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Stormarner Tageblatt

19. August 2017 | 11:51 Uhr

Bad Oldesloe : Geht’s am Ring bald rund?

vom
Aus der Redaktion des Stormarner Tageblatt

Der Bauausschuss gibt eine Machbarkeitsstudie für einen Kreisverkehr an der Kreuzung Ring - Lübecker Straße in Auftrag. Das Straßenbauamt in Lübeck steht dem Vorhaben „eher negativ“ gegenüber.

Bekommt Oldesloes vermutlich größte und meistbefahrene Kreuzung einen Kreisverkehr? Nach der Mehrheit im Bauausschuss soll die Machbarkeit eines Kreisels am Knotenpunkt von Lübecker Straße und Berliner Ring zumindest untersucht werden.

„Ich brauche einfach eine politische Willensbekundung“, sagt Bauamtsleiter Thilo Scheuber klar. Die Idee, die Kreuzung zum Kreisverkehr umzubauen, basiert auf einem Antrag der Grünen von 2013. Doch alle wissen: Das passt nur, wenn die Obdachlosenunterkunft an der Einmündung der Lübecker Straße verschwindet und das Grundstück zur Verfügung steht. Oldesloes Bauamtsleiter Scheuber spricht aber auch von den „Erfordernissen der Obdachlosen- und Flüchtlingsunterbringung“. Mehr noch: Im Haushalt stehen 185  000 Euro zur Sanierung des Gebäudes bereit. Thilo Scheuber: „Es wäre doch schade, wenn wir fast 200  000 Euro investieren und das Haus ein paar Jahre später abreißen.“

Ausschussvorsitzende Maria Herrmann (SPD) befürchtet Stillstand, wenn es zu einer Kreiselplanung kommen sollte. „Dann ist der Bau von preisgünstigen Wohnungen an der Stelle blockiert. Ganz ehrlich: Da ist mein Herz näher bei den Menschen als beim Kreisel.“ Sie enthielt sich der Stimme, denn sie sieht ein, dass es eine vernünftige Entscheidungsgrundlage nur mit einer Machbarkeitsstudie geben kann. Thilo Scheuber versprach: „Ich komme mit dem Thema nur zurück in den Ausschuss, wenn ich eine Alternative für den Wohnraum habe.“

Lars Cornehl (SPD) hat verkehrliche Bedenken. Er befürchtet, dass es bei extrem hohem Verkehrsaufkommen, wie er bei Autobahnsperrungen zu verzeichnen ist, nicht nur auf dem Ring zum Stau kommt. „Dann haben die im Kreis Vorfahrt und alle die rein wollen, stehen rum“, befürchtet Cornehl.

Die Bedenken kann auch Uwe Rädisch (CDU) nachvollziehen. Trotzdem sprachen sich die Christdemokraten wie auch Grüne und FBO, für die Machbarkeitsstudie – Kostenpunkt 15  000 Euro – aus. „Damit wird doch geklärt, ob ein Kreisel sinnvoll ist. Dann haben wir was in der Schublade liegen, wenn der Bund mal wieder ein Kreiselprogramm auflegt.“ Da es sich um zwei Bundesstraßen handelt, ist das Straßenbauamt Lübeck zuständig. Dort sieht man den Kreisel „eher negativ“ – hauptsächlich weil er mittig zwischen zwei weiteren Ampelkreuzungen liegen würde. Doch davon will sich Thilo Scheuber nicht gleich abschrecken lassen. „Die wissen, dass es mit Millionenbeträgen verbunden ist und lehnen erst mal ab“, argumentiert er. Die Hauptkosten hätte der Bund zu tragen.

Rückenwind bekommen die Befürworter vom „Kreiselpapst“, dem Hamburger Baudirektor im Ruhestand Eckehard Knoll, den die Grünen eingeladen hatten. „Ein Kreisel dient der Verflüssigung des Verkehrs. Da es keine Rot-Zeiten gibt, ist die Leistungsfähigkeit immer höher als bei einer Ampelanlage“, so seine Sichtweise. Stau könne damit wirkungsvoll beseitigt werden.

Wann der Kreisverkehr – ein positives Ergebnis der Studie vorausgesetzt – gebaut werden könnte, ist völlig offen – sechs bis zehn Jahre stehen im Raum.

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23-2176993_Bad Oldesloe_Andreas_Olbertz_Redakteur.JPG von
erstellt am 16.Feb.2016 | 16:00 Uhr

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