Bad Oldesloe / Reinfeld : Gedenken an den Holocaust

Avatar_shz von 27. Januar 2020, 17:10 Uhr

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150 Teilnehmer kamen in Bad Oldesloe zusammen.
150 Teilnehmer kamen in Bad Oldesloe zusammen.

75 Jahre nach Auschwitz: „Kein Platz für Hass und Rassismus!“

Bad Oldesloe / Reinfeld | Vor 75 Jahren befreiten Soldaten der „Roten Armee“ das „Konzentrationslager Auschwitz“, in dem Millionen Juden, Zeugen Jehovas, Homosexuelle, angebliche Verräter und Andersdenkende durch die Mörder des „Dritten Reichs“ unter dem rechtsradikalen, rassistischen Diktator Adolf Hitler getötet worden waren. Gedenken am Stolperstein In Bad Oldesloe wurde am Stolperstein in der Hindenburgstraße den Opfern und der Befreiung gedacht. „So wie Bundespräsident Walter Steinmaier würde ich hier gerne stehen und sagen, dass die Deutschen aus dem Holocaust gelernt haben, doch das geht leider nicht, weil Hass und Hetze, weil Antisemitismus auch gerade in der heutigen Zeit wieder existiert“, so Hartmut Jokisch vom Freundeskreis Beer Yaacov und Jifna in seiner Rede.   „Wichtig ist mir aber auch zu betonen, dass das nicht für alle Deutschen gilt. Denn es sind viele Konsequenzen aus dem schrecklichen Holocaust gezogen worden und viele Menschen haben auch in Deutschland daraus gelernt. Die Würde des Menschen ist unantastbar, hat es bei uns ins Grundgesetz geschafft, es gibt viele Mitbürger, die sich für Flüchtlinge und gegen Antisemitismus einsetzen“, so Jokisch weiter, der in seiner Rede an den von Nazis verschleppten und ermordeten Hans Wöltje erinnerte, dem der Stolperstein gewidmet ist. Nicht vergessen „Wir müssen dem braunen Pack zeigen, dass in unserer Gesellschaft kein Platz ist für Hass und Rassismus“, sagte Walter Albrecht vom „Bündnis gegen Rechts“. Besonders sprach der die zahlreichen anwesenden Schüler an. Sie müssten sicherstellen, dass die Untaten der Nazis nicht in Vergessenheit geraten und sich etwas Ähnliches nie wiederhole. Rassistische, rechte, nationalistische Ansätze , die sich in der Gesellschaft zeigen, müssten im Keim erstickt werden. Wie notwendig das ist, zeigte sich bei einigen wenigen Passanten, die aus Gründen fehlender geschichtlicher Bildung oder aus einer arroganten Ignoranz heraus den einen oder anderen unpassenden Spruch abließen. Vor Ort wurden auch Unterschriften auf einer großen Postkarte an Finanzminister Olaf Scholz gesammelt. Darauf wird der Politiker aufgefordert, zu verhindern, dass dem wichtigen Verein „Vereinigung der Verfolgten des Naziregimes“ (VVN) die Gemeinnützigkeit aberkannt werden soll. Auf diese Idee war ein Berliner Finanzamt gekommen, das seitdem in der Kritik steht.   Tulpen am Gedenkstein niedergelegt Auch in Reinfeld versammelten sich Bürgerinnen und Bürger am Gedenkstein gegen Gewalt, Krieg und Vertreibung und an den beiden Stolpersteinen für die Nazi-Opfer Richard Minkwitz und Carl Harz – beides Söhne der Stadt, die unter der Terrorherrschaft ums Leben kamen. Es wurden Tulpen niedergelegt. Eine AG beschäftigt sich mit dem Thema Todesmärsche, wovon einer aus dem KZ Neuengamme durch die Karpfenstadt führte.   Am Donnerstag, 30. Januar, um 14 Uhr ist zu diesem Thema ein Treffen bei Bürgervorsteher Gerd Herrmann, Lilienweg 11, geplant. Interessierte sind willkommen. Die AG plant auch, sich an der Aktion „Friedensstein“ zu beteiligen und eine Stele in der Nähe des Gedenksteins an Paul-von-Schoenaich zu platzieren. „Dies wird ein ereignisreiches Jahr“, so AG-Mitglied Albrecht Werner. ...

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