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Stormarner Tageblatt

18. Dezember 2017 | 15:56 Uhr

Ahrensburger Bahntrasse : Gemeinsam gegen Lärm

vom
Aus der Redaktion des Stormarner Tageblatt

1007 Meter lange Lärmschutzwände an der Ahrensburger Bahnstrecke sind fertiggestellt. Kleiner Feierstunde mit Bundestagsabgeordneten am Bahnhof.

shz.de von
erstellt am 12.Dez.2013 | 06:00 Uhr

Als ein Zug durch den Ahrensburger Bahnhof donnerte, verstanden die Gäste der Feierstunde ihr eigenes Wort nicht mehr. Die zentrale Problematik, die ja auch Anlass ihres Treffens war, hätte nicht deutlicher unterstrichen werden können. Anlass der Feierstunde inklusive drei blauer Pavillons und einem „Baustellenimbiss“ – war die Fertigstellung zweier insgesamt 1007 Meter langen Schallschutzwände entlang der Bahntrasse in der Schlossstadt. 1,4 Millionen Euro hatte diese vom Bund finanzierte Maßnahme gekostet.

Mit dem Ergebnis zeigten sich die Offiziellen bei der symbolischen Endabnahme sehr zufrieden. „Die Wände sorgen dafür, dass nach den Kriterien der Förderrichtlinien zahlreiche direkt betroffene Wohnungen erheblich vom Lärm entlastet werden“, so Oliver Farber, stellvertretender Gesamtprojektleiter Lärmsanierung der Deutschen Bahn. Insgesamt stehen dafür jedes Jahr 100 Millionen Euro für ganz Deutschland zur Verfügung.

„Wenn es in diesem Tempo weitergeht, dauert es noch bis 2028, um den Lärm um die Hälfte zu reduzieren“, hatte der CDU-Bundestagsabgeordnete Norbert Brackmann, ausgerechnet, „daher wollen wir mit der großen Koalition nun 200 Millionen im Jahr investieren und schon bis 2020 echte Fortschritte erzielen.“ Die SPD-Bundestagsabgeordnete Nina Scheer (SPD) zeigte sich überzeugt vom Ahrensburger Vorgehen: „Dass man es hier im Dialog geschafft hat, Lösungen und Kompromisse zu schaffen, ist vorbildlich. Der Dialog ist zu solchen Themen immer wichtig. Man kann unterschiedlicher Meinung sein und kontrovers diskutieren, aber es ist entscheidend, im Gespräch zu bleiben, um die gemeinsamen Ziele zu erreichen.“

Ihre Bundestagskollegin Dr. Valerie Wilms von den Grünen freute sich ebenfalls über den Abschluss der Lärmschutzarbeiten in Ahrensburg und ermahnte die Politiker, die „schönen Worte“ auch mit Leben zu füllen. „Im Koalitionsvertrag stehen gute Dinge. Aber werden Sie sie auch so umsetzen? Sie als Super-Großkoalition haben es jetzt in der Hand“, schickte sie kleine Spitzen in Richtung CDU und SPD.

„Nach so viel großer Politik möchte ich das hier doch nochmal auf ein lokales Niveau holen“, sagte Ahrensburgs Bürgermeister Michael Sarach. Er hob die Bedeutung hervor, die Zuganbindung und Bahnhof schon immer für Ahrensburg gehabt habe. „Es ist nicht immer einfach, da alle Interessen unter einen Hut zu bringen“, sagte er. Man habe in Ahrensburg eine besondere Situation, weil die Schlossstadt „quasi in der Mitte von einer Bahntrasse durchschnitten wird“, so der Bürgermeister, der sich auch bei der Bürgerinitiative bedankte, „die zwar etwas spät antrat, die aber trotzdem noch 150 Meter Verlängerung der Lärmschutzmauer bewirken konnte.“ Die Diskussion rund um die Bahnstrecke und Lärmschutz werde in Ahrensburg sicherlich weitergehen. „Auf uns kommen einige Dinge zu, zum Beispiel das S 4-Projekt oder die Fehmarnbeltquerung. Es wird neue Debatten geben, uns stehen schwierige, anstrengende und sicherlich auch aufreibende Prozesse bevor. Aber wir werden uns ihnen im Sinne der Stadt stellen“, sagte Sarach.


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