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Ahrensburger Schloss-Ensemble : Gemeinsam für die Schlossinsel

vom
Aus der Redaktion des Stormarner Tageblatt

Frischzellenkur: Neue Infrastruktur im Park und die erste Entschlammung des Grabens seit 50 Jahren geplant. Mit dem Leuchtturmprojekt soll der Schlosspark für Veranstalter attraktiver werden.

Passender könnte der Termin kaum sein: Die Stadt Ahrensburg feiert in diesem Jahr den 700. Geburtstag seit ihrer Gründung und pünktlich zu diesem besonderen Ereignis wird auch das berühmte Wahrzeichen der Stadt – das 1570 von Peter Rantzau erbaute Schloss - auf Vordermann gebracht.

Was im modernen Alltag als selbstverständlich erscheint, ist nämlich bisher rund um Schloss noch eine Problematik: geregelte Stromversorgung, Zu- und Abwasser-Leitungen, Beleuchtung im Schlosspark und alles was Veranstalter für Events rund um das Schloss dringend benötigen würden. „Bei Veranstaltungen sieht man es bisher ja immer, wie viele Leitungen verlegt werden müssen“, erklärt Tatjana Ceynowa, Geschäftsführerin der Schloss-Stiftung und Museumsleiterin. „Daher haben wir gemeinsam beschlossen, die Infrastruktur hier deutlich zu verbessern“, sagt Bürgermeister Michael Sarach.

Immer wieder betont Sarach in den Ausführungen rund um dieses Projekt, wie wichtig gerade die Gemeinsamkeit bei den anstehenden Aufgaben sei. Denn das Schloss gehe alle Ahrensburger etwas an. Es sei ein Alleinstellungsmerkmal oder wie es im positiv beschiedenen Förderantrag an die Aktivregion Alsterland heißt: ein Leuchtturmprojekt. „Das Schloss Ahrensburg und der historische Schlossgarten haben eine herausragende überregionale kulturelle Bedeutung. Sie sind eines der Wahrzeichen von Schleswig-Holstein“, wird in der Erklärung zu dem Antrag ausgeführt. Es gehe jetzt darum, diesen Ort weiter aufzuwerten. Ziel ist das ganze Ensemble aus Schloss, Park und weiteren zugehörigen Gebäuden in eine „grüne Museumsinsel“ zu verwandeln.

312 524 Euro sollen investiert werden, um diesem Ziel ein großes Stück näher zu kommen. „Nach dem Abschluss der der geplanten Arbeiten ist der gesamte Bereich noch attraktiver für Veranstaltungen“, ist sich Michael Sarach sicher. Von Mittelaltermärkten über Theater und Filmaufnahmen bis zu Konzerten könne das Spektrum reichen. „Allerdings soll das auch kein Halligalli und Remmidemmi werden. Es soll schon alles noch zum Schloss passen“, bremst Jörg Schumacher von der Sparkassen-Kulturstiftung falsche Erwartungen.

Die Maßnahmen werden
finanziert von der EU (144 000 Euro), der Kulturstiftung der Sparkasse (66 000), der Stadt Ahrensburg (640 000) und der Schlossstiftung (38 000 Euro). „Ich hoffe, dass die frisch restaurierte Museumsinsel dann auch nochmal mehr Investoren anlockt“, so Bürgermeister Sarach. „Alle werden sehen, dass hier etwas passiert“.

Zusätzlich werden in diesen Wochen das erste Mal seit 1964 Schlossgraben und -teich entschlammt. Eine Spezialfirma hat die Arbeiten bereits aufgenommen. Die Stadt finanziert diese Maßnahmen. Sie kosten 655 000 Euro. Der Teich wurden bereits auf mögliche noch verstecke Weltkriegsbomben untersucht. „Anomalien stellten sich aber nur als Schilder, Tresore oder Fahrräder heraus“, berichtet Sarach. Der Graben wird noch geprüft. Ziel der Aktion ist es, für einen besseren Durch- und Zufluss der Gewässer im Sinne des Gewässerpflegeverbands Ammersbek-Hunnau (GPV) zu sorgen. Zum Teil drohten einige Bereiche bereits zu Verlanden.

Manche Fische können unter anderem nicht mehr ungehindert im ökologisch-biologischen Sinn durch das Gewässer schwimmen. Der Wasserdurchfluss ist mangelhaft. Im Sommer stanken die Gewässer. Teilweise war der Wasserstand so niedrig, dass das Schloss Probleme mit der Wasserversorgung bekam, die durch eine Pumpe aus dem Graben durchgeführt wird. Die Entschlammung - die ungefähr fünf Wochen dauern soll – wird auch von archäologischen Experten begleitet, in der Hoffnung, eventuell noch wertvolle Fundstücke zu bergen. Der GPV hat sich derweil bereit erklärt, die Pflege des Schlossgrabens zu übernehmen.

 

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erstellt am 16.Jan.2014 | 00:31 Uhr

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