Stormarn : Gegen den Pflegekollaps

Die Initiatoren der Basisqualifikation „Berufliche Pflege“ in Stormarn – mit Bürgervorsteher Roland Wilde (oben links) und SPD-Bundestagsabgeordnete Nina Scheer (rechts Mitte).
Die Initiatoren der Basisqualifikation „Berufliche Pflege“ in Stormarn – mit Bürgervorsteher Roland Wilde (oben links) und SPD-Bundestagsabgeordnete Nina Scheer (rechts Mitte).

Drei Unternehmen aus Stormarn bieten Basisqualifikation an. Die Initiative startet im September.

shz.de von
05. August 2018, 06:00 Uhr

Bundesweit fehlen Tausende von Pflegekräften. Allein in Schleswig-Holstein wird es bis zum Jahr 2020 rund 4000 unbesetzte Stellen geben – im Kreis Stormarn sind es derzeit 1200 offene Stellen. Was also tun? Eine Lösung – auch wenn es nur der Tropfen auf dem heißen Stein ist – bieten das Tobias-Haus, Alten- und Pflegeheim in Ahrensburg, der Pflegedienst Gesundheits- und Krankenpflege zu Hause, Ahrensburg, und das Pflege- und Beratungszentrum Zwick GmbH in Bargteheide mit der IG Basisqualifikation „Einführung in die Pflege“.

Dahinter verbirgt sich eine vierwöchige Qualifikation, die am 10. September beginnt und am 5. Oktober mit einem Abschlussgespräch endet. Der Kursus setzt sich aus fünf Tagen Theorie und 14 Tagen Pflegepraktikum zusammen. Die Teilnehmer lernen die Betriebe der Initiatoren kennen und können sich ein Bild von den spezifischen Anforderungen und Aufgaben machen (ambulante Pflege, ambulante Wohngruppen, stationäre Pflege).

Wer diese Basisqualifikation erfolgreich absolviert, erhält bei einem der drei Anbieter eine Stelle als Pflegehelferin oder -helfer. Dach besteht auch die Möglichkeit, sich berufsbegleitend zum Pflegeassistenten oder zum examinierten Altenpfelger weiterzubilden. Die Zahl der Kursteilnehmer ist auf sechs begrenzt, im Bedarfsfall wird es weitere Lehrgänge geben. Anmeldungen bis zum 20. August per Mail an: bewerbung@ig-basisqualifikation.de.

„Die steigende Lebenserwartung und die Möglichkeit der ambulanten Pflege zu Hause führen dazu, dass Menschen erst im hohen Alter und mit immer komplizierteren Krankheitsbildern in ein Pflegeheim umziehen – das erhöht die Anforderungen an die ungelernten Hilfskräfte“, sagte Christine Berg, Heimleiterin und Geschäftsführerin des Tobias-Hauses. Für Damiel Zwick, Kaufmännischer Leiter des Pflege- und Beratungszentrums Zwick GmbH, ist es eine Pflicht, etwas gegen den drohenden Pflegekollaps zu unternehmen, „deshalb haben wir uns entschlossen, ein Zeichen zu setzen und die Pflege im Kreis Stormrn zu stärken.“

Für Anke Schäddel, Pflegedienstleiterin und Inhaberin bei Gesundheits- und Krankenpflege zu Hause, ist es die fehlende niedrigschwellige Qualifizierungsmöglichkeit für die berufliche Pflege im Kreis Stormarn. „Das hat zur Folge, dass es nicht genügend Einsteiger in den Pflegeberuf gibt.“
Das Angebot für die Basisqualifikation richtet sich an Schulabgänger, Quereinsteiger oder Menschen mit Migrationshintergrund und Deutschkenntnissen auf dem Niveau B 2.





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