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Stormarner Tageblatt

21. August 2017 | 22:25 Uhr

Gegner warnen vor Schnellschuss

vom
Aus der Redaktion des Stormarner Tageblatt

Beschlossener Standort für Trittauer „Kita Goethering“ stößt bei Einwohnern, CDU und BGT auf wenig Gegenliebe

Erwartungsgemäß nahm das Thema „Kita Goethering“ (B-Plan 8)am meisten Zeit der jüngsten Gemeindevertretersitzung in Anspruch. Nach der Besprechung mehrerer Varianten in den vorangegangenen Ausschüssen, entschieden sich die Gemeinderatsmitglieder mehrheitlich für die Variante, die bei den Einwohnern auf wenig Gegenliebe stößt: Die Kita soll an dem vorgesehenen Platz gebaut werden – mit Zufahrten über die bestehenden Straßen. Der Bolzplatz soll auf einem noch zu kaufenden Gelände direkt daneben erneut errichtet werden.

„Es ist sehr bedauerlich, dass die Argumente der Anwohner nicht berücksichtigt werden“, so eine Zuhörerin bei der anschließenden Einwohnerfragestunde. Die Anlieger befürchten ein Verkehrschaos in den engen und jetzt schon maroden Straßen, sowohl in der Bauphase als auch beim späteren Hol- und Bringverkehr der Eltern. Zudem sei es ein Wohnviertel für Ältere, die einen ruhigen Lebensabend verbringen wollen. Teilweise grenzen die Grundstücke direkt an das Gelände oder an den Parkplatz. „Schon jetzt kommen Müllfahrzeuge und Öllieferanten kaum durch und abends und am Wochenende ist der Parkplatz total überbelegt. Die Straße ist zu schmal“, so Peter Podlesny, dessen Grundstück direkt an den Parkplatz grenzt. Man befürworte die Planung mit einer Zufahrt über die Hamburger Straße.

Auch die Politiker haben sich die Entscheidung nicht leicht gemacht. Unstrittig ist, dass die nächste Kita in den Süden des Ortes soll. Ein weiteres Argument der Befürworter ist die mögliche schnelle Umsetzung aufgrund des Bedarfs an Krippenplätzen, da das Grundstück der Gemeinde bereits gehört, was auch kostengünstiger ist. Zudem gebe es bei den bestehenden Kitas auch wenig Parkplätze und kein Chaos, so Ute Agatz (SPD). In namentlicher Abstimmung votierten SPD und Grüne mit Ja für den Bau, die CDU und BGT mit Nein. Die parteilose Claudia Ludwig enthielt sich, ebenso CDU-Mitglied Harald Martens.

Die Gegner warnen vor einem Schnellschuss: „Einen Bolzplatz zu vernichten, um ihn daneben gleich wieder aufzubauen und eine grüne Lunge abholzen, halten wir nicht für richtig. Wir wären für den Bau einer Kita ein Stückchen entfernt in der Nähe der Hamburger Straße“, erklärte Jens Hoffmann (CDU). Michael Amann (BGT), auch Feuerwehrmann, gab zu bedenken, dass schon jetzt die Rettungs- und die Feuerwehrfahrzeuge schlecht durch die engen Straßen kommen. In der Tat entsteht an der Hamburger Straße ein neues Wohngebiet. Auch Markant und Aldi planen dort Märkte. „Daneben wäre die Kita ideal. Man hätte eine gemeinsame Zufahrt von der Hamburger Straße und die Kita wäre dort, wo die jungen Familien hinziehen“, so Eigentümerin und Immobilienmaklerin Birgit Zimmermann. Sie betont, das niemand gegen eine Kita wäre, sie sei jedoch erschrocken, wie hier Politik gemacht werde. Sie fühle sich ausgeschlossen und ohnmächtig. Bürgermeister Oliver Mesch verwies darauf, dass alle bisherigen Sitzungen öffentlich gewesen seien und man sich hätte informieren können. Zudem sei es ein Entwurfs- und Auslegungsbeschluss. Die Bürger könnten im Verlauf des B-Planverfahrens ihre Einsprüche geltend machen.

Diskussionsbedarf gab es auch um die Abholzung des Wäldchens für die Erweiterung der Firma Wilke im Gewerbegebiet Otto-Hahn-Straße. Der Beschluss wurde bei Enthaltung der Grünen mehrheitlich mit einer Änderung gefasst. Die Grenze des Geländes wird jetzt direkt an den Fahrradweg geschoben, um einen Streifen Mischwald auf der anderen Seite stehen lassen zu können. Er soll den anfälligen Nadelwald dahinter vor Windschäden schützen. Der Wanderweg für Spaziergänger wird erhalten.

Zudem beschlossen die Politiker die neue Straßenbaubeitragssatzung, den Bau einer Photovoltaikanlage auf dem neuen Bauhof, den bereinigten Flächennutzungsplan sowie den neuen B-Plan 58 für die Post- und Campestraße, der ältere Pläne ersetzt.



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