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Stormarner Wochenschau : Geld allein ist auch keine Lösung

vom
Aus der Redaktion des Stormarner Tageblatt

Wenn Babyboomer in Rente gehen, Finanzen verschoben werden und Aufgaben sich ins Nichts verabschieden

von
erstellt am 16.Nov.2014 | 08:00 Uhr

Problemlöser

: Das Leben ist einfach zu schade, um es für Freizeit zu verschwenden. Man kann doch auch Sinnvolles tun. Schließlich ist es erwiesen, dass die Leute schneller tüdelig werden, wenn sie keine Aufgabe mehr haben. Da sollte man doch die Chancen nutzen, die einem der demographische Wandel bietet. Und beispielsweise auf die Zwangsverrentung verzichten. Das ist schließlich das große Problem: Die Babyboomer kommen ins Alter, und das sind ganz schön viele. In der Kreisverwaltung scheiden in den nächsten zehn Jahren zu Beispiel 40 Prozent der Mitarbeiter aus. Das wird selbst in Behörden zum Problem, auch wenn der öffentliche Dienst mit seine geregelten Arbeitszeiten und festen Tarifen mittlerweile zu einem Traumberuf für die Jugend geworden ist.

Was, dachte sich Landrat Klaus Plöger, liegt da näher, als das vorhandene Personal länger arbeiten zu lassen. Nicht nur mehr Stunden und weniger Urlaub für alle, sondern auch Weiterbeschäftigung der Qualifizierten über jede Altersgrenze hinaus. Bei Beamten würde es sich sogar lohnen, das Gehalt derjenigen zu erhöhen, weil man sich die Auszahlung der Pension spart.

Wie realistisch das ist? Nicht besonders, aber vermutlich realistischer als der Vorschlag Nummer eins des Landrats: Bürokratie-Abbau! Wenn es weniger sinnfreie Gesetze, Verordnungen, und Bestimmungen gäbe, bräuchte man in der Kreisverwaltung ein Drittel Stellen weniger, im Finanzamt und anderen Behörden eher zwei Drittel. Aber bevor das passiert, kommt vermutlich eher ein Reicher in den Himmel und ein Kamel durchs Nadelöhr.

Geld-Problem

: Das neue Finanzausgleichsgesetz ist durch, die Diskussionen werden aber weitergehen, wahrscheinlich auch vor Gericht. Der Kreisfinanzausschuss hatte den Beschluss schon vorweggenommen und bittet die Gemeinden für den von Kiel verordneten Verlust von zehn Millionen Euro mit vier Millionen zur Kasse. Obwohl viele Kommunen ohnehin schon Verlierer des FAG sind, vor allem die im Süden Stormarner, im Wahlkreis von Martin Habersaat (SPD). Der hat am Abstimmungstag noch mal erläutert „warum ich dem FAG zustimme“. Wegen der Lebensverhältnisse, die sich nicht zu weit auseinander entwickeln dürften. Und weil die Städte höhere soziale Lasten zu tragen hätten. Und damit er sich „glaubwürdig weiterhin dafür einsetzen kann, dass Bayern und Baden-Württemberg in den Länderfinanzausgleich einzahlen.“ Wenn ein System, das wegen seiner Ungerechtigkeiten und Ungereimtheiten gerade grundlegend verändert wird, ideologisches Vorbild für das Landes-FAG war, ist klar, warum es so ausgefallen ist.

Nachwuchs-Problem

: Viele Probleme wären mit mehr Geld nicht da, aber Geld allein löst keine Probleme. Dass dem Oldesloer Jugendbeirat aus finanziellen Gründen Wünsche abgeschlagen wurden, ist das eine. Dass die Jugendlichen das Gefühl hatten, dass man an ihrer Meinung nur wenig interessiert sei, ist das andere. Nach zehn Jahren gibt es das Gremium nicht mehr, weil es kaum noch jemanden gab, der mitmachen wollte. Sind die Jugendlichen nicht selbst Schuld? Vermutlich auch, aber Städte wie Ahrensburg leben vor, wie man es besser macht.
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