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Aktion mit Brötchentüten : Gemeinsam gegen Gewalt

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Aus der Redaktion des Stormarner Tageblatt

Durch die kreisweite Aktionswoche soll die Hemmschwelle weiter sinken: Mehr von häuslicher Gewalt betroffene melden Frauen sich.

shz.de von
erstellt am 12.Nov.2014 | 12:06 Uhr

Steter Tropfen höhlt den Stein – und stete Prävention macht aufmerksam, rüttelt wach bei einem großen gesellschaftlichen Problem: Gewalt! Gegen Frauen, gegen Kinder, allgemein. „Das muss ein ganz selbstverständliches Thema werden“, betont Bargteheides Gleichstellungsbeauftragte Gabriele Abel, und immer weiter raus aus der Tabuzone. Die Fallzahlen seien in etwa stabil, sagt Vira Sprotte vom Verein Frauen helfen Frauen Stormarn. Immerhin sinke die Hemmschwelle, offenbarten sich mehr Frauen trotz der Scham und wagten den Schritt zu helfenden Institutionen. „Ein großer Teil sind Selbstmelder.“ Das sei gut so, das sei ein Erfolg, merkt sie weiter an: „Die öffentliche Akzeptanz nimmt zu“ – und soll auch in Zukunft voranschreiten.

Deshalb läuft das Projekt „Schaut hin! Gewalt kommt nicht in die Tüte“ nunmehr im 11. Jahr. Auf Brötchentüten steht unter anderem die Frauenhelpline. Schleswig-Holsteins Schirmherrin der Aktion ist die Gleichstellungsministerin Kristin Alheit. Dank tatkräftiger Unterstützung des Bäckerhandwerks wird landesweit mit rund 340 000 Brötchentüten auf den 25. November, dem Internationalen Tag gegen Gewalt an Frauen, aufmerksam gemacht.

In Stormarn sind zahlreiche Bäckereien dabei, speziell in Bargteheide – wie eh und je – die Bäckerei Kock. In Stormarn geht man allerdings noch einen Schritt weiter und hält zum 2. Mal eine ganze Aktionswoche gegen Gewalt ab. Denn Gewalt betreffe nicht nur Frauen. Sie betreffe alle, so Gabriele Abel. Die Aktionwoche sei eine gute Anlaufstelle, merkt Andrea Schulz vom Kinderhaus Blauer Elefant an, und ganz wichtig für Betroffene. Es sei halt leichter bei Aktionen wie auf dem Wochenmarkt in Bargteheide Kontakt aufzunehmen, als sich erst eine Beratungsstelle suchen zu müssen. Somit hoffen alle Mitwirkenden der Aktionswoche auf eine weiter sinkende Hemmschwelle.

Kreisweit finden zahlreiche Aktionen statt: von Ausstellung und Infoständen über Film, Theater und Sport bis hin zu Vorträgen und Workshops. Selbst das Kopernikus Gymnasium Bargteheide und die Johannes-Gutenberg-Schule bereiten das brisante Thema im Unterricht auf – und die Bargteheider Buchhandlung bereitet diesbezüglich ein Schaufenster vor. Je mehr mitmachen, umso besser. Denn Gewalt passt in keine Schublade. Sie zieht sich durch alle Schichten, betrifft alle Altersklassen und ist leider auf dem Land genauso daheim wie in der Stadt. Dem sich entgegenzustellen, haben sich viele Institutionen auf die Fahnen geschrieben: „Kühn, beherzt und unerschrocken!“ – wie das Motto der Aktionswoche vom 21. bis 30. November verdeutlicht.

 

 

Die Auftaktveranstaltung in Bargteheide findet am Freitag, 21. November, um 15 Uhr auf dem Wochenmarkt statt. Mit dabei ist neben Bürgermeister Henning Görtz wieder Amnesty International, Gruppe Stormarn, vertreten durch Gerd Nickelsen („SOS Europa – Menschenrechte kennen keine Grenzen“). VHS, Frauen helfen Frauen Stormarn, Polizei Bargteheide, Kinderschutzbund, DRK-Kita, Breaker-Crew, TSV, JAT und andere zeigen ebenfalls Flagge gegen Gewalt in jeglicher Form.

Das Programm und weitere Informationen erhalten Interessierte im Bürgerbüro der Stadtverwaltung und im Internet unter: www.bargteheide.de.

 

Weitere Plattform für Betroffene ist das netzwerk KIK, www.frauenhelfenfrauenstormarn.de.

Eine Broschüre „Nur Mut – Handlungsmöglichkeiten in Gewaltbeziehungen“ kann man sich herunterladen: www.schleswig-holstein.de/MSGFG

 

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