zur Navigation springen

    Geburtstage – Geldnot – Gerangel

vom
Aus der Redaktion des Stormarner Tageblatt

              Es gab so allerhand in Bad Oldesloe-Land: Themen-Rückblick auf das fast abgelaufene Jahr 2016

In den neun Gemeinden des Amtes und im Amt Bad Oldesloe-Land selbst war in diesem Jahr einiges los.  Im Amtsausschuss fiel die Entscheidung für einen Verwaltungsneubau, da die beiden Etagen in dem Gebäude an der Mewesstraße nicht mehr ausreichen. Der Neubau soll in der Louise-Zietz-Straße hinter dem ehemaligen Sky-Getränkemarkt direkt an der Bahnstrecke Hamburg-Lübeck entstehen und wird nach bisherigen Schätzungen rund 3,5 Millionen Euro verschlingen. Die beiden Etagen in der Mewesstraße werden an den Kreis für rund 800000 Euro verkauft.
 In Grabau feierte der Männerchor des TSV in diesem Jahr sein 20-jähriges Bestehen und lud dazu die Bürger, andere Chöre und Musiker in die Mehrzweckhalle ein. Ein Schreck gab es in der Gemeinde Anfang Dezember, als in der Nacht die Sirenen der Feuerwehr zu hören waren. Ein Wirtschaftsgebäude stand in Flammen und konnte trotz des Großeinsatzes nicht mehr gerettet werden.

 Auch in Lasbek wurde ein Jubiläum gefeiert. Die Lasbeker Speeldeel wurde ebenfalls 20 Jahre alt und zum Geburtstag gab es für das Publikum einen Nachmittag mit Sketchen, die zum Teil auf Plattdeutsch gespielt wurden. Wie ein roter Faden zog sich das Thema Windpark durch das Jahr. Noch bevor das Land überhaupt seine Windkraft-Neuordnung auf den Weg gebracht hat, stellte ein Investor schon Bauanträge für zunächst vier Windkraftanlagen. Doch noch kann sich die Gemeinde beruhigt zurücklehnen, denn für den Bereich haben die Kommunalpolitiker eine Veränderungssperre erlassen, die 2017 noch um ei Jahr verlängert werden kann.


 In Meddewade gibt es ein großes Problem bei den Kindergartenplätzen. Bürgermeisterin Marleen Wulf musste den Eltern, die dringend einen Platz benötigen, mitteilen, dass die Gemeinde kein Geld hat, um den vorhandenen Kindergarten zu erweitern oder eine neue Kita zu bauen. Selbst wenn eine Erweiterung oder ein Neubau finanziert werden könnten, fehlt der Gemeinde anschließend das Geld für die Folgekosten. Rund 26 Kindergartenplätze fehlen ab dem Kindergartenjahr 2017/ 2018 und die Kommunalpolitiker fordern vom Kreis und vom Land Hilfe. Der Kinderboom ist durch das Neubaugebiet auf dem Gelände der ehemaligen Brotfabrik entstanden. Eine Industrieruine blieb der Gemeinde zwar erspart, doch die aus dem Baugebiet resultierenden Folgen treffen Meddewade hart.


 In Neritz war es ein relativ ruhiges Jahr. Ende 2016 gab es für die Bürger ein nicht gerade erfreuliches Weihnachtsgeschenk seitens der Politik. Bei den Haushaltsberatungen für 2017 ging es auch um die Erhöhung der Grundsteuern. Erfreuliches gab es hingegen 2016 für die Feuerwehr. Sie konnte in diesem Jahr ihr neues Fahrzeug, ein MLF mit 1000 Liter Wasser an Bord, in Dienst stellen. Zudem hat sich die Wehr einen gebrauchten, aber generalüberholten VW T4 Pritschenwagen mit Plane und Spriegel zum Transport von Tragkraftspritze und Schlauchmaterial geleistet.

