue Spielzeit nicht so viel beworben wie in der Vergangenheit“, erklärt auch Eggers, der sich nochmal überreden ließ, „unter gewissen Umständen und Zusagen“ die Kassenwartsposition auszuüben. Denn auch für diesen Bereich mangelte es an Interessenten.

„Was das Programm angeht, kann ich Abwechslung versprechen“, sagt Klimek. Und: Es gibt ein Stück mehr als in den Vorjahren. „Weil die Abo-Preise aber gleich bleiben, bekommen unsere Abonnenten somit ein Stück geschenkt“, erklärt Eggers. Die angesprochene Abwechslung ergibt sich aus einer besonderen Mischung.

Ein Experiment wage die Bühne schließlich zum Ende der Spielzeit mit „Junkie“ (Eigeninszenierung unter der Regie von Antje Körner, 16./17. Mai 2019). Die Geschichte rund um einen drogensüchtigen Jungen sei, „sehr hart“ und „krass“, wie Mai und Eggers berichten. „Es ist nicht unbedingt das, was unsere klassischen Abonnenten erwarten, aber wir probieren es aus, wollen damit auch an Schulen herantreten“, so Mai. Gerade in Zeiten sinkender Besucherzahlen müsse man sich einem jüngeren Publikum gegenüber offen zeigen. „Die Abozahlen sinken, die individuellen Besuche steigen. Aber wenn wir früher auf 160 Besucher im Schnitt kamen, sind es jetzt nur noch 146 – Tendenz sinkend“, rechnet Eggers vor. Wünschenswert wäre für die Niederdeutsche Bühne ganz allgemein, dass in Ahrensburg ein moderner Theatersaal mit rund 250 Plätzen geschaffen würde. Das würde die Attraktivität für Besucher nochmal deutlich erhöhen. Damit schließt sich die Bühne dem Wunsch anderer Veranstalter aus der Schlossstadt an, die das Fehlen eines solchen Saals schon öfter anmerkten.

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