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Delingsdorfer Schlägerei : Gefährliche Tritte gegen Kopf und Körper

vom
Aus der Redaktion des Stormarner Tageblatt

Schlägerei vor einem Jahr am 1. Mai hat in Nachspiel vor Gericht. Beide Seiten erzählen ganz unterschiedliche Versionen.

Was geschah tatsächlich vor einem Jahr beim Tanz in den Mai in Delingsdorf? Diese Frage konnte das Amtsgericht Ahrensburg gestern nicht klären. Sicher ist nur, dass es gegen 1.43 Uhr eine Schlägerei im Fliederweg gab. Ein 21-Jähriger aus Bargfeld-Stegen war dabei zu Boden gegangen und hatte zeitweise das Bewusstsein verloren. Mit einem Großeinsatz trennte die Polizei die Kontrahenten. „Alle Beteiligten waren alkoholisiert“, so ein Polizist.

Drei junge Männer im Alter zwischen 22 und 24 Jahren aus Bargteheide und Delingsdorf mussten sich jetzt vor Gericht verantworten. Neun Zeugen waren geladen, darunter das verletzte Opfer. „Ich wurde angepöbelt, dann schlug mir jemand auf den Hinterkopf“, sagt der Verkäufer aus. Drei bis vier Leute hätten ihn ins Gesicht und auf den Bauch geschlagen, dann habe man ihn mit einem Tritt gegen das Bein zum Sturz gebracht. Soweit ist die Darstellung unstrittig. Die Zeugen der Angeklagten sprechen von Pöbeleien und Provokationen der anderen Seite. „Wir wurden angerempelt und beleidigt, dann sind wir hinterher“, sagt einer, „dann haben wir uns mit Schlägen und einer Backpfeife gewehrt.“ Als Angriff auf Unschuldslämmer präsentieren die Zeugen der Gegenseite das Geschehen. „Wir wurden im Vorbeigehen angepöbelt, dann schlugen sie zu dritt mit der Faust auf meinen Kumpel ein und traten gegen seinen Kopf“, sagt ein 24-jähriger Ammersbeker. Weil einer der Angeklagten mit seinem Totschläger gedroht habe, habe er den Polizeinotruf gewählt, sagt ein anderer Zeuge. Er erkenne alle Angeklagten wieder, befindet der Bargfelder vor Gericht aus. Mehrere Zeugen bestätigen aber, dass einer der Drei bei der Schlägerei gar nicht anwesend gewesen sei. Ein Dilemma für Richter Dr. Barbiz: „Eine Schuld ist hier nicht hinreichend nachweisbar. Es stehen hier zwei Versionen im Raum.“

In der Verhandlungspause stehen sich die Gruppen vor dem Gericht gegenüber, rauchen und würdigen sich keines Blickes. Auf der einen Seite das Opfer und seine Zeugen, auf der anderen die Angeklagten und ihre Zeugen. Gegen den von Zeugen entlasteten Angeklagten wird das Verfahren dann eingestellt. „Bei den anderen glaube ich schon, dass da etwas war“, sagt der Richter, „es spricht viel dafür, dass es eine schwere Körperverletzung gab.“ Es sei großes Glück, dass die Verletzungen des Opfers relativ glimpflich blieben. „Tritte gegen Kopf und Körper können schwerwiegende Folgen haben.“

Den beiden Anderen, die ebenfalls nicht vorbestraft sind, schlägt der Richter die Einstellung des Verfahrens gegen eine Geldbuße vor. Sie willigen ein und zahlen jeweils 500 Euro ans Bargteheider Kinderhaus und den Verein für Gefährdeten- und Straffälligenhilfe. „Seien sie vorsichtiger beim Umgang mit Alkohol“, gibt der Richter ihnen mit auf den Weg, „damit so etwas nicht noch einmal passiert.“



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