 Der Bau des 300  000 Euro teuren Kunstrasenplatzes für den SSV Pölitz war 2016 das Highlight in der Gemeinde. Möglich wurde der Bau durch eine 100  000-Euro-Spende des Pölitzer Arnold Mählmann und Spenden zahlreicher anderen Sponsoren. Die Gemeinde sorgte mit schneller Planung für einen reibungslosen Ablauf und steuerte auch noch einen Obolus bei. Eine Änderung gab es an der Spitze der Gemeindevertretung. Marielouise Hennig legte aus persönlichen Gründen ihren Posten als Stellvertreterin von Bürgermeister Martin Beck (CDU) nieder. Neuer Stellvertreter wurde Frank Westphal. Zudem wurden in der Gemeinde die Weichen für eine sparsame Zukunft gestellt. Alle Straßenlaternen sollen mit sparsamen LED-Leuchtköpfen ausgestattet werden. Rund 100  000 Euro investiert die Gemeinde in die neue Technik. Trotz Kreditaufnahme soll sich die Umstellung in acht Jahren amortisiert haben.


 Mit Barbara Süptitz hat die Christuskirche in Rethwisch seit Anfang Oktober eine neue Pastorin. Sie tritt die Nachfolge von Eva Rincke an, die nach ihrem Weggang aus Rethwisch als Referentin der Kirchenführung der Nordkirche zuarbeitet. An einen neuen Anblick müssen sich auch die Rethwischer und alle auf der Bundesstraße durch den Ort kommenden Autofahrer gewöhnen. Das ehemalige Lokal Zum goldenen Stern, das in in früheren Jahren mit beliebten Tanzveranstaltungen auch Besucher aus den umliegenden Gemeinden anlockte, wurde abgerissen. Auf dem Grundstück lässt ein privater Investor derzeit Einfamilienhäuser bauen.


 Nach rund vier Jahren Planung fiel nun endlich die Entscheidung. Die Freiwillige Feuerwehr Rümpel bekommt ein neues Gerätehaus. Es soll auf der Wiese neben dem Gemeinschaftshaus in konventioneller Bauweise entstehen. Das neue Domizil der Feuerwehr soll rund eine Million Euro kosten. Doch nicht nur die Planung für das Gerätehaus wurde abgeschlossen. Auch das Siedlungsentwicklungskonzept für die Gemeinde wurde verabschiedet. Notwendig wurde das Konzept, um in der Zukunft Bauland ausweisen zu können. Auch in einem anderen Bereich wurden die Weichen für die Zukunft gestellt. Nachdem sich 2014 nicht genügend Interessenten für einen Glasfaseranschluss fanden, begann in diesem Jahr nun doch noch die Verlegung des Glasfaserkabels, so dass nun auch in Rümpel modernes Multimedia und schnelles Internet Einzug hält.


 Steinburg war in diesem Jahr öfter in den Schlagzeilen als es so manchen Politiker lieb war. Über ein halbes Jahr war die Gemeinde finanziell quasi handlungsunfähig, da es keinen gültigen Haushalt gab. Darin mit verbunden war auch der Streit um die Zahlungen an den SV Eichede für die Unterhaltung der gemeindeeigenen Gebäude auf dem Sportareal. Es wurde der Vertrag fristlos gekündigt, dann wurde die Kündigung aus Angst vor rechtlichen Folgen aber wieder zurückgenommen. Jetzt soll es Verhandlungen zwischen Gemeinde und Verein geben.

 Aber es gab noch mehr Schlagzeilen. In der Kirchengemeinde Eichede fiel eine zukunftsweisende Entscheidung. Die Kapelle in Todendorf, einst vom Staat als Autobahnkirche gebaut und dann der Kirchengemeinde geschenkt, soll entwidmet werden. Grund: Der Unterhalt der Kapelle ist zu teuer.


 In Travenbrück wurde in diesem Jahr eine gewaltige Investition beschlossen. Für rund 1,8 Millionen Euro soll in Tralau der Kindergarten erweitert und die alte Schule, die den Travenbrückern als Gemeinschaftshaus dient, grundlegend saniert werden. Auch ein Sportlertrakt soll dort neu entstehen. Dafür wird ein Großteil der Ende der 1960er Jahre gebauten Schule abgerissen werden. Nur der jetzige zweigruppige Kindergarten und die Turnhalle werden stehen bleiben. Finanziert wird das Vorhaben überwiegend über ein Darlehen. An Zuschüssen sind bisher nur 200  000 Euro eingeplant.



zur Startseite

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Kommentare

Leserkommentare anzeigen