Großhansdorf mit Finanzsorgen : Gemeindevertretung verabschiedet unausgeglichenen Haushalt

Bürgermeister Janhinnerk Voß.
Bürgermeister Janhinnerk Voß.

Die finanziellen Rahmenbedingungen sind schuld. Grundsteuern auf 350 Prozent Punkte erhöht

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29. Januar 2015, 15:17 Uhr

Zum zweiten Mal nach 2010 hat die Großhansdorfer Gemeindevertretung einen defizitären Haushalt beschlossen. Grund sind die finanziellen Rahmenbedingungen, die die Situation ab 2015 wesentlich verschlechtern. Bürgermeister Janhinnerk Voß: „Die finanziellen Einbußen durch die Reform des Finanzausgleichs, die Erhöhung der Kreisumlage sowie die steigenden Kinderbetreuungskosten sind immens.“

Die an das Land zu zahlende Gewerbesteuerumlage wurde mit 307  000 Euro angesetzt, die Kreisumlage beträgt 3,28 Millionen Euro und ist nach den Personalausgaben in Höhe von 3,87 Millionen die zweitgrößte Ausgabeposition. Die Einnahmen der Waldgemeinde kommen vor allem aus der Einkommenssteuer (5,68 Millionen), der Gewerbe- und Grundsteuer (2,67 Millionen) sowie Schlüsselzuweisungen und Zentralitätsmittel (1,01 Millionen). Der Verwaltungschef hatte vorgeschlagen, neben diversen Ausgabenreduzierungen die Grund- und Gewerbesteuer auf 380 Prozent zu erhöhen. „Niemandem fällt es leicht, die Belastungen an den Bürger durchzureichen und den Finanzbedarf durch Steuererhöhungen zu decken“, so Voß. Für 380 Prozent gab es aber keine Zustimmung in der Gemeindevertretung. Die Mehrheit votierte dafür, die Grundsteuern auf 350 Prozent zu erhöhen.

Das Defizit im Verwaltungshaushalt von knapp 14 Millionen beträgt 267  000 Euro. Der bundesweite Trend steigender Ausgaben für soziale Leistungen, während die Investitionen stagnieren oder rückläufig sind, zeigt sich Jahr für auch in Großhansdorf. Rund 5,9 Millionen gibt die Gemeinde für Soziale Sicherung, Schulen, Kinder, Jugend, Sport, Kultur und Gesundheit aus. Für Investitionen sind lediglich rund 850  000 Euro veranschlagt. Der Vermögenshaushalt beläuft sich auf 989  000 Euro. Die energetische Sanierung des Rathauses (100  000 Euro), Digitalfunk für die Feuerwehr (50  000 Euro), der Bau weiterer Asylunterkünfte (480  000 Euro) und ein neuer Kommunaltraktor (72    000 Euro) müssen über ein inneres Darlehen finanziert werden.

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