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Stormarner Tageblatt

12. Dezember 2017 | 15:25 Uhr

Ahrensburg : Gelbe Karte für Förderverein

vom
Aus der Redaktion des Stormarner Tageblatt

Beauftragtengremium der Kirchengemeinde droht dem St. Johannes-Verein mit fristloser Kündigung.

Was kann der Förderverein St. Johannes für Formulierungen in der Presse? Ganz viel, meint das Beauftragtengremium. Nach einem Bericht im Stormarner Tageblatt über das Programm in der Kirche wurde der Vereinsvorstand im Juni aufgefordert, einige Formulierungen „richtigzustellen“. Den Kirchenvertretern waren vor allem die Ausdrücke Kultur-Kirche und St. Johannes-Gemeinde ein Dorn im Auge.

„Mit dem Begriff Kulturkirche verbindet der Kirchenkreis vermutlich entwidmete Kirchen, in denen es ausschließlich kulturelle Veranstaltungen gibt“, sagt Klaus Tuch, 2. Vorsitzender des Fördervereins. St. Johannes dagegen ist immer noch eine Kirche. Die Kirchengemeinde hatte sie 2013 geschlossen, eine Initiative hatte das nicht verhindern können. Aus der ging aber der Förderverein hervor, mit dem es im Frühjahr 2014 einen Vertrag gab: Der Verein trägt die Unterhaltskosten, wobei ein Teil durch Veranstaltungen in der Kirche aufgebracht werden sollte.

Nach einigen Irritationen am Anfang über Art und Zeit von Laienandachten, hatte sich scheinbar alles eingelaufen. Ein Eindruck, der täuschte. Schon die Jahresbilanz, die der Förderverein im Stormarner Tageblatt zog, stieß der Vorsitzenden des vom Kirchenkreis eingesetzten Beauftragtengremiums, Pastorin Ursula Wegmann, sauer auf.

Dann folgten die Wörter Kultur-Kirche und St. Johannes-Gemeinde. „Auch wir legen Wert darauf, dass wir Teil der Kirchengemeinde Ahrensburg sind“, stimmt der Vorstand in diesem Punkt mit dem Gremium überein. Die Aufforderung, eine Richtigstellung zu verlangen, lehnte der Vorstand aber ab, „weil es unseres Erachtens keine relevanten Gründe dafür gibt und die Verantwortung für den Artikel bei der Redaktion liegt“, so Klaus Tuch: „Wir hatten anheim gestellt, dass die Kirche selbst die Richtigstellung bei der Zeitung einfordert.“

Sein Eindruck, dass das in dem Gespräch auch akzeptiert worden sei, war aber wohl falsch. Das Beauftragtengremium legte jetzt noch mal schriftlich nach und drohte mit der fristlosen Kündigung der Verträge, die bis Ende 2019 laufen. „Es gibt keine Kulturkirche St. Johannes“, heißt es, „wir möchten einen Kirchenbetrieb und keinen kulturellen Veranstaltungsort.“ Der Förderverein habe kein Mandat, Felder der klassischen Gemeindearbeit zu besetzen, er könne die Nutzung der Kirche nicht nach seinem Belieben und ohne Zustimmung des Beauftragtengremiums vergeben.

Genau so war es in der Vergangenheit allerdings gelaufen, und „es gab eigentlich keine Probleme“, wundert sich Tuch. Dass damit gedroht wird, in Zukunft „jede Veranstaltung, die auch nur im Ansatz gegen die Raumüberlassungsrichtlinie verstoßen könnte,“ zu untersagen, kann Tuch überhaupt nicht nachvollziehen: „Wir hatten uns bei den Vertragsverhandlungen ausdrücklich dagegen gewehrt, dass etwas erlaubt werden muss. Die Veranstaltungen müssen abgestimmt werden, und das war immer einvernehmlich.“

Wesentlich ernster nimmt der Förderverein, dass die Kirche gleich in mehreren Punkten mit Abmahnungen droht, wenn sich der Verein nicht an bestimmte Forderungen hält. „Wir haben das Gefühl, dass nach Fällen gesucht, wird, um den Vertrag vorzeitig zu kündigen“, so der zweite Vorsitzende.

Und was sagt die Vorsitzende des Beauftragtengremiums? Ursula Wegmann will dazu keinen Kommentar abgeben. „Das sind Themen, die wir intern klären und nicht in der Öffentlichkeit.“

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