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Stormarner Tageblatt

17. Oktober 2017 | 00:33 Uhr

Gas geben im Reich der Mitte

vom
Aus der Redaktion des Stormarner Tageblatt

Drei Ahrensburger fahren bei 2200 Kilometer langen Pioniertour mit / Chinesische Kennzeichen und Führerscheine sind Pflicht

Mit dem eigenen Motorrad durch China? Vor gar nicht allzu langer Zeit eine undenkbare Vorstellung. Europäer dürfen im Reich der Mitte nicht selbst fahren und schon gar kein eigenes Fahrzeug mitbringen – so die Regel. Allerdings, keine Regel ohne Ausnahme. Im Oktober wird erstmals eine deutsche Gruppe von 20 Frauen und Männern auf eigenen Maschinen in China unterwegs sein, dabei sind auch drei Ahrensburger Harley-Fans.

Helmut Frank (66) sowie Christa (73) und Uwe Nehry (72) werden im Oktober mit den anderen von Shanghai aus zu einer 2200 Kilometer langen Tour nach Peking starten, ermöglicht und organisiert von der in Hamburg ansässigen Agentur China Tours in Zusammenarbeit mit dem Harley-Chapter China.

„Das ist die erste Tour dieser Art“, sagt Helmut Frank, der auf seiner Road King, Baujahr 1998, fahren wird. „Wir dürfen keine Autobahnen benutzen, nur Nebenstrecken – aber genau das wollen wir ja auch“, freut sich der Ahrensburger schon jetzt auf die Tour, die als „East Coast Blues“ unter anderem zum Wasserdorf Zhujiajiao, über den Yangtze, zur ehemaligen deutschen Kolonie Qingdao, zum Kaiserkanal bei Yangzhou und nach Qufu führt, der Geburtsstadt von Konfuzius – und natürlich zur Großen Mauer nach Badaling. Die Tagesetappe sind zwischen 90 und 350 Kilometer lang.

Die Maschinen sind bereits im Schiffscontainer auf dem Weg nach China, die Teilnehmer fliegen von Helsinki aus. Wer jetzt denkt, alles ganz einfach – der irrt. „Es gibt jede Menge Formalitäten, bevor wir in China losfahren dürfen“, sagt Uwe Nehry. Die Harleys werden mit chinesischen Kennzeichen ausgestattet – „und wir bekommen alle einen chinesischen Führerschein.“ Helmut Frank hofft, dass er keine Prüfung absolvieren muss.

Ein offizieller chinesischer Reisebegleiter und ein Service-Motorrad begleiten die Gruppe. „Es kann immer etwas Unvorhergesehenes passieren, wir nehmen selbst einige Ersatzteile mit“, sagen die beiden Harley-Fahrer.

In die Pekinger Innenstadt dürfen sie „wegen der Luftverschmutzung“ nicht mit dem Motorrad, nur bis zum äußeren Ring, dem sechsten. Und die Gruppe hat die Anweisung, in den Städten immer zusammen zu fahren, „also keine Alleintouren“, sagt Nehry. Insgesamt 16 Tage soll die „Pionierreise“ dauern. Dass die chinesischen Kennzeichen Pflicht sind, findet Helmut Frank etwas schade. „Einer der Teilnehmer hat eine Acht in seinem Kennzeichen – und die gilt in China als Glückszahl – der könnte bestimmt überall parken“, sagt er und lacht.

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