Todendorf : Gefährlicher Schulweg – Ampel gefordert

Margitta Stapelfeldt (v.l.), Leiterin des Kindergartens und Katrin Vagt haben Unterschriften für eine Querungsmöglichkeit gesammelt.
Margitta Stapelfeldt (v.l.), Leiterin des Kindergartens und Katrin Vagt haben Unterschriften für eine Querungsmöglichkeit gesammelt.

Eltern fordern eine Ampel an der L 90 in Todendorf – Nur eine Frage der Zeit, bis etwas passiert?

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15. September 2019, 17:17 Uhr

Die Eltern sind frustriert, die Gemeinde machtlos: An der Landesstraße 90 in der Todendorf fehlt eine Querung für Fußgänger. Das ist vor allem für Kindergartenkinder gefährlich. Jetzt haben Eltern aus dem kleinen Ort Unterschriften gesammelt, um ihr Anliegen zu verdeutlichen. Ihre Hoffnung ist, dass das zuständige Verkehrsministerium doch noch einlenkt und den Bau einer Ampel oder eines Zebrastreifens erlaubt.

Neues Wohngebiet

Katrin Vagt zeigt auf ein Schild, dass an der Straße Rönnbaum aufgestellt wurde. „Schulweg, langsam fahren“ steht dort. „Von uns Eltern wird erwartet, dass wir unsere Kinder auf dem Schulweg nicht begleiten aber das geht hier einfach nicht“, sagt die Todendorferin. Spätestens seit nordwestlich der Hauptstraße ein neues Wohngebiet gebaut wurde, ist die Situation noch gefährlicher geworden.

Keine Sicherung Querung

Von dort aus gibt es keine sichere Verbindung für Fußgänger zum Ortskern, wo sich unter anderem eine von Schulkindern genutzte Bushaltestelle und der örtliche Kindergarten befindet. Die Verkehrssituation in dem Bereich ist unübersichtlich. Kurz vor der Einmündung zur „Rönnbaum“ macht die Hauptstraße eine Kurve. Dadurch können Autofahrer, die von Norden her kommen, erst spät reagieren, wenn sich ein Fußgänger auf der Straße befindet. „Es ist hier Gott sei dank noch nie etwas passiert aber das soll auch so bleiben“, sagt Katrin Vagt. Wenn nicht bald gehandelt wird, so glaubt sie, ist ein Unfall nur eine Frage der Zeit.

Gemeinde machtlos

Seit Jahren versucht Todendorf an der L90 einen Fußgängerüberweg zu bekommen. Doch das gestaltet sich schwierig. Weil es sich um eine Landesstraße handelt, darf die Gemeinde nicht selbst tätig werden. „Wir würden eine Ampel bezahlen und auch selbst aufstellen lassen aber dafür brauchen wir eine Unterschrift und die bekommen wir nicht“, sagt Bürgermeister Philipp Lemke. Das sei sehr frustrierend und den Eltern nur schwer zu vermitteln. Immerhin geht es um die Gesundheit der Kinder.

Anträge stets abgelehnt

Seit 2008 stellt die Gemeinde immer wieder Anträge, bisher ohne Erfolg. Der Bereich gilt nicht als Unfallschwerpunkt und laut zurückliegender Verkehrszählungen fahren in dem Bereich zu wenig Autos. „Man ist bislang der Auffassung, dass eine Ampel oder ein Zebrastreifen dort nicht gerechtfertigt wäre“, sagt Lemke. Seine Hoffnung ist jetzt, dass die private Aktion der Todendorfer Eltern Wirkung zeigt.

Todendorfer Eltern fordern eine Ampel an der Hauptstraße.
Finn Fischer
Todendorfer Eltern fordern eine Ampel an der Hauptstraße.
 


Bereits zahlreiche Unterschriften

Innerhalb von nur einer Woche sind in dem kleinen Ort zahlreiche Unterschriften zusammengekommen. Allein im Kindergarten kamen innerhalb eines Tages 60 Rückmeldungen von Eltern zusammen, weitere 60 beim örtlichen Bäcker. Mittlerweile gibt es laut Initiatorin Katrin Vagt über 150 Unterschriften.
Unterstützung erhält die Initiative von der Leiterin des Kindergartens, Margitta Stapel-feldt: „Auf der anderen Straßenseite liegt unser Waldkindergarten und die Kinder gehen mindestens einmal am Tag den Weg.“ Bereits 2017 hatte der Kindergarten bei einem Verkehrsaktionstag auf den fehlenden Fußgängerüberweg aufmerksam gemacht. „Wir sind damals mit Kindern das Dorf abgegangen und haben die gefährlichen Orte zusam-mengetragen“, sagt Stapelfeldt. Leider habe es auch damals eine Absage gegeben.

Wunsch: Ortstermin mit Verkehrsminister

Die gesammelten Unterschriften wollen die Todendorfer demnächst an den schleswig-holsteinischen Verkehrsminister Bernd Buchholz (FDP) übergeben. Katrin Vagt: „Wir hoffen, dass wir ihn zu einem Termin vor Ort bewegen können.“

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