Ahrensburg : Geld für Touri-Brücke

Vorschlag für den Startpunkt.
Vorschlag für den Startpunkt.

Der Förderbescheid für den Neubau der Moorwanderbrücke liegt jetzt vor. Heute Abend sollen die Mitglieder des Umweltausschusses entscheiden.

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09. Mai 2018, 06:00 Uhr

457 000 Euro Zuschuss für den Neubau der Mooorwanderbrücke sind sicher. Gestern morgen kam der Förderbescheid im Rathaus an. „Gott sei Dank“, sagt Annette Kirchgeorg aus dem Umweltamt, „jetzt sind wir einen Schritt weiter.“ Im Umweltausschuss heute Abend (19.30 Uhr, Peter-Rantzau-Haus) und in der Stadtverordnetenversammlung am 28. Mai sollen die Politiker die letzten Mehrkosten für die Brücke freigeben.

Neben 10 000 Euro für die Baustellen-Einrichtung geht es um 24 000 Euro für touristische Aufwertungen. Das war Voraussetzung, um Fördermittel aus dem Efre-Fonds für regionale Entwicklung zu bekommen. Biologe Andreas Schmidt von „Natur Erleben“ Molfsee hat die Konzeptstudie „zur Optimierung der touristischen Erschließung und Inwertsetzung des Naturerbes Tunneltal mit Hilfe der geplanten Moorbrücke“ geschrieben.

Alfred Rust hat durch seine Ausgrabungen das Tunneltal als Siedlungsplatz altsteinzeitlicher Rentierjäger weltweit bekannt gemacht, für die heute der Begriff „Ahrensburger Kultur“ geläufig ist. „Die Moorbrücke schlägt dem Wortsinn entsprechend viele Brücken in die Kultur- und naturhistorische Geschichte unseres Landes und weit darüber hinaus“, schreibt Schmidt. Bislang erschließe sich diese Brückenfunktion aber nur Eingeweihten. Deshalb müsse man die Besucher „an die Hand nehmen.“

Für eine touristische Aufwertung bietet sich das Tunneltal auch an, weil man aus der Stadtatmosphäre nach wenigen Minuten Fußweg ab U-Bahnhof Ahrensburg-West in eine Bruchwaldwildnis eintauchen kann, die in Schleswig Holstein ihresgleichen suche: „Die Moorbrücke erschließt dem Gast ein Naturerlebnis in einer vom Menschen kaum beeinflussten naturnahen Sumpflandschaft, in der Kammmolch, Kranich und Kalla zu Hause sind.“

Mit Blick auf das Ahrensburger Schloss, den Alfred Rust Wanderweg und den Höltigbaum ergäben sich zudem Synergieeffekte für eine „optimierte natur- und kulturtouristische Nutzung.“ Gleich am Eingang soll nicht nur eine Schautafel, sondern auch ein Audiosystem nach dem Vorbild kanadischer Nationalparks die Gäste begrüßen und sie mit 90-sekündigen Texten auf eine „Entdeckungsreise durch die Zeit“ einstimmen.

Auch ein Rentierjäger könnte im Eingangsbereich stehen. Weitere Ideen sind Dreh- und Klapptafeln zu „Zeitphänomen“, „Guckies“, die einen anderen Blick in die Wirklichkeit – zum Beispiel auf eine einstige Burg Arnesvelde – ermöglichen oder ein abstrahierter Bohrkern in Form einer Zeitleiste am Geländer. Alle Inhalte sollen zudem kindgerecht durch eine Leitfigur moderiert werden. Touristisch vermarkten könnte man das beispielsweise als „Brücke in die Vergangenheit“.

Dazu gehört auch die um 1200 errichtete Burg Arnesvelde. Von der 2,5 Hektar großen Anlage sind noch die Erdwälle zu erkennen.

Mit dem Bau der neuen Moorbrücke kann aus naturschutzrechtlichen Gründen erst am 15. August begonnen werden. Und bis 1. März müssen die Arbeiten erledigt sein. „Das ist ambitioniert, aber ich bin zuversichtlich“, sagt Kirchgeorg.

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