Gemeinsam an alte Erfolge anknüpfen

Hand in Hand für eine gemeinsame Motorsport-Zukunft: Holger Schwert (links) und Uwe Meins (rechts) besiegeln die Zusammenarbeit ihrer Vereine auf dem Travering - Europas kleinste Grand-Prix-Strecke.  Foto: Olbertz
Hand in Hand für eine gemeinsame Motorsport-Zukunft: Holger Schwert (links) und Uwe Meins (rechts) besiegeln die Zusammenarbeit ihrer Vereine auf dem Travering - Europas kleinste Grand-Prix-Strecke. Foto: Olbertz

Generations- und Richtungswechsel: Oldesloer Motorsportclubs AMC und MSC planen gemeinsame Zukunft auf dem Travering

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27. April 2012, 09:44 Uhr

Bad Oldesloe | "Wir sind schon zwei Vereine. Und wenn die Leute dann sagen: Ihr seid doch auf dem Travering, dann ist das Chaos perfekt." Daran will Uwe Meins etwas ändern. Der Vorsitzende des Motor-Sport-Clubs MSC (der aus formalen Gründen aus zwei Vereinen besteht) arbeitet an der Annäherung an den AMC - den Automobil- und Motorsportclub. Alle mit Sitz in Stormarn.

Der AMC ist der ältere Verein. Die Oldesloer Geschäftswelt war da damals Mitglied. "Die Jungen wollten aber selber was machen", blickt Uwe Meins zurück. So kam es zur Abspaltung des MSC. Rückblickend ein Fehler. "Wenn wir von Anfang an zusammen gearbeitet hätten, wären wir heute eine Macht im Motorsport", ist Meins überzeugt. Alleine werden es die Vereine zukünftig sehr schwer haben.

In den 70er Jahren war der AMC führend bei Rallyes. Die Mitglieder hielten dem Verein die Treue, aber Nachwuchs machte sich rar. "Wenn wir heute Stammtisch haben, sitzen da Mitglieder im Alter zwischen 65 und 80 Jahren. Mit denen kann man nicht mehr so große Bäume ausreißen", stellt der neue AMC-Vorsitzende Horst Schwert nüchtern fest. Dem Verein gehört zwar der Travering, Europas kleinste Grand-Prix-Strecke, aber die Immobilie ist auch eine Last. 7000 Euro müssen jeden Monat mindestens erwirtschaftet werden, um die Anlage erhalten zu können. Das schafft der Verein über Sicherheitsschulungen wie sein "Auto-Abitur", Trainingseinheiten von Landes- und Bundespolizei oder der Vermietung an Autohersteller. Die Hardware hat der Verein also, allein es fehlt der Nachwuchs.

Den wiederum hat der MSC seit einiger Zeit. Die großen Anstrengungen mit Renn-Karts tragen Früchte. Der MSC hat sogar ein Auto für den Jugend-Motorsport angeschafft - damit darf aber nicht auf dem Hako-Parkplatz trainiert werden. Dafür wäre der Travering ideal.

Was liegt also näher als eine Fusion oder Koopertion? Wäre da nicht die Tradition. So traurig der Tod des langjährigen AMC-Vorstands "Amadeus" Dörfler Ende vergangenen Jahres auch war - er eröffnete die Möglichkeit zu einem Generations- und Richtungswechsel. Die Mitglieder haben sie ergriffen. "Die Karten werden jetzt neu gemischt", sagt der neue AMC-Vorsitzende Horst Schwert. Uwe Meins und ein Vorstandskollege des MSC traten in den AMC ein und wurden auch gleich in dessen Vorstand gewählt. Ein deutlicher Hinweis darauf, wo die Reise hingeht. "Wenn wir nichts machen, sterben wir beide aus", befürchtet Meins. Gemeinsam könnte es ihnen gelingen, dem Motorsport in Oldesloe zu neuer Blüte zu verhelfen. "Früher kamen bis zu 5000 Zuschauer auf den Ring. Beim letzten Rennen 2004 hatten wir noch 400 und da waren wir schon ganz froh", so Meins. Die Strecke sei zwar klein, aber durchaus sehr anspruchsvoll. Beiden Vereinen zusammen könnte es gelingen, an die glorreichen Zeiten wieder anzuknüpfen.

Konkret wird in diesem Jahr allerdings kaum noch etwas Gemeinsames passieren - die Terminplanung war schon weitgehend abgeschlossen, da bleiben nur noch vereinzelte Zeitfenster für Trainingseinheiten auf dem Travering. Aber für ein gemeinsames Sommerfest im August reicht es noch.

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