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Stormarner Wochenschau : Geben ist seliger denn Nehmen

vom
Aus der Redaktion des Stormarner Tageblatt

Da könnte Tangstedt am Ziel vorbei galoppiert sein: Reiten ist Sport und gehört gefördert, nicht besteuert – kann argumentieren. Und der DLRG in Oldesloe vergammelt das Vereinsheim.

Nicht ganz dicht

Die alte Hütte der DLRG am Kurpark – von wegen die sei „abgängig“. Man müsste da was mit Wärmerückgewinnung aus der Abluft machen, schwadronierte Hans Jochim Stolten (CDU) beim Ortstermin des Bauausschusses. Er hatte den Satz noch nicht ganz beendet, da fiel im Parteifreund Uwe Rädisch schon ins Wort: „Bist du verrückt, weißt du, was das kostet?“ Damit war das Thema erledigt, bevor es überhaupt auf dem Tisch lag.

Unsere Karikaturistin Megi Balzer macht den Vorschlag, die olle Bude innen mit Folie auszulegen, Dach ab ... es wird nicht lange dauern, dann ist das ein toller Pool für die Lebensretter. Wenn die Schwimmhalle mangels Personal mal wieder zu hat, sicher eine überzeugende Alternative.

Bei Lichte betrachtet: Das ist doch alles nur noch ein Haufen Schrott. Da lohnt es in der Tat nicht, auch nur noch einen einzigen Cent zu investieren. Ist die Bude in so einem bedauernswerten Zustand, weil die Stadt die „bauliche Unterhaltung auf Null gefahren“ hat, wie es im Verwaltungsdeutsch heißt? Mal wieder eine Immobilie zu Tode gespart? Oder ist so eine Hütten irgendwann schlicht nicht mehr zu retten?

Wie auch immer, die Baracke hat das Zeitliche gesegnet. Jetzt muss Ersatz für die DLRG her. Da ist das alte Kurbad einfach naheliegend. Auch diese Immobilie rottet seit vielen Jahren vor sich hin. Alle Pläne bezüglich Vermietung, Umbau zum Kindergarten oder Flüchtlingsunterkunft haben sich zerschlagen. Ein teures Interessenbekundungsverfahren der Stadtwerke endete im Nichts. Also, worauf warten? Bis das Gebäude zusammenfällt? Die Stadt könnte es kurzerhand beschließen, die Stadtwerke müssten es umsetzen. Jaaaah, kommt von den Bedenkenträgern, dann haben wir doch nächste Woche die nächsten Vereine auf der Matte stehen? Ja und? Dann zieht man eben noch eine Rigipswand und hat zwei Vereine im Kurbad. Oder drei? Warum soll das nicht ein ähnlicher Schmelztiegel werden wie das Kub für die Kultur?

Wieher

Glücksbotschaft aus Glückstadt? Die dortige Stadtvertretung hatte jahrelang zu verhindern versucht, dem Reitverein einen Zuschuss für die Anschaffung von Pferd oder Pony zu bezahlen. Man wollte es nicht, man wird es nun aber doch tun. Weil Reiten ein Sport ist und man, wenn man fördert, alle Sportarten fördern muss. Und weil ein Pferd juristisch eine Sache ist, ist es quasi ein Fußball, der wiehert und frisst.

In Tangstedt wird man das nicht gerne hören. Soll man nun etwa Zuschüsse zahlen, wo man mit der Pferdesteuer doch Geld einnehmen wollte? Das steht vermutlich nicht zur Debatte, aber im Umkehrschluss zeigt das Glückstädter Beispiel, wie Reiten zu bewerten ist: Als Sportausübung, die laut Landesverfassung gefördert werden soll. Wie eine Steuer in diese Kulisse passt, lässt sich nun noch schwieriger argumentieren.

Aber am Mittwoch wird ja erstmal über die Frage diskutiert, ob man nicht doch noch ein Rechtsgutachten zur Pferdesteuer in Auftrag geben möchte. Das dürfte frühestens im Frühjahr vorliegen. Dann ist es nicht mehr weit bis zu den Landtagswahlen. Und danach könnte man die Steuer beschließen oder ablehnen. Man könnte natürlich auch die Landesverfassung ändern.

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23-2176993_Bad Oldesloe_Andreas_Olbertz_Redakteur.JPG von
erstellt am 10.Dez.2016 | 08:00 Uhr

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