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Stormarner Tageblatt

16. Dezember 2017 | 06:37 Uhr

Gemeinde kontra Investoren

vom
Aus der Redaktion des Stormarner Tageblatt

Vorentwurf für Windpark verabschiedet / Lasbek hat Aussetzung der Bauvoranfragen erwirkt und Zeit gewonnen

shz.de von
erstellt am 08.Okt.2014 | 10:38 Uhr

Der Vorentwurf für die Erweiterung des Lasbeker Windparks steht. Unklar bleibt aber weiterhin, wie viele neue Anlagen dort gebaut werden können und ob sie 150 oder nur 100 Meter hoch sein dürfen. Die Gemeinde muss jetzt die Stellungnahmen der Behörden und Verbände abwarten, um zu sehen, ob sie mit ihren Planungswünschen durchkommt. Zu den bestehenden sechs Windrädern zwischen Barkhorst, Krummbek und Schmachthagen wollen zwei Investoren weitere sechs Anlagen bauen.

Fünf Anlagen des einen Investors sollen im Bereich zwischen Barkhorst und der Eichedeer Straße entstehen, eine Anlage des zweiten Investors bei Krummbek/ Schmachthagen. Sie liegen alle außerhalb des von der Gemeinde aufgestellten Bebauungsplans, aber innerhalb des im Regionalplan des Landes vorgesehenen Windkraftanlagen-Eignungsraum.

Damit die Investoren nicht einfach so bauen, wie sie es wollen, hat die Gemeinde beim LLUR (Landesamt für Landwirtschaft, Umwelt und ländliche Räume) eine Aussetzung der betreffenden Bauvoranfragen erwirkt, um Zeit zu haben, den Bereich zu überplanen. Diese Frist läuft allerdings bereits am 18. April 2015 ab. Sollte der Gemeinde diese Zeitspanne nicht ausreichen, so könnten die Kommunalpolitiker einen Aufstellungsbeschluss für einen B-Plan fassen und gleichzeitig für den Bereich eine Veränderungssperre verhängen.

Mit ihrer Planung will die Gemeinde erreichen, dass die von den Investoren vorgesehenen Standorte so nicht in Betracht kommen können. Zwei der Anlagenstandorte hatten nur einen Abstand von 600 Metern zur Wohnbebauung von Barkhorst. Lasbek will aber den vorgegebenen Mindestabstand von 800 Metern. Bei dem vom Lübecker Planungsbüro Stolzenberg vorgestellten Entwurf wurden diese beiden Anlagen im südlichen Bereich gestrichen. Ebenso wie die Anlage, die im nördlichen Bereich bei Krummbek/Schmachthagen entstehen sollte. Sie liegt im 3000-Meter-Schutzbereich eines Seeadlers, der seinen Horst bei Rethwisch hat. Ein weiteres geplantes Windrad liegt im Süden genau auf der Grenze des Eignungsraums und zudem noch zu dicht an einem Aufforstungsbereich und eines der vorhandenen Windräder.

Eigentlich bleiben nach dem jetzigen Stand der Dinge nur zwei Anlagen übrig, die neu gebaut werden könnten. Allerdings haben die Investoren noch die Möglichkeit, die Standorte zu verändern, so dass doch mehr Windräder entstehen könnten. Das hängt aber auch von der Gesamthöhe der Anlagen ab. Geplant sind 150 Meter hohe Windräder. Die brauchen zueinander einen größeren Abstand als die 100 Meter hohen Anlagen. Laut Denkmalschutzgutachten wird empfohlen, dass die Anlagen nur eine Gesamthöhe von 100 Metern bekommen sollten. Danach, und wegen der einheitlichen Sichweise möchte die Gemeinde in dem Vorentwurf, die Windräder auf 100 Meter begrenzen. Dann könnten aber bis zu vier Anlagen dort aufgestellt werden.

Verabschiedet wurden letztendlich zwei Entwürfe. Der mit den neuen 100 Meter hohen Anlagen und ein weiterer, der sich auf die Zukunft bezieht. Sollte bei einem Repowering in etwa zehn Jahren die alten Anlagen gegen neue Windräder getauscht werden, so könnten dort im Eignungsraum insgesamt acht 150 Meter hohe Windräder entstehen.

Diese Vorentwürfe des Flächennutzungsplans gehen jetzt an die zuständigen Behörden, Verbände und die Landesplanung. Diese haben für ihre Stellungnahmen vier Wochen Zeit. Dann soll das Thema erneut im Bauausschuss beraten werden und kurz darauf soll es eine Bürgerinformationsveranstaltung geben.



